Neues Forschungszentrum für Musik und Minderheiten an der mdw

Wittgensteinpreisträgerin Ursula Hemetek präsentiert das MMRC - Music and Minorities Research Center

Wien (OTS) - Am 29.11.2019 wurde an der mdw – Universität für Musik und darstellende Kunst Wien das Music and Minorities Research Center (MMRC) im Rahmen einer Kick-off Veranstaltung der Öffentlichkeit präsentiert. Gegründet wurde es von Ethnomusikologin und Wittgensteinpreisträgerin Ursula Hemetek, die mit ihrem Team Einblicke in die Struktur des Forschungszentrums gab und dessen Leitprinzipien und Forschungsgebiete vorstellte. Mitglieder des internationalen wissenschaftlichen Beirats kamen ebenso zu Wort und das Duo klezmer reloaded gestaltete musikalische Beiträge.

2018 wurde Ursula Hemetek als erste Wissenschaftlerin einer Kunstuniversität mit dem Wittgensteinpreis für ihre herausragenden Leistungen im Bereich Minderheitenforschung in der Ethnomusikologie ausgezeichnet. Mit dem Preisgeld hat sie nun ein Forschungszentrum an der mdw gegründet. Ziel des MMRC – Music and Minorities Research Center ist es, so Ursula Hemetek, das Forschungsfeld an der mdw, wo die Ethnomusikologin seit 30 Jahren forscht und lehrt, nachhaltig zu verankern: „Das MMRC will die Theorien und Methoden seines Forschungsgebiets international weiterentwickeln und die Macht der Musik für die Schaffung einer gerechteren Gesellschaft nutzen.“

Rektorin Ulrike Sych: „Durch den Wittgensteinpreis und die Gründung des MMRC wird die Exzellenz der mdw erneut sichtbar und bestätigt. Inhaltlich nimmt die Ethnomusikologie an unserer Universität eine Vorreiterrolle ein, da mit ihr ein neues Fach in der Minderheitenforschung geschaffen wurde. Das MMRC vertieft diese wertvolle Arbeit in Form eines Forschungszentrums.“

Klement Tockner, Präsident des Wissenschaftsfonds FWF, gratulierte Hemetek und der mdw gleichermaßen und hob die Bedeutung des Vertrauens in die Institutionen hervor: „Vertrauen ist die wichtigste Währung in der Wissenschaft.“

Ethnomusikologie beschäftigt sich mit Musik im sozialen Zusammenhang, damit, was Musik für Menschen bedeutet. Ursula Hemetek: „Musik ist wirkmächtig, sie kann der Identifikation ebenso wie der Repräsentation dienen, sie kann instrumentalisiert werden. Somit ist Musik ein wesentlicher gesellschaftspolitischer Faktor. Für marginalisierte Gruppen kann Musik zusätzliche vielfältige Bedeutungen in diesem Spannungsfeld haben.“ Für Hemetek ist es von zentraler Bedeutung, eng mit NGOs zusammenzuarbeiten und dialogische Forschungsformate einzusetzen. Hauptkooperationspartnerin des MMRC ist die Initiative Minderheiten.

Das MMRC widmet sich der Erforschung musikalischer Praktiken im Kontext von Minderheiten, auf lokaler und auf globaler Ebene. Das Konzept des MMRC ist unter Beteiligung eines internationalen wissenschaftlichen Beirats entstanden, durch den Austausch von Nachwuchsforscher_innen mit erfahrenen Forscher_innen sollen innovative Ansätze entwickelt und wissenschaftliche Nachhaltigkeit gewährleistet werden. Neben den Forschungsprojekten sind auch eine jährliche Vorlesung und ein Journal geplant. Aktuelle Forschungen Ursula Hemeteks und ihres Teams beschäftigen sich etwa mit türkischen Migrant_innen in Wien sowie geflüchteten Menschen aus Afghanistan und deren Musik.

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