• 24.10.2019, 13:11:20
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ORF-Schwerpunkt 50 Jahre Internet: „dokFilm“-Premiere „Aufstand in der Matrix“ von Hansjürgen Schmölzer

Am 27. Oktober um 23.05 Uhr in ORF 2

Utl.: Am 27. Oktober um 23.05 Uhr in ORF 2 =

Wien (OTS) - Die Snowden-Enthüllungen und der
Cambridge-Analytica-Skandal haben deutlich gemacht: Big Data droht
außer Kontrolle zu geraten. Dagegen regt sich Widerstand. Diesen
dokumentiert der steirische Regisseur Hansjürgen Schmölzer mit seinem
jüngsten, vom ORF koproduzierten Film „Aufstand in der Matrix“, der
im Rahmen des ORF-Schwerpunkts „50 Jahre Internet“ am Sonntag, dem
27. Oktober 2019, im „dokFilm“ um 23.05 Uhr in ORF 2 TV-Premiere
feiert. Die Doku taucht ein in die Welt von Datenaktivistinnen und
-aktivisten sowie deren ungleichen Kampf gegen globale
Internetkonzerne und den Überwachungsstaat. Einer von ihnen ist der
Jurist Max Schrems, dem es schon öfter gelungen ist, die
weltmarktbeherrschenden Internetgiganten herauszufordern. Ihm und
seinen Mitstreiterinnen und Mitstreitern geht es dabei um nichts
Geringeres als den Schutz der Privatsphäre, der Meinungsfreiheit und
der Demokratie selbst. Der Film beleuchtet die gut vernetzte
Aktivistencommunity, die mit Cleverness, Witz und Hartnäckigkeit auch
scheinbar übermächtigen Gegnern die Stirn bietet.
„Aufstand in der Matrix“ ist eine Koproduktion von ORF und BSX Film,
gefördert von Fernsehfonds Austria, Filmfonds Wien und Film
Commission Graz.

Eine weitere Dokumentation zum Thema Digitalisierung und Internet
zeigt ORF 2 im „kulturMontag“ am 28. Oktober um 23.30 Uhr mit „Homo
digitalis – Wie lange sind wir noch Mensch?“.

Mehr zum Inhalt von „Aufstand in der Matrix“

Max Schrems ist lästig: Das bekommen Internetgiganten wie Facebook
oder Google genauso zu spüren wie die US-Regierung oder die
Europäische Kommission. Als er durch seine Klage gegen Facebook in
Irland das „Safe Harbour“-Abkommen zwischen der Europäischen Union
und den USA zu Fall gebracht hat, war das Erstaunen groß: Als junger
Jusstudent schiebt er mit seiner vom Laptop im Wohnzimmer aus
eingebrachten Klage dem unkontrollierten Datentransfer zwischen
Europa und den USA einen Riegel vor. Das wollte man auf politischer
Ebene mit dem Nachfolgeabkommen „Privacy Shield“ rasch wieder
reparieren.