Dritte Piste am Flughafen Wien kann kein Staatsziel sein!

Staatliche Geldgeschenke an die Airlines sind ungerecht und zerstören das Klima.

Wien (OTS) - Für Politiker, die unsere Zukunft im Blick haben, darf die 3. Piste auf Grund ihrer enormen Klimaschädlichkeit kein Staatsziel sein! Die Behauptung, dass mehr Flugverkehr in Wien gar nicht klimaschädlich sein kann, da ja sonst einfach woanders geflogen werden würde, ist Unsinn. Denn derzeit wird nur deshalb so viel von, nach und über Wien geflogen, weil der Flughafen den Airlines enorme Incentives zahlt, mit denen diese ihre Lockangebote finanzieren. Dieser Nachlass führt laut Geschäftsbericht des Flughafens 2018 auch zu geringeren Erlösen. Geld, das den Aktionären und damit auch der Bevölkerung jener Bundesländer vorenthalten wird, die den Flughafenausbau seinerzeit mitfinanziert haben.

Gleichzeitig bedeutet mehr Flugverkehr eine höhere Umwelt- und Gesundheitsbelastung durch Fluglärm - mit entsprechenden Kosten für die Bundesländer bzw. den Staat Österreich. Dafür zahlen die Airlines keinen Beitrag, sind sie doch zum Unterschied von allen anderen von der Mineralölsteuer und praktisch auch von der Umsatzsteuer befreit. Dazu kommt, dass am Flughafen Wien ausschließlich ausländische Fluglinien um die Vorherrschaft kämpfen, darunter hauptsächlich Low-Cost Fluglinien, die ihre Gewinne großteils gar nicht in Österreich versteuern. Vor dem Hintergrund der bereits deutlich merkbaren Klimakrise ist es höchste Zeit, die Verkehrsträger entsprechend ihrer Umweltschädlichkeit zu besteuern. Daher sollte der Flugverkehr nicht weniger, sondern deutlich mehr Mineralöl- und Umsatzsteuer zahlen als der Straßen- und Schienenverkehr.

Es ist auch nicht einzusehen, warum die Ultra-Feinstaub-Oase Flughafen von der Grundsteuer befreit ist, was ja auch dazu führt, dass an diesem Standort Projekte errichtet werden, die schon aus Gesundheitsgründen mehr als bedenklich sind. Nicht zuletzt wäre von einem Flughafen auch zu fordern, dass er Infrastrukturprojekte so plant, dass die Umgebung möglichst wenig in Mitleidenschaft gezogen wird. Eine 3. Piste geht auch aus diesem Blickwinkel in die falsche Richtung, würde sie doch den Flugverkehr auf Wien und dessen dicht besiedeltes Umland noch stärker konzentrieren. Das wird auch daran deutlich, dass die aus Steuermitteln zur Entlastung Wiens finanzierte 2. Piste damit weitgehend stillgelegt würde.

Weiters stellt sich die Frage der wirtschaftlichen Sinnhaftigkeit einer 3. Piste am Flughafen Wien. Entsprechende Berechnungen werden der Öffentlichkeit nach wie vor vorenthalten. Vielleicht nicht ganz ohne Grund, ist doch nicht auszuschließen, dass diese auf ähnlich realitätsfremden Annahmen beruhen, wie andere Aussagen der Flugverkehrslobby.

Sicher ist, dass das Milliardenprojekt, welches das Klima jährlich mit unfassbaren 12 Mio. Tonnen CO2 Äquivalenten belasten würde und auch dringend benötigtes wertvollstes Ackerland für immer zerstören würde, volkswirtschaftlich unsinnig ist und daher kein Staatsziel sein kann!

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BI „Liesing gegen Fluglärm und gegen die 3. Piste“
Email: liesing@fluglaerm.at
Infos http://liesing.fluglaerm.at

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