• 14.11.2019, 15:23:07
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  • OTS0197

ORF-DialogForum: „Occupy Internet: Der ‚gute‘ Algorithmus“

Aufzeichnung am 5. und 6. Dezember in ORF III

Utl.: Aufzeichnung am 5. und 6. Dezember in ORF III =

Wien (OTS) - Niemand kennt ihn, aber alle fürchten ihn. Viele haben
Angst davor, dass er uns bereits unbemerkt steuert und manipuliert.
Die Rede ist vom Algorithmus, dem Steuerungscode, der in den
digitalen Kommunikationstechnologien darüber entscheidet, wie
Nachrichten gereiht werden und wer welche Informationen erhält. Was
sind die politischen, sozialen und ethischen Folgen einer
„Algorithmen-getriebenen“ Medienwelt? Müssen wir uns vor den
Anwendungen der Künstlichen Intelligenz in den Medien fürchten oder
gibt es auch gesellschaftsverträgliche Lösungen im Umgang damit? Was
sind die politischen, sozialen und ethischen Folgen einer
„Algorithmen-getriebenen“ Medienwelt? Gibt es einen „guten“
Algorithmus?

Diese Fragen standen am Mittwoch, dem 13. November 2019, im
Mittelpunkt des ORF-DialogForum „Occupy Internet: Der ‚gute‘
Algorithmus“, das in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftsfonds FWF
veranstaltet wurde.

Unter der Leitung von Klaus Unterberger, ORF Public Value, und nach
einer Begrüßung von Klement Tockner, Präsident des FWF, diskutieren
Astrid Mager vom Institut für Technikfolgenabschätzung und
Richter-Stelleninhaberin des FWF, Thomas Lohninger, epicenter.works,
Matthias Kettemann, Leibniz-Institut für Medienforschung in Hamburg,
und Franz Manola, ORF-Plattformmanagement.

FWF-Präsident Klement Tockner: „Eine Demokratie braucht sowohl
öffentlichen Diskurs als auch wissenschaftliche Evidenz. In Zeiten
empörungsgetriebener Konkurrenz aus dem Netz nehmen
öffentlich-rechtliche Medien wie der ORF eine besonders
unverzichtbare Rolle ein. Den Algorithmen aus dem Silicon Valley ist
es egal, ob eine Studie wahr oder falsch ist oder ob eine Geschichte
einer Recherche standhält. Einzig das Aufmerksamkeitspotenzial zählt
und zahlt.“

Thomas Lohninger, epicenter.works: „Die wilde Zeit des Internets ist
fast vorbei. Heute sind Konzerne und Staaten sehr geschickt darin,
aus digitaler Technik Überwachungs- und Kontrollinstrumente zu bauen.
Die grundlegenden netzpolitischen Weichenstellungen werden in unserer
Generation entschieden, die einzige offene Frage ist, ob das weiter
nach dem Recht des Stärkeren oder demokratisch, mit Blick auf unsere
Grundrechte passieren wird.“

Astrid Mager, Institut für Technikfolgenabschätzung,
Richter-Stelleninhaberin des FWF: „Auf europäischer Ebene wäre auch
die Entwicklung einer öffentlich-rechtlichen Social-Media-Plattform
denkbar. Oder ein offener, freier Web-Index im Bereich Suchmaschinen,
der unabhängig ist von Firmeninteressen, sondern der Allgemeinheit
zur Verfügung steht, wie es die Initiative ,Open Web Index‘ fordert.“

Franz Manola, ORF-Plattformmanagement: „Das ORF-Publikum zahlt
Gebühren für Content, der nicht einem ökonomischen Algorithmus
unterliegt, sondern von unabhängigen, kritischen Redakteurinnen und
Redakteuren aufbereitet wurde. Diesen Mehrwert liefern wir auch beim
zukünftigen ORF-Player, der als öffentlich-rechtliche Applikation
über die Bereitstellung unserer Inhalte hinaus zur Diskussion
einladen soll.“

Matthias Kettemann, Leibniz-Institut für Medienforschung, Hamburg:
„Jede Bewertung eines Algorithmus sollte anhand folgender Kriterien
vorgenommen werden: Sind die individuellen Freiheitssphären des Users
bzw. der Userin geschützt und sind gleichzeitig keine schlechten
Folgen für den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu erwarten? Nur wenn
beide Aspekte gesichert sind, kann das als klarer Kompass für die
gesellschaftliche Entwicklung der Zukunft gelten.“

Eine Aufzeichnung des ORF-DialogForums ist am Donnerstag, dem 5.
Dezember, um 23.35 Uhr und am Freitag, dem 6. Dezember um 8.50 Uhr in
ORF III und nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand
in der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) und auf zukunft.ORF.at
abrufbar.

Das ORF-DialogForum ist eine Initiative des ORF, das Gespräch mit
seinem Publikum, den österreichischen Institutionen, den
Organisationen und Gruppen der Gesellschaft zu beleben. Mehr
Information unter zukunft.ORF.at.

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