- 27.11.2019, 09:00:02
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AMS: New Digital Skills sind zentraler Erfolgsfaktor am Arbeitsmarkt
Mit 125 Unternehmen aus den größten Branchen die digitalen Herausforderungen am Arbeitsmarkt analysiert – Ergebnisbericht zeigt die neun wichtigsten Trends
Utl.: Mit 125 Unternehmen aus den größten Branchen die digitalen
Herausforderungen am Arbeitsmarkt analysiert – Ergebnisbericht
zeigt die neun wichtigsten Trends =
Wien (OTS) - Die fortschreitende Digitalisierung verändert sämtliche
Lebensbereiche, auch den Arbeitsmarkt. Damit verändern sich auch die
Anforderungen der Unternehmen an die Beschäftigten. Das
Arbeitsmarktservice (AMS) setzte 2019 im Rahmen der Projektreihe
„Standing Committee für New Skills“ einen eigenen Schwerpunkt zum
Thema Digitalisierung: “New Digital Skills“. Gemeinsam mit den
Forschungsabteilungen, Führungskräften, Personalentwicklern und
-verantwortlichen großer und mittlerer Unternehmen aus den Bereichen
Tourismus, Handel, Bau und Bauökologie, Produktion sowie Büro und
Verwaltung wurden die Veränderungen am Arbeitsmarkt vor dem
Hintergrund der Digitalisierung untersucht. Die entscheidende Frage
lautete: „Welche Kompetenzen werden benötigt, um diese
Herausforderungen zu meistern?“ Insgesamt haben 125 Expertinnen und
Experten aus Unternehmen und Ausbildungs- und
Sozialpartnereinrichtungen das Thema analysiert. „Die Ergebnisse
liegen nun vor, fließen in die Weiterbildungsangebote des AMS ein,
werden den Unternehmen für ihre betrieblichen Weiterbildungen zur
Verfügung gestellt und sollen auch als Input für das Bildungssystem
und die Politik verstanden werden“, erklärte Johannes Kopf, Vorstand
des Arbeitsmarktservice (AMS) Österreich.
IT-Grundverständnis und fachliches sowie IT-Know-how gefragt
Die zentralen Auswirkungen der Digitalisierung sind Transformation
und eine höhere Geschwindigkeit. Es geht nicht nur darum einzelne
Tools zu beherrschen, schon morgen gibt es eine neue Version oder ein
anderes Produkt. Ein digitales Grundverständnis ist die Basis für
eine gelungene Transformation, denn nur wer versteht, wie „das Ding“
funktioniert, kann es auch umfassend nutzen. Digitale Tools sind
bislang stark textbasiert, durch ihren vermehrten Einsatz sind viel
stärker als früher Lese- und Schreibkompetenz vorausgesetzt. Darüber
hinaus ist natürlich IT-Fachkompetenz in allen ihren Variationen
heute und in Zukunft gefragter denn je.
Wissen über Datenschutz und Datenverwertung
Daten sind das neue Gold der digitalen Welt. Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter in allen Branchen benötigen ein gewisses Maß an Wissen
über Datenschutz und Datenverwertung. Vom Verkäufer, der über
Datennutzung im Kundenbindungsprogramm informiert über die Social
Media Spezialistin, die spezielle Zielgruppen für ein Hotel
ansprechen will. Auf Spezialistenebene sind Expertinnen und Experten
für Data Science und Data Analytics mit analytischen Fähigkeiten und
Prozesswissen stark gefragt.
Aus- und Weiterbildung als Schlüssel
Die Digitalisierung verändert Berufe und Fähigkeiten, verändert
Prozesse, Workflows und Tätigkeitsprofile. Klassische
Sekretariatstätigkeiten haben sich in Assistenzaufgaben verwandelt,
Rezeptionistinnen und Rezeptionisten machen auch Social Media
Betreuung und Instandhaltungstechniker/innen müssen Grundlagen des
Programmierens beherrschen. Digitalisierung macht daher laufende Aus-
und Weiterbildung notwendig.
