• 23.11.2019, 09:00:17
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„profil“: Ibiza-Video – Straches Telefonate

Knapp vor Veröffentlichung des Ibiza-Videos rief Heinz-Christian Strache René Benko und Kathrin Glock an.

Utl.: Knapp vor Veröffentlichung des Ibiza-Videos rief
Heinz-Christian Strache René Benko und Kathrin Glock an. =

Wien (OTS) - Wie das Nachrichtenmagazin „profil“ in seiner aktuellen
Ausgabe berichtet, führten der damalige FPÖ-Vizekanzler
Heinz-Christian Strache und der frühere freiheitliche Klubobmann
Johann Gudenus vor der Veröffentlichung des Ibiza-Videos eine Reihe
brisanter Telefonate. Am 15. Mai 2019 – zwei Tage vor der
Video-Veröffentlichung – waren Strache und Gudenus von der
„Süddeutschen Zeitung“ und dem Hamburger Nachrichtenmagazin „Der
Spiegel“ mit einer Reihe von Fragen konfrontiert worden. Kaum eine
halbe Stunde nach Empfang der Medienanfrage rief Strache den Gründer
der Signa-Gruppe, Immobilieninvestor René Benko, an. Dies zeigt eine
Rufdatenrückerfassung der „Soko Ibiza“. Ein entsprechender
Anlassbericht vom 8. August 2019 liegt „profil“ vor. Über Benko hatte
Strache auf Ibiza gesagt, er zahle „die ÖVP und uns“.
Darüber hinaus telefonierte Strache mit Kathrin Glock, der Ehefrau
des Waffenindustriellen Gaston Glock, sowie mit einer weiteren
Nummer, die Ermittler der Glock GmbH zuordnen. Auch die Firma Glock
war auf Ibiza ein zentrales Gesprächsthema. Alle im Video genannten
Personen und Unternehmen haben stets betont, zu keinem Zeitpunkt
Spenden an die FPÖ oder dieser nahestehenden Vereinen geleistet zu
haben.

Bis zur Veröffentlichung des Videos gab es zudem mehrere
Telefonate zwischen Strache und dem damaligen Bundeskanzler Sebastian
Kurz.

Johann Gudenus wiederum stand laut Anlassbericht im Zeitraum 15.
Mai 2019 bis 17. Mai 2019 „hauptsächlich mit Telefonnummern, die dem
Freiheitlichen Bildungsinstitut zuzurechnen sind, sowie Hubert
Gorbach, der Österreichisch Russischen Freundschaft (Anm.: gemeint
ist wohl die Freundschaftsgesellschaft) und auch mit Markus Tschank
in Kontakt“. Tschank war eine zentrale Figur im blauen
Vereinsnetzwerk, das rund 1,5 Millionen Euro an Spenden, Sponsorings
und Subventionszusagen sammelte. Im Ibiza-Video beschrieb Strache,
wie über Vereinskonstruktionen Parteispenden am Rechnungshof
vorbeigeschleust werden könnten.

Signa bestätigte auf Anfrage von „profil“ einen „telefonischen
Kontakt, in welchem Herr Strache Befürchtungen zur Existenz eines
ominösen Videos geäußert hat und dass eventuell missverständliche
Äußerungen und haltlose Behauptungen in diesem Video aufgestellt
werden. Herr Strache hat sämtliche dieser falschen und haltlosen
Aussagen auch später öffentlich zurückgenommen und sich davon
distanziert. Wir erachten diese Angelegenheit damit als erledigt.“
Tschank teilt mit: „Im Zusammenhang mit der aktuellen medialen
Berichterstattung habe ich mir nichts vorzuwerfen.“

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