- 07.11.2019, 06:00:16
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Greenpeace-Marktcheck: In rund 90 Prozent des österreichischen Schweinefleischs steckt Gentechnik
Auch Schweinefleisch mit AMA-Gütesiegel nicht gentechnikfrei - kaum Bio-Schweinefleisch im Supermarkt erhältlich
Utl.: Auch Schweinefleisch mit AMA-Gütesiegel nicht gentechnikfrei -
kaum Bio-Schweinefleisch im Supermarkt erhältlich =
Wien (OTS) - Der Greenpeace-Marktcheck hat im November das Angebot
von Schweinefleisch in den Supermärkten geprüft. Das Ergebnis: Im
Großteil des handelsüblichen Schweinefleischs steckt Gentechnik –
auch in Produkten mit dem AMA-Gütesiegel. Dort mangelt es aber an
Transparenz: KonsumentInnen erfahren nicht, wenn sie Fleisch von
Schweinen kaufen, die mit Gentech-Soja aus Übersee gefüttert wurden.
Gentechnikfreies Schweinefleisch oder gar Bio-Fleisch vom Schwein
sind die Ausnahme im Regal. Einige Supermärkte bieten allerdings auch
gentechnikfreie Produkte unter ihren Eigenmarken an. Beim
Schweinefleisch-Marktcheck liegen Hofer, Interspar und Merkur
gleichauf mit einem „Befriedigend” vorne.
„Niemand möchte Gentechnik am Teller. Und niemand möchte
Waldzerstörung und Tierleid als Beilage zum Schnitzel“, sagt
Sebastian Theissing-Matei, Landwirtschaftsexperte bei Greenpeace in
Österreich. Doch auch in Österreich leben Schweine meist auf viel zu
engem Raum und fressen Gentechnik-Soja aus Übersee für das oft
wertvolle Wälder gerodet wurden. „Die Konsumentinnen und Konsumenten
bleiben im Dunkeln darüber, wie viel Gentechnik-Soja in ihrem
Schweinefleisch steckt. Denn die Produkte sind nicht gekennzeichnet“,
kritisiert Theissing-Matei. Obwohl sich eine überwältigende Mehrheit
der ÖsterreicherInnen gegen Gentech-Futtermittel ausspricht, landet
bei rund 90 Prozent der österreichischen Schweine Gentech-Soja aus
Übersee in den Trögen – sogar bei Schweinen mit dem staatlichen
AMA-Gütesiegel. Wie eine repräsentative Umfrage im Auftrag von
Greenpeace zeigt, wissen 64 Prozent der ÖsterreicherInnen nicht, dass
auch Schweine mit dem rot-weiß-roten AMA-Gütesiegel mit
Gentech-Futter aus Übersee gemästet werden.
Sechs von neun überprüften Supermarktketten bieten aber auch
gentechnikfreies Schweinefleisch an. Dabei handelt es sich um
konventionelles Schweinefleisch aus Tierwohlprojekten, in denen die
Tiere unter besseren Haltungsbedingungen leben als im Gesetz
mindestens vorgeschrieben ist. Die Schweine haben mehr Platz, fressen
gentechnikfreies Futter und haben meist Zugang zu Frischluft.
Erhältlich ist dieses Schweinefleisch unter den Marken: "Merkur Fair
zum Tier", "Fairhof" bei Hofer, "Tann schaut drauf bei Spar“,
"Hütthalers Hofkultur" bei MPreis und „AMA+, Mehr Tierwohl“ bei Lidl.
„Die Tierwohl-Initiativen der Supermärkte sehen wir sehr positiv. Sie
sind ein wichtiger Beitrag, um die Produktion von Schweinefleisch in
Österreich schrittweise zu verbessern. Derzeit decken diese Produkte
allerdings weiterhin nur einen kleinen Teil des gesamten Angebotes in
den Supermärkten ab“, so Theissing-Matei.
Konsumentinnen und Konsumenten empfiehlt Greenpeace generell seltener
zu Fleisch zu greifen, dafür dann aber zu besserem. Gentechnikfreie
Produkte erkennt man an dem grünen Ohne-Gentechnik-Logo. Darüber
hinaus sind auch alle Bio-Produkte immer 100 Prozent gentechnikfrei.
Weitere Informationen:
- Bildmaterial unter: http://bit.ly/33o0ANC
Copyright: Mitja Kobal/Greenpeace
- Marktcheck-Auswertung im Detail: http://bit.ly/2NlaBFK
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