Tätigkeiten ändern sich – Kompetenzprofile schärfen sich
„Digitalisierung braucht nicht nur technisches KnowHow – das wurde
viel zu lang in den Unternehmen gedacht. Viele Beispiele zeigen, dass
durch digitale Neuerungen veränderte „analoge“ Fähigkeiten gebraucht
werden“, so Johannes Kopf. Die Anforderungen an die Kern-Kompetenz
der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter haben sich durch die
Digitalisierung nicht verändert. Im Gegenteil, die Digitalisierung
verstärkt den Bedarf an Fachkompetenzen, anstatt sie zu ersetzen. Die
Kombination von Fachwissen, Prozesswissen und „Hausverstand“ wird
durch die kollaborative Arbeit mit digitalen Tools immer wichtiger.
Innovative Dienstleistungen, vielschichtige Geschäftsmodelle und
komplexe Kommunikationskanäle führen zu einer Ausdifferenzierung und
Schärfung von Kompetenzprofilen.
Soziale und methodische Kompetenzen werden immer wichtiger
Digitalisierung kann vieles erleichtern, beim Umgang damit sind aber
menschliche Qualitäten wie soziale oder methodische Kompetenzen
gefragt. Der Geschwindigkeit und Veränderung, mit der die
Digitalisierung die Arbeitswelt transformiert, kann nur mit Offenheit
und Lernbereitschaft begegnet werden. Durch die neuen Strukturen ist
mehr Kommunikationskompetenz gefragt. „Digitale Etikette“ wird
genauso wichtig, wie die Gestaltung der Informationsflüsse und
Projektabläufe. Interdisziplinäre Teams machen interdisziplinäres
Denken und Prozessverständnis notwendig.
Digitalisierung als Werkzeug und Ergänzung
Digitalisierung kann nur funktionieren, wenn sie einen Mehrwert
schafft. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden digitale Tools und
Systeme nur produktiv einsetzen können, wenn sie ihnen auch einen
Nutzen bringen. Und idealerweise machen digitale Werkzeuge Ressourcen
frei, damit sich ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf ihre
Kernkompetenzen – von der Verkaufsberatung bis zum Schalungsbau –
konzentrieren können.
Digitalisierung verändert Strukturen und Prozesse
„Eine andere Unternehmenskultur ist nötig!“, waren sich die
Unternehmen einig. Die Dynamik der Digitalisierung muss auf die
Organisation sowie auf deren Prozesse und Abläufe übertragen werden.
Traditionelle Strukturen werden von temporären Projektteams abgelöst,
deren Mitglieder aus den unterschiedlichen Hierarchien und
Fachabteilungen kommen. Möglich machen diese neuen Arbeitsweisen
digitale Tools, die virtuelle Teams und gemeinsames Daten- und
Wissensmanagement ebenso meistern wie flexible Arbeitsplätze und
Telearbeit.
Ohne digitale Gesamtstrategie geht’s nicht mehr
Das heißt Digitalisierung ist ein wesentliches Thema für
Führungskräfte. Digitalisierung heißt nicht, nur ein paar Tools
einzukaufen. Ohne eine Gesamtstrategie, die auf die Transformation
und Adaption der Prozesse abzielt, werden Geschäftsmodelle nicht
aufgehen, teure Investitionen verwaisen und vor allem
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter werden nicht mitziehen. Wer an den
Bedürfnissen, Kompetenzen und Ressourcen der Mitarbeiterinnen und
Mitarbeiter vorbeidigitalisiert, dessen Bemühungen werden ins Leere
gehen.
Digitales Lernen als Chance
Mit digitalen Tools und Systemen kann Lernen und Wissenstransfer
unterstützt werden. E-Learning, Blended Learning, Microlearning,
Virtual Reality, Augmented Reality, Webinare etc. sind nur einige der
möglichen Konzepte und Technologien. An verschiedene Zielgruppen
angepasst, kann ihr Potential einen wertvollen Beitrag zur
Weiterentwicklung liefern.
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