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Kritik an Bedrohungsmanagement der Universität Wien

ÖH Uni Wien veröffentlicht Offenen Brief an das Rektorat, den Senat und den Universitätsrat der Universität Wien

Wien (OTS) - Vor zwei Wochen wurde durch die Medien bekannt, dass ein Student an der Fakultät für Physik eine halbgeladene Schusswaffe in einen vollen Hörsaal mitgenommen hatte - eine schockierende Nachricht. Nach und nach kamen immer mehr Details ans Licht: Etwa, dass dieser auf Twitter mehrere rassistische und besonders antimuslimische Tweets veröffentlicht hat, teils mit Gewaltphantasien versehen. Oder dass er nicht zum ersten Mal mit einer Waffe auf der Uni gewesen war. Der Umgang der Universität Wien mit diesem Vorfall macht uns wütend und deshalb wollen wir in einem offenen Brief darauf aufmerksam machen.

Das Bedrohungsmanagement, das Rektorat und das Dekanat der Fakultät für Physik wussten fast eine ganze Woche vor der Öffentlichkeit Bescheid. Trotzdem wurde dem Mann erst ein Hausverbot erteilt, nachdem er ein zweites Mal nachweislich gegen diese verstoßen hatte – am selben Tag, als die Medien von dem ersten Vorfall berichteten. Eine angemessene Kommunikation mit den Student_innen oder der Hochschüler_innenschaft an der Universität Wien blieb aus. Erst nach intensiven Bemühungen konnte die Studienvertretung Physik “Roter Vektor” erreichen, dass den Student_innen der Fakultät für Physik per E-Mail zumindest beratende Anlaufstellen empfohlen wurden.

Wir fordern eine lückenlose Aufklärung und Veröffentlichung der Geschehnisse, eine Evaluation des Bedrohungsmanagements und deren Mitglieder sowie eine Auseinandersetzung mit antimuslimisch-rassistischen Bedrohungen und eine Überarbeitung der Hausordnung! Angesichts der steigenden Tendenz rechtsextremer Gewalt fordern wir eine echte Unterstützung für Betroffene, das Ende der Entpolitisierung des Vorfalls und eine Schulung für alle Universitätsangestellten und Sensibilisierung zu den Themen Rassismus, Sexismus und Faschismus! Bis die Universität Wien endlich Verantwortung übernimmt, unterstützen wir weiterhin alle, die Hilfe brauchen und betroffen sind.

Offener Brief

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