Bad Ischl als Europäische Kulturhauptstadt 2024 empfohlen

Wien (OTS) - Bad Ischl soll Europäische Kulturhauptstadt 2024 werden. Das hat ein zwölfköpfiges Expertengremium heute nach einer zweitägigen Sitzung in Wien empfohlen.

Seit dem Start im Jahr 1985 hat sich die Initiative der Europäischen Kulturhauptstädte zu einem der ehrgeizigsten Kulturprojekte und einer der meistgeschätzten Aktivitäten der EU entwickelt. Ihr Ziel ist wichtiger denn je: Die Europäerinnen und Europäer sollen die Möglichkeit erhalten, mehr über die Kultur anderer Länder Europas zu erfahren, gemeinsame Geschichte und gemeinsame Werte zu erleben und ein Gefühl der Zugehörigkeit zur europäischen Gemeinschaft zu spüren.

Dazu Tibor Navracsics, EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport:

„Österreich wird 2024 erneut Gastland einer Europäischen Kulturhauptstadt sein. Nach Graz 2003 und Linz 2009 wird nun Bad Ischl ein Jahr lang im Rampenlicht stehen. Wir werden in der Stadt und im Salzkammergut zahlreiche kulturelle Aktivitäten erleben, die neue Zielgruppen erreichen und Kulturschaffenden vor Ort helfen werden, sich international auszurichten. Der Titel Europäische Kulturhauptstadt bietet die großartige Gelegenheit, die Kultur und das kulturelle Erbe in der Region in den Mittelpunkt zu rücken. Besucher aus Europa und der ganzen Welt werden die Region und ihren kulturellen Reichtum entdecken und die Vielfalt der Kulturen unseres Kontinents erleben können. Bad Ischl und das Salzkammergut werden sicherlich auch langfristig einen kulturellen, wirtschaftlichen und sozialen Nutzen aus dem Titel „Kulturhauptstadt Europas“ ziehen.“

Hintergrund

Für 2024 werden auf Beschluss des Europäischen Parlaments und des Rates drei europäische Kulturhauptstädte ernannt: eine in Österreich, eine in Estland und eine in einem EFTA-/EWR-Staat, einem Kandidatenland oder einem potenziellen Kandidaten für die EU-Mitgliedschaft. In der letztgenannten Kategorie setzte sich am 24./25. September in Brüssel die Stadt Bodø (Norwegen) durch. Die Endauswahl in Estland fand am 28. August in Tallinn statt, wobei Tartu das Rennen machte.

In Österreich forderte das Bundeskanzleramt interessierte Städte im Juni 2017 zur Bewerbung auf. Bis zum Ablauf der Frist am 31. Dezember 2018 kamen dem drei Städte nach: Bad Ischl, Dornbirn und St. Pölten. Die Vorauswahl fand am 30./31. Jänner 2019 statt, und die drei Städte gelangten in die nächste Runde. Sie hatten bis zum 13. Oktober 2019 Zeit, ihre Bewerbungen zu konkretisieren, und wurden anschließend zur Endauswahl am 10. und 11. November nach Wien eingeladen.

Die Anträge wurden von einem Gremium aus zwölf unabhängigen ExpertInnen geprüft, wobei zwei ExpertInnen von den zuständigen österreichischen Behörden nominiert wurden und zehn von den EU-Institutionen (Europäisches Parlament, Rat, Kommission und Ausschuss der Regionen).

Folgende sechs Kriterien spielen bei der Entscheidung eine Rolle: (i) Langzeitstrategie, (ii) kulturelle und künstlerische Inhalte, (iii) europäische Dimension, (iv) Einbindung der Gesellschaft, (v) Verwaltung und (vi) Umsetzungsfähigkeit.

Nach Plovdiv (Bulgarien) und Matera (Italien) in diesem Jahr werden nächstes Jahr Rijeka (Kroatien) und Galway (Irland) Europäische Kulturhauptstädte sein. 2021 kommen dann Elefsina (Griechenland), Timișoara (Rumänien) und Novi Sad (Serbien, EU-Beitrittskandidat) zum Zug, 2022 Kaunas (Litauen) und Esch-sur-Alzette (Luxemburg). 2023 wird Veszprém (Ungarn) eine der Kulturhauptstädte Europas sein.

Die Kulturhauptstädte gehen auf eine Initiative der damaligen griechischen Kulturministerin Melina Mercouri aus dem Jahr 1985 zurück. Ziel ist es, die kulturelle Vielfalt in Europa zu fördern, die Gemeinsamkeiten hervorzuheben und den Beitrag der Kultur zur langfristigen Entwicklung der Städte und Regionen zu stärken.

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