Hygiene, Haltbarkeit und Ökobilanz: Österreicher bevorzugen Kunststoffverpackungen

Umfrage: Kunststoffverpackungen am besten dazu geeignet, Lebensmittelabfälle zu reduzieren

Wien (OTS) - Das Thema Kunststoff und Verpackungen wird seit einiger Zeit kontrovers in Österreich diskutiert – leider oft zu emotional und wenig faktenbasiert. Befragt man die Bürger direkt zum Thema Verpackungen und Lebensmittel, zeigt sich ein differenzierteres Bild. Dort, wo es um Gesundheit und Haltbarkeit von Nahrung geht, bevorzugen die Österreicher Kunststoffverpackungen. Das ergab eine aktuelle, von market durchgeführte Umfrage* zum Thema Lebensmittelverpackungen im Auftrag des Fachverbands der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO). 40 Prozent der Befragten gaben an, Verpackungsmaterial aus Kunststoffen (inkl. beschichtetem Papier) bei Lebensmitteln wie Fleisch, Wurst, Käse, Obst, Gemüse oder bei Milchprodukten zu bevorzugen. Danach folgen Glasverpackungen mit 18 Prozent vor Papier mit 17 Prozent. Jeder siebte Befragte (15 Prozent) fand alle Verpackungen gleich gut. Als wichtigste Gründe für den Vorzug von Kunststoffverpackungen bei Lebensmitteln wurden Haltbarkeit und Hygiene genannt. Konkret gaben 70 Prozent der Österreicher an, Verpackungsmaterial aus Kunststoffen als besonders hygienisch zu empfinden. Danach folgt Glas mit 51 Prozent vor Papier mit 12 Prozent und Metall mit 10 Prozent. Alle Verpackungsarten gleich hygienisch fanden 12 Prozent. Ähnlich deutlich fielen die Angaben bei der Haltbarkeit aus. 66 Prozent sprachen sich für Kunststoffverpackungen aus, vor 51 Prozent Glas, 15 Prozent Metall und 6 Prozent für Papier. Alle Verpackungsarten gleich bewerten in dieser Frage 10 Prozent. Mit ihrer Einschätzung zur Wichtigkeit von Haltbarkeit und Hygiene liegt die heimische Bevölkerung auch auf gleicher Linie mit nationalen und internationalen Experten. Erst kürzlich betonten Vertreter der europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA, des Sozialministeriums und der AGES öffentlich, dass krankmachende Keime zu den Top-Risiken für die Sicherheit von Lebensmitteln in Europa und weltweit zählen. „Die Ergebnisse der Studie zeigen deutlich, welche wichtige Rolle Kunststoffe bei der Verpackung von Lebensmitteln spielen. Wenn es bei Nahrungsmitteln um die eigene Gesundheit und die der Familie geht, entscheiden sich viele Österreicherinnen und Österreicher für die sicherste Verpackung. Kunststoffe sind immer noch am besten geeignet, Lebensmittel keimfrei und sauber zu halten“, erklärt Helmut Schwarzl, Obmann der Berufsgruppe Kunststoffindustrie im FCIO, die Ergebnisse der Studie.

Gute Ökobilanz bei Nahrungsmittelverpackungen Pflicht

Eine große Überraschung bei der Befragung ergaben die Antworten zum ökologischen Fußabdruck von Verpackungen. Trotz des anhaltenden Anti-Plastik-Hypes gab eine Mehrheit von 42 Prozent an, dass Kunststoff, unter Berücksichtigung von Energie- und Ressourcenverbrauch, eine bessere Ökobilanz als andere Materialien habe. 31 Prozent teilten diese Meinung nicht, 28 Prozent machten dazu keine Angabe. Drei Viertel der Befragten gab auch an, bei Entscheidungen im Alltag auf Ökobilanzen zu achten. „Es ist erfreulich, dass ein großer Teil der Bevölkerung über die Vorteile von Kunststoffen im Lebensmittelbereich informiert ist. Neben der Abfallvermeidung spielt bei Verpackungen eben auch der Klimaschutz eine Rolle. Und bei geringem Energie- und Rohstoffverbrauch liegen Kunststoffverpackungen klar vorne. Würden wir diese durch andere Materialien ersetzen, hätten wir 2,7-mal so viel Treibhausgase bei der Verpackungsproduktion“, so Schwarzl. Bei der Frage, welche Eigenschaften bei der Verpackung von Lebensmitteln den Österreichern besonders wichtig sind, stehen die Themen Gesundheit und Umwelt ganz weit oben. Der überwiegende Teil der Befragten will, dass möglichst wenig Verpackungsmaterial eingesetzt wird (91 Prozent). Beinahe gleichauf liegt der Wunsch nach Recycelbarkeit (90 Prozent). Neun von zehn Österreichern ist auch besonders wichtig, dass die Lebensmittelverpackungen für Hygiene sorgen (89 Prozent) sowie ein geringer Energie- und Rohstoffverbrauch bei der Produktion (87 Prozent). An fünfter Stelle wird der Erhalt der Sauberkeit von Nahrungsmitteln genannt (86 Prozent), dicht gefolgt vom Wunsch nach Keimfreiheit durch die Verpackung, Schutz vor Beschädigung und einer guten Ökobilanz (alle 84 Prozent). „Die Prioritäten der Österreicher bei Lebensmittelverpackungen zeigen, wie wichtig die Themen Gesundheit und Umwelt in diesem Bereich sind. Darauf reagieren auch die Produzenten. Der Schutz der Nahrung, gute Rezyklierbarkeit und Ökobilanzen und die Materialreduktion stehen ganz oben bei der Entwicklung und Verbesserung von Verpackungen“, erläutert Schwarzl die Optimierungs-Ansätze der Kunststoffindustrie.

