AK Niederösterreich: Zahnarzt entlässt hilfsbereite Kollegin - 3.800 Euro für 18-Jährige geholt

Bitte nach höflicherem Umgangston hatte erhebliche Folgen für Dienstnehmerin - Präsident Wieser: „Die Entlassung war ungerechtfertigt"

St. Pölten (OTS) -  

Mehr als 3.800 Euro hat die Arbeiterkammer Niederösterreich für eine 18-Jährige Zahnarztassistentin aus dem Waldviertel geholt. Sie war von ihrem Chef entlassen worden, weil sie zuvor einen Lehrling verteidigt und um einen freundlicheren Umgangston ersucht hatte. Die Betroffene wandte sich daher an die Arbeiterkammer Niederösterreich, der Fall ging vor das Arbeits- und Sozialgericht. "Die Entlassung war nicht gerechtfertigt. Der Dienstgeber musste der Frau alle offenen Ansprüche nachzahlen", sagt AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser. 

Die Herstellung von Abformmassen ist handwerkliche Präzessionsarbeit, und selbst für routinierte ZahntechnikerInnen eine echte Herausforderung. Weil der 16-jährige Lehrling im zweiten Lehrjahr mit einigen Anläufen scheiterte, rastete der Chef aus. Die 18-jährige Assistentin hörte das, ergriff Partei für den Lehrling und ersuchte um einen höflicheren Umgangston. Das war offenbar Grund genug für den Dienstgeber, die Angestellte zu entlassen.  

Mithilfe des AK-Rechtsschutzes zog die junge Frau vor das Arbeits- und Sozialgericht. Während sich der ehemalige Arbeitgeber bei der Begründung für die Entlassung in Widersprüche verwickelte, schilderten die Betroffene und Zeugen, dass das Verhalten des Chefs kein Einzelfall war. „Das Gericht bewertete die Entlassung daher als ungerechtfertigt", so AK Niederösterreich-Präsident und ÖGB NÖ-Vorsitzender Markus Wieser. Mit der Umwandlung in eine Kündigung wurden alle Ansprüche der Frau gegenüber ihres ehemaligen Chefs fällig. Am Ende erhielt die couragierte junge Zahnarztassistentin nicht nur die ihr zugesprochenen 3.862 Euro, sondern freute sich auch über eine rasch gefundene neue Arbeitsstelle. Der Lehrling wechselte ebenfalls in eine neue Praxis, wo er mittlerweile die Ausbildung fortführen kann.

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