„Orientierung“ über Ehemänner als Priester – Experten-„Nachlese“ zur Amazonien-Synode am 3. November in ORF 2

Außerdem: Der letzte Abschied – Wie mit Kindern trauern?

Wien (OTS) - Sandra Szabo präsentiert im ORF-Religionsmagazin „Orientierung“ am Sonntag, dem 3. November 2019, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Ehemänner als Priester: Experten-„Nachlese“ zur Amazonien-Synode

Wenige Tage nach dem Ende der dreiwöchigen Amazonien-Synode, die unter dem Titel „Amazonien – Neue Wege für die Kirche und eine ganzheitliche Ökologie“ stattfand, kamen im Salzburger Bildungshaus St. Virgil Expertinnen und Experten sowie Synoden-Teilnehmer/innen zu einer „nachsynodalen Tagung“ zusammen. Dabei ging es nicht zuletzt um einzelne Punkte aus dem Abschlussdokument der Synode wie etwa Fragen nach mehr Mitsprache von Laien, der stärkeren Würdigung des kirchlichen Engagements von Frauen und um die vorgeschlagene Weihe von Familienvätern, die sich als ständige Diakone bereits verdient gemacht haben, zu Priestern. Als Synodenteilnehmer/innen nach Salzburg gekommen waren u. a. der in Brasilien lebende Befreiungstheologe Paulo Suess und der brasilianische Erzbischof Roque Paloschi. Er ist auch Präsident des Indigenen-Missionsrates der Brasilianischen Bischofskonferenz. Aus Österreich mit dabei: Anja Appel, Politologin und Geschäftsführerin der Koordinierungsstelle der Österreichischen Bischofskonferenz für internationale Entwicklung und Mission, sowie der Steyler Missionar Franz Helm. Bericht: Klaus Ther.

Kraft der Vergebung: „Versöhnungsweg“ für Kindersoldaten in Uganda

Es war der Beginn von Jahrzehnten des Terrors: Ende der 1980er Jahre folgte der junge ugandische Kämpfer Joseph Kony dem, was er „von Gott erhaltene spirituelle Eingebungen“ nannte und gründete eine Rebellenbewegung namens „Lord’s Resistance Army“ (LRA), die „Widerstandsbewegung des Herrn“. Ziel Konys war es nach eigenen Worten, einen „mystischen Gottesstaat“ zu errichten, der strikt nach den biblischen Zehn Geboten regiert wird. Doch faktisch zogen Kony und seine „Armee“ – v. a. entführte Kinder und Jugendliche – raubend und mordend durch das Land. Innerhalb von zwei Jahrzehnten gerieten etwa 60.000 Kinder in Gefangenschaft, weniger als die Hälfte dieser Kindersoldaten kehrte aus dem Busch zurück. Rund 200.000 Menschen kamen ums Leben. Als die ugandische Regierung eine Amnestie erließ, kehrten viele Mitglieder von Konys LRA der „Gottesarmee“ den Rücken. Heute leben sie nicht selten wieder in ihrer alten Dorfgemeinschaft, oft in unmittelbarer Nähe ihrer früheren Opfer. Doch ist Versöhnung unter diesen Umständen – nach all den Gräueltaten – überhaupt möglich? „Geschehenes kann man nicht ungeschehen machen. Aber man kann versuchen, nach vorne zu schauen und weiterzuleben“, so Stephen Kilama. Er wurde mit 17 Jahren entführt und hat schreckliche Dinge miterlebt. Heute kann er Tätern wie Kenneth B., einem ehemaligen Stellvertreter des Rebellenführers Joseph Kony, vergeben. Es ist ein langer, schwieriger Prozess, der von vielen Seiten Unterstützung braucht. In diesem Sinne hilft auch „Missio Österreich“ und stärkt die katholische Kirche in Uganda, die in der Versöhnungsarbeit eine wichtige Rolle spielt. Bericht: Gundi Lamprecht.

„Österreichs Mutter Teresa“: Die Ordensfrau und Ärztin Anna Dengel

Die Geierwally-Freilichtbühne in Elbigenalp stand diesen Sommer im Zeichen einer großen Lechtalerin: Anna Dengel, geboren 1892 in der kleinen Lechtaler Ortschaft Steeg, gründete die „Medical Mission Sisters“ („Missionsärztliche Schwestern“), einen Frauenorden, der sich vor allem für die medizinische Versorgung von Frauen und Kindern engagierte. Die „österreichische Mutter Teresa“ war zunächst als Ärztin in Rawalpindi (damals Indien, heute Pakistan) eingesetzt, bevor sie in den USA ihre Schwesterngemeinschaft gründete. Damit betrat sie Neuland, denn Priestern und katholischen Ordensschwestern war es bis dahin verboten, bei Geburten und Operationen anwesend zu sein. Indien ist bis heute eines der zentralen Einsatzgebiete des in 19 Ländern weltweit tätigen Ordens. Die „Orientierung“ war bei einer Aufführung des Theaters über die „Mutter der Mütter“ und hat in Pune (Maharashtra) eine Niederlassung ihres Ordens besucht. Bericht:
Christian Rathner.

Der letzte Abschied: Wie mit Kindern trauern?

„Ich würde sie gerne fragen, wie es ihr jetzt geht, ob sie weiß, wo wir sind – und ihr sagen, dass wir sie sehr liebhaben“, erzählt die 15-jährige Wiener Gymnasiastin Marlene Morawez. Erst wenige Wochen zuvor ist ihre Mutter an Krebs gestorben. Wie können Kinder und Jugendliche den Tod ihrer Liebsten verstehen und wie können sie von ihnen Abschied nehmen? Seit zehn Jahren bietet das Hospiz Rennweg der Caritas Socialis Angehörigen von Verstorbenen die Möglichkeit, professionell durch Phasen ihrer Trauer begleitet zu werden. Der „Rote Anker“, so heißt die Einrichtung für Trauerarbeit im Hospiz Rennweg, ist darum bemüht, das Sterben und den Tod „aus der Tabu-Zone“ zu holen – und so auch den Blick zu schärfen: für einen Teil des Lebens, der in westlichen Gesellschaften des 21. Jahrhunderts vielfach ausgeblendet bleibt. Bericht: Zoran Dobrić.

Rückfragen & Kontakt:

http://presse.ORF.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NRF0004