Gerstl zu Liederbuch: Neue Texte machen Zangers Rücktritt unausweichlich

ÖVP fordert Konsequenzen für FPÖ-Mandatar und kritisiert die mangelnde Geschichtskenntnis der FPÖ

Wien (OTS) - „Die heute neu bekannt gewordenen Liedtexte zeigen, wie tief anscheinend der Antisemitismus in der Zanger-Burschenschaft verankert ist. Die neuen Passagen sind an Antisemitismus kaum zu überbieten, hier muss es ganz klar Konsequenzen geben. Wolfgang Zanger muss zurücktreten und aus allen Parteiämtern ausscheiden. Weigert sich Zanger, ist Norbert Hofer am Zug“, so Nationalratsabgeordneter Wolfgang Gerstl, Verfassungssprecher der neuen Volkspartei.

Klare Worte findet Wolfgang Gerstl auch zum gestrigen Versuch seitens der FPÖ, katholische Schüler- oder Studentenverbindungen in die Causa hineinzuziehen: „Dass FPÖ-Politiker versuchen, die widerlichen Texte mit fadenscheinigen Vergleichen zu verharmlosen, ist unter jeder Kritik und zeigt die mangelnde Geschichtskenntnis der Partei. Viele Vertreter katholischer Studentenverbindungen waren aktive Mitglieder im Widerstand gegen die Nationalsozialisten und wurden als solche verfolgt und eingesperrt. Vom ersten Prominententransport ins KZ-Dachau waren einige Mitglieder des CV betroffen. Österreichische Studentenverbindungen haben sich auch bereits damals klar gegen das Führerprinzip ausgesprochen, was mitunter zum Verbot der Verbindungen durch die Nazis führte. Führende Gründer der Volkspartei wie Leopold Figl waren KZ-Insassen. Wir lassen also sicher nicht zu, dass die FPÖ hier Geschichtsverfälschung betreibt, um von den inakzeptablen Verfehlungen ihrer Abgeordneten abzulenken.“

Zur Kritik, dass eines der Lieder auch in katholischen Verbindungen in Verwendung war, stellt Gerstl klar: „Das besagte Lied wurde in der alten Form im Jahr 1939 von deutschen katholischen Studenten im Untergrund geschrieben und zwar als Schmählied gegen die Nazis und wurde als solches auch verwendet. Seit den 80ern war diese Klarstellung auch in den Fußnoten der CV-Liederbücher zu finden, später wurde es ganz aus den Büchern genommen. Im Gegensatz dazu haben es nationale schlagende Verbindungen unter anderem mit antisemitischen Strophen angereichert und damit die Bedeutung quasi umgekehrt.“

Rückfragen & Kontakt:

Die neue Volkspartei
Abteilung Presse, Kommunikation
Tel.:(01) 401 26-620
presse@oevp.at
https://www.dieneuevolkspartei.at/

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVP0001