Global Terrorism Index 2019: Todesfälle durch Terrorismus in den letzten vier Jahren um 50 % gesunken, aber die Zahl der vom Terrorismus betroffenen Länder wächst

London (ots/PRNewswire) -

  • Die Zahl der Todesfälle durch Terrorismus ist im Jahr 2018 um 15,2 Prozent auf 15.952 weltweit gesunken. Dies ist das vierte Jahr in Folge, das eine Verbesserung aufweist.
  • Der Taliban hat ISIL überholt, und ist damit die tödlichste terroristische Gruppe der Welt, mit einer 71-prozentigen Zunahme der Todesfälle durch Terrorismus. Die Gruppe war 2018 für 38 Prozent aller Todesfälle durch Terroristen weltweit verantwortlich.
  • 98 Länder zeigten in diesem Jahr eine Verbesserung und 40 eine Verschlechterung - dies ist somit seit 2004 die höchste Anzahl von Ländern, die sich gegenüber dem Vorjahr verbessern konnten.
  • Der Terrorismus bleibt nach wie vor eine globale Sicherheitsbedrohung, da 71 Länder 2018 mindestens einen Todesfall verzeichnen - die zweithöchste Zahl von Ländern seit 2002 und vier mehr als 2017.
  • In Europa sanken die Todesfälle um 70 Prozent, wobei Westeuropa die niedrigste Zahl von Vorfällen seit 2012 verzeichnete.
  • Im dritten Jahr in Folge hat der rechtsextreme Terrorismus in Westeuropa, Nordamerika und Ozeanien zugenommen, wobei die Zahl der Todesfälle 2018 um 52 Prozent gestiegen ist . Dieser Trend hat sich bis ins Jahr 2019 fortgesetzt, mit 77 Todesfällen bis Ende September 2019.
  • Die globalen wirtschaftlichen Auswirkungen des Terrorismus beliefen sich 2018 auf 33 Mrd. US-Dollar, ein Rückgang von 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Laut dem Global Terrorism Index (GTI) von 2019 sanken die Todesfälle durch Terrorismus zum vierten Mal in Folge, nachdem sie 2014 ihren Höhepunkt erreicht hatten. Die Zahl der Todesfälle ist seit 2014 um 52 Prozent zurückgegangen und sank von 33.555 auf 15.952. Der jährliche Global Terrorism Index, der nun in seinem siebten Jahr erscheint, wird vom Institute for Economics & Peace (IEP) entwickelt und bietet die umfassendste Ressource zu globalen Terrortrends.

Die Gesamtzahl der Todesfälle sank 2018 um über 15 Prozent, wobei die größten Rückgänge im Irak und in Somalia aufgrund der Niederlage des Islamischen Staates im Irak und der Levante (ISIL) im Irak und der von den USA geführten Luftangriffe auf Al-Shabaab zu verzeichnen waren. Der Rückgang der Todesfälle spiegelte sich auch in den Länderwerten wider: 98 Länder weisen eine Verbesserung auf, während 40 Länder eine Verschlechterung zeigten. Dies ist die höchste Zahl von Ländern, die seit 2004 eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr verzeichnet haben.

Der GTI ergab zwar, dass die Auswirkungen des Terrorismus abnehmen, zeigt aber auch, dass der Terrorismus immer noch weit verbreitet ist und zunimmt, wobei 71 Länder mindestens einen Todesfall zu verzeichnen haben. Dies ist die zweithöchste Zahl seit Beginn des Jahrhunderts.

  • Die Zahl der Länder, die einen Tod durch Terrorismus verzeichnen, stieg im Jahr 2018 von 67 auf 71.
  • Afghanistan verzeichnete mit einem Plus von 59 Prozent gegenüber dem Vorjahr den größten Anstieg der Todesfälle durch Terrorismus und liegt nun an der Spitze des Index.
  • Zum ersten Mal seit 2003 war der Irak nicht das Land, das am stärksten vom Terrorismus betroffen war.
  • Außer Afghanistan verzeichneten 2018 nur drei weitere Länder - Nigeria, Mali und Mosambik - einen deutlichen Anstieg der Todesfälle durch Terrorismus. Jedes dieser Länder verzeichnete mehr als 100 zusätzliche Todesfälle.
  • Südasien hatte seit 2002 die größten Auswirkungen des Terrorismus, während Mittelamerika und die Karibikregion die geringsten Auswirkungen hatten.

Steve Killelea, Executive Chairman des IEP, erläutert die Ergebnisse: "Die Forschung des IEP kommt zu dem Schluss, dass Konflikte und Staatsterror die Hauptursachen für Terrorismus sind. Im Jahr 2018 ereigneten sich über 95 Prozent der Todesfälle durch Terrorismus in Ländern, die bereits in einen Konflikt verwickelt waren. In Kombination mit Ländern mit hohem politischem Terror steigt die Zahl auf über 99 Prozent. Von den 10 Ländern, die am stärksten vom Terrorismus* betroffen sind, waren alle letztes Jahr in mindestens einen gewaltsamen Konflikt verwickelt."

Für Nordamerika, Westeuropa und Ozeanien hat die Gefahr eines rechtsextremen politischen Terrorismus in den letzten fünf Jahren zugenommen, wobei 19 Länder in diesem Zeitraum von Angriffen betroffen waren. In diesen Regionen stiegen die Angriffe durch rechtsextreme Gruppen oder Personen zwischen 2014 und 2018 um 320 Prozent. Dieser Trend hat sich bis ins Jahr 2019 fortgesetzt, wobei 77 Todesfälle von Anfang des Jahres bis Ende September auf den rechtsextremen Terrorismus zurückzuführen sind. Im Gegensatz zum islamistischen Terrorismus behauptete keiner der Täter im Jahr 2018, Mitglied einer organisierten terroristischen Gruppe zu sein, was es für Sicherheitsorganisationen schwierig macht, solche Angriffe zu verhindern.

