Bürgermeister Michael Ludwig eröffnete den ersten Gemeindebau NEU

Bezug von 120 neuen Gemeindewohnungen; Benennung der Wohnhausanlage nach Barbara Prammer

Wien (OTS/RK) - Wien baut wieder Gemeindewohnungen. Das städtische Wohnbauprogramm umfasst rund 4.000 neue Gemeindewohnungen, die bis Ende 2020 auf Schiene gebracht sein werden. Mehrere Gemeindebau-NEU-Projekte sind weiter fortgeschritten, als erstes ist nun die Wohnhausanlage in der Favoritner Fontanastraße 3 durchs Ziel gegangen.

Seit Dezember 2017 wurde auf dem Gelände der ehemaligen AUA-Zentrale nahe dem Kurpark Oberlaa mit Hochdruck gebaut. Die Wohnhausanlage, die in knapp zwei Jahren Bauzeit fertiggestellt wurde, ist das erste Vorzeigeprojekt des international vielbeachteten Bauprogramms der Stadt. Die Stadt Wien unterstützte die Errichtung mit Fördermitteln im Umfang von 6,7 Mio. Euro, die Gesamtbaukosten machten rund 14 Mio. Euro aus.

Zahlreiche Ehrengäste, darunter auch die Familie von Barbara Prammer, folgten heute, Dienstag, der Einladung zur Schlüsselübergabe und Benennung der Wohnhausanlage. Der Wiener Stadtchef eröffnete den ersten Gemeindebau NEU gemeinsam mit der Zweiten Nationalratspräsidentin Doris Bures – sie folgte Barbara Prammer im Amt nach, Frauen- und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal, Bezirksvorsteher Marcus Franz, Wiener Wohnen-Direktorin Karin Ramser sowie WIGEBA-Direktor Ewald Kirschner.

Ludwig: Sozialer Wohnbau ist weltweites Wiener Alleinstellungsmerkmal

Rund 100 Jahre, nachdem der erste Gemeindebau in Wien errichtet wurde, ziehen die MieterInnen in die ersten neuen Gemeindewohnungen ein.

„Wien und der Wohnbau: das ist schon etwas ganz Besonderes. Nirgendwo anders hat der soziale Wohnbau eine dermaßen große, kontinuierliche und lebendige Tradition wie bei uns. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer Politik, die möglichst vielen Wienerinnen und Wienern ein qualitätsvolles und leistbares Zuhause ermöglichen will“, wie Bürgermeister Michael Ludwig betonte.

„Der soziale Wiener Wohnbau steht auf einem breiten Fundament mit unterschiedlichsten erschwinglichen Wohnungsangeboten. Wien baut diese Erfolgsgeschichte, die weltweit ein Alleinstellungsmerkmal ist, weiter aus. Der erste bezugsfertige Gemeindebau NEU im 100-Jahr-Jubiläum dieses einzigartigen Wohnbauprogramms ist mit ein Symbol für die großen Anstrengungen der Stadt, Wohnen auch in Zukunft leistbar zu halten“, so der Wiener Stadtchef.

Gaal: Zeigen, was der Gemeindebau alles leistet

„Der Gemeindebau NEU ist mehr als ein Wohnbauprogramm. Die Stadt stellt damit einmal mehr unter Beweis, was wir in Wien unter sozialem Wohnbau verstehen: nämlich leistbare Mieten bei hoher Wohnqualität, dazu beste Rahmenbedingungen für eine gute Nachbarschaft. Der erste Gemeindebau NEU in meinem Heimatbezirk Favoriten erfüllt mich mit großer Freude und Stolz“, hielt Frauen- und Wohnbaustadträtin Kathrin Gaal fest.

Franz: Grätzel mit vielen Vorzügen

„Natürlich freut es mich ganz besonders, dass der erste Gemeindebau Neu hier bei uns im 10. Bezirk errichtet wurde. Ich bin mir sicher, dass die zukünftigen Bewohnerinnen und Bewohner schon bald die vielen Vorzüge ihres Grätzels, wie den Kurpark Oberlaa und die Therme Wien, lieben lernen werden“, so Bezirksvorsteher Marcus Franz.

Benennung nach der ersten Frau an der Spitze des österreichischen Parlaments

„Barbara Prammer zeichnete sich als Mensch und Politikerin durch ihre Offenheit und ihre Bereitschaft zum Dialog aus. Sie war Familienmensch und Spitzenpolitikerin, Frauenministerin, überzeugte Sozialdemokratin und die erste weibliche Nationalratspräsidentin in der Geschichte Österreichs. Sie vermittelte ihre Vorstellung vom Zusammenleben in unserer Gesellschaft, deren Basis demokratische Kultur, Menschenrechte und ein solidarisches Miteinander sein sollten. Begegnung, Respekt und Solidarität bestimmten ihr Leben und ihre Arbeit. Werte, die ich auch der neuen Hausgemeinschaft des Barbara-Prammer-Hofs für ihr Zusammenleben wünsche“, betonte die Nachfolgerin Barbara Prammers, die nunmehrige Zweite Nationalratspräsidentin Doris Bures.