Lebensmittelabfälle wären ohne Kunststoffverpackungen deutlich höher

Ein weiterer wichtiger Bereich, in dem Kunststoffe eine zentrale Rolle spielen, ist das Thema Nahrungsmittelabfälle. Von allen Verpackungsmaterialien sind Kunststoffe am besten dazu geeignet, Lebensmittel lange haltbar zu machen und somit Verluste bei der Nahrung zu reduzieren. Wie eine Studie des Umweltberatungsunternehmens „denkstatt“ gezeigt hat, können die Haltbarkeit durch Kunststoffverpackungen deutlich gesteigert und die Abfälle stark vermindert werden. Bei Fleisch erhöht sich durch das Einschweißen in Kunststoff die Haltbarkeit von sechs auf 16 Tage im Vergleich zu Ware die über die Frischetheke vertrieben wird. Die Abfallmenge sinkt um 16 Prozent. Bei Hartkäse reduzieren sich die Abfälle durch Kunststoffe im selben Setting von fünf Prozent der gesamten Menge auf 0,14 Prozent. Bei Backwaren wie Hefezöpfen sinkt die Abfallquote von 11 auf 0,8 Prozent. Kunststoffverpackungen sind also ein wichtiger Faktor im Kampf gegen Nahrungsabfälle. Das sehen auch die Österreicher in der Umfrage so. Über 90 Prozent sehen die Lebensmittelverschwendung als drängendes Problem, das gelöst werden muss. Bei der Frage, welches Verpackungsmaterial am besten dazu geeignet ist, Lebensmittelabfälle zu reduzieren, stimmen 25 Prozent für Kunststoffverpackungen. Knapp dahinter folgt Glas mit einer Zustimmung von 23 Prozent vor Papier mit neun und Metall mit drei Prozent. 18 Prozent sehen alle Materialien als gleich gut geeignet an, 23 Prozent machen keine Angaben. „Es braucht eine Vielzahl an unterschiedlichen Maßnahmen, um Lebensmittelverschwendung zu bekämpfen. Von der Produktion über den Transport bis hin zu mehr Aufklärung über die Bedeutung von Ablaufdaten. Gerade auch Kunststoffverpackungen leisten einen wertvollen Beitrag durch die Verlängerung der Haltbarkeit. Das ist auch wichtig beim Thema CO2. Denn jedes weggeworfene Nahrungsmittel ist eine sinnlose Belastung für das Klima“, so Helmut Schwarzl.

*Die Umfrage wurde Ende September 2019 von market - Institut für Markt-, Meinungs- und Mediaforschung durchgeführt. Die Befragten wurde repräsentativ für die österreichische Bevölkerung zwischen 16 und 70 Jahren ausgewählt. Methode: Online-Interviews, N=993, max. statistische Schwankungsbreite +/- 3,17 Prozent.

Über den FCIO:

Der Fachverband der Chemischen Industrie Österreichs (FCIO) ist die gesetzliche Interessenvertretung der chemischen Industrie in Österreich. Derzeit vertritt der Verband etwa 250 Unternehmen aus der chemischen Industrie, welche neben der Kunststoff- und Pharmaindustrie auch die Produktion von organischen und anorganischen Chemikalien, Chemiefasern und Lacken umfassen. Mehr als 45.000 Beschäftigte in der chemischen Industrie haben 2018 Waren im Wert von über 16 Milliarden Euro hergestellt. Der FCIO setzt sich für einen ökonomisch, ökologisch und sozial nachhaltigen und attraktiven Chemiestandort Österreich mit einem forschungs- und technologiefreundlichen Umfeld ein. www.fcio.at

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