Der Anstieg der terroristischen Aktivitäten in Afghanistan, verbunden mit dem Rückgang der Konflikte in Syrien und im Irak, führte dazu, dass der Taliban ISIL im Jahr 2018 als tödlichste Terrorgruppe der Welt überholte. Die Zahl der dem Taliban zugeschriebenen Todesfälle stieg um knapp 71 Prozent auf 6.103 und machte 38 Prozent aller Todesfälle weltweit aus. Demgegenüber sanken die ISIL zugeschriebenen Todesfälle weltweit um knapp 70 Prozent von 4.350 im Jahr 2017 auf 1.328 im Jahr 2018.

Einige ISIL-Mitgliedsgruppen haben jedoch einen Anstieg der terroristischen Aktivitäten verzeichnet. Das Khorasan Chapter des ISIL war 2018 die vierttödlichste Terrorgruppe mit über tausend Todesfällen, wobei die Mehrheit dieser Todesfälle in Afghanistan stattfand. Insgesamt gab es dreizehn Gruppen oder Bewegungen, die 2018 jeweils mehr als hundert Menschen töteten.

Auch die Beteiligung von Frauen am Terrorismus hat zugenommen, obwohl sie immer noch einen kleinen Prozentsatz aller Anschläge ausmacht. In den letzten fünf Jahren hat sich der Trend verschärft: Zwischen 2013 und 2018 stieg die Zahl der weiblichen Selbstmordattentate um 450 Prozent. Im Gegensatz dazu sanken die männlichen Selbstmordattentate im gleichen Zeitraum um 47 Prozent. Der größte Teil dieses Anstiegs ist auf Boko Haram zurückzuführen, der in den letzten fünf Jahren fast 80 Prozent aller weiblichen Selbstmordattentate ausmachte.

In Europa sank die Zahl der Todesfälle durch Terrorismus zum zweiten Mal in Folge von über zweihundert im Jahr 2017 auf 62 im Jahr 2018. Nur zwei Angriffe töteten fünf oder mehr Menschen.

Steve Killelea erklärt: "Der Zusammenbruch von ISIL in Syrien und im Irak war einer der Faktoren, die es Westeuropa ermöglichte, die niedrigste Zahl von Vorfällen seit 2012 zu verzeichnen. Dieser Gruppe wurden im Jahr 2018 keine Todesfälle zugeschrieben. Die Situation ist jedoch nach wie vor unbeständig, da große Teile Syriens umstritten sind und viele kleinere Gruppen, die mit den ISIL-Philosophien sympathisieren, aktiv sind. Weitere islamistische Angriffe in Europa sind also möglich."

Der Rückgang des Terrorismus ging auch mit einer Verringerung der globalen wirtschaftlichen Auswirkungen des Terrorismus einher, der 2018 um 38 Prozent auf 33 Mrd. US-Dollar zurückging. Im Vergleich zu anderen Formen der Gewalt wie Mord, bewaffneter Konflikt und Militärausgaben macht der Terrorismus einen kleinen Prozentsatz der gesamten globalen Kosten der Gewalt aus, die 2018 14,1 Billionen US-Dollar betrugen. Die tatsächlichen wirtschaftlichen Auswirkungen des Terrorismus dürften jedoch viel höher ausfallen, da diese Zahlen nicht die indirekten Auswirkungen auf Unternehmen, Investitionen und die Kosten der Sicherheitsbehörden bei der Terrorismusbekämpfung berücksichtigen.


Hinweise für Redakteure Der vollständige GTI 2018-Bericht und die interaktive Karte sind verfügbar unter: www.visionofhumanity.org
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*10 Länder, die am stärksten vom Terrorismus betroffen sind

1) Afghanistan 2) Irak 3) Nigeria 4) Syrien 5) Pakistan 6) Somalia 7) Indien 8) Jemen 9) Philippinen 10) Demokratische Republik Kongo



Global Terrorism Index (GTI)

Der GTI des Institute for Economics & Peace bietet eine umfassende Zusammenfassung der wichtigsten globalen Trends und Muster des Terrorismus der letzten 18 Jahre. Der Bericht stuft 163 Länder (99,7 Prozent der Weltbevölkerung) danach ein, wie stark sie von Terrorismus betroffen sind. Die Indikatoren umfassen die Anzahl der terroristischen Vorfälle, Todesfälle, Verletzungen und Sachschäden.



Globale Terrorismusdatenbank

Der GTI verwendet Daten aus den Datensätzen zum Thema Terrorismus der Global Terrorism Database (GTD) des National Consortium for the Study of Terrorism and Responses to Terrorism (START), einer Abteilung des Homeland Security Center of Excellence unter der Leitung der University of Maryland. Diese Daten bieten die umfassendste Ressource zu globalen terroristischen Trends.



Institute for Economics & Peace

Das Institute for Economics & Peace (IEP) ist der weltweit führende Think-Tank für die Entwicklung von Kennzahlen zur Friedensanalyse und zur Quantifizierung des wirtschaftlichen Wertes. Dies geschieht durch die Entwicklung globaler und nationaler Indizes, einschließlich des jährlichen Weltfriedensindex, die Berechnung der wirtschaftlichen Kosten von Gewalt und das Verständnis eines positiven Friedens.

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