Gemeinsam mit der Schlüsselübergabe wurde der erste Gemeindebau Neu nach der 2014 verstorbenen Nationalratspräsidentin Barbara Prammer benannt. Barbara Prammer wurde am 11. Jänner 1954 in Ottnang am Hausruck geboren. In den Jahren 1997 bis 2000 war sie Bundesministerin für Frauenangelegenheiten und Verbraucherschutz. In ihre Amtszeit fiel das erste Frauenvolksbegehren, das von ihr als Frauenministerin mitunterstützt wurde. 2006 wurde Prammer zur Präsidentin des Nationalrates gewählt. Mit ihr stand erstmals eine Frau an der Spitze des österreichischen Parlaments.

Gemeindebau NEU in der Tradition von „Kunst am Bau“

Neben dem Namen des Gemeindebaus wird auch ein großflächiges Mosaik im Eingangsbereich mit Zitaten Prammers an sie erinnern. Das Kunstwerk trägt den Namen „Barbara Prammer – Wer das Ziel nicht kennt …“ und wurde inspiriert durch ihr Buch „Wer das Ziel nicht kennt, wird den Weg nicht finden“. Das Materialmosaik aus Glas, Smalten, Zement und Farbe wurde vom freischaffenden Mosaikkünstler Elio Macoritto geschaffen.

Auch in den drei Stiegenhäusern wird Kunst im wahrsten Sinne des Wortes großgeschrieben: Mit „Wir in der Fontanastraße 3“ bespielt Künstlerin Ingeborg Kumpfmüller die Fliesenwände im Eingangsbereich mit Begriffen, die sich auf das Zusammenleben beziehen. Sie sollen die Wechselwirkungen der BewohnerInnen darstellen, die nun in den Gemeindebau Neu einziehen.

Licht, Luft und Sonne in der Fontanastraße

„Mit dem Barbara-Prammer-Hof führen wir den Grundsatz des Wiener Gemeindebaus, nämlich ‚Licht, Luft und Sonne‘ zeitgemäß fort“, freute sich Wiener Wohnen-Direktorin Karin Ramser.

Die Wohnhausanlage (Architektur: NMPB Architekten) besteht aus drei Baukörpern mit jeweils vier, fünf und neun Geschoßen, die gleichzeitig auch den Rahmen für die drei Innenhöfe geben.

Auf über 8.200 Quadratmetern Wohnnutzfläche sind 120 Gemeindewohnungen Neu entstanden, die alle über einen Balkon oder eine Loggia verfügen.

Die Wohnungen verfügen über 1 bis 5 Zimmer und besitzen zwischen 40 und 100 Quadratmeter Wohnfläche.

Die Gemeinschaftsterrassen und Innenhöfe werden verschiedene Nutzungen haben – etwa einen Begegnungsbereich mit Kinderspielplatz, einen Ruhe- und Gemeinschaftshof mit Urban Gardening – und können gemeinsam von den BewohnerInnen gestaltet werden.

Falls die künftigen BewohnerInnen trotz U1-Station Oberlaa in Gehweite nicht auf ein Auto verzichten möchten, entsteht auf dem angrenzenden Bauplatz eine Sammelgarage für den Gemeindebau NEU sowie für die geförderten Wohnungen des benachbarten Wohnprojekts. 78 Stellplätze sind für die zukünftigen GemeindebaumieterInnen vorgesehen.

Gute Nachbarschaft von Beginn an

Die BewohnerInnen werden beim Einzug außerdem durch das Besiedlungsmanagement von wohnpartner, dem Nachbarschaftsservice der Stadt Wien, begleitet. Unterstützung gibt es etwa beim gegenseitigen Kennenlernen, um gleich von Beginn an eine nachhaltige Hausgemeinschaft und gute Nachbarschaft aufzubauen.

„Mit den Gemeindewohnungen NEU leisten wir sozialen und gesellschaftspolitischen Mehrwert. Eine Tradition wird so fortgeschrieben, dass man sie nicht bloß kopiert, sondern neu lebt und befruchtet“, so WIGEBA-Direktor Ewald Kirschner.

Neue Gemeindebauten in Vorbereitung

Zu den weiter fortgeschrittenen Projekten zählen: Handelskai (316 Wohnungen), Engerthstraße (110 Wohnungen), Wildgarten (123 Wohnungen), Wolfganggasse (105 Wohnungen), Seestadt aspern (75 Wohnungen) und Berresgasse (229 Wohnungen).

Zusätzlich zu den bereits präsentierten Projekten wurden vier neue Standorte bekanntgegeben. Auch im Gaswerk Leopoldau, am Eisring-Süd sowie in der Brockhausengasse und am Montecuccoliplatz werden Gemeindebauten NEU errichtet.

Die Vorzüge der neuen Gemeindewohnungen

Alle Gemeindewohnungen NEU bieten ihren MieterInnen ein sicheres und qualitätsvolles Zuhause zu besonders günstigen Konditionen. Die Vorzüge des Gemeindebau NEU:

- 7,50 Euro Miete/Quadratmeter brutto

- Keine Eigenmittel

- Keine Kaution

- Keine Befristung

- 100 Prozent Vergabe durch Wiener Wohnen – nach den Vergabekriterien.

Die neu errichteten Gemeindebauten stehen im Eigentum der WIGEBA – Wiener Gemeindewohnungs-Baugesellschaft und damit im Eigentum der Stadt Wien. An der WIGEBA sind zu 51 Prozent die in der Verwaltung von Wien Holding stehende GESIBA (Gemeinnützige Siedlungs- und Bau AG) und zu 49 Prozent Wiener Wohnen beteiligt. (Schluss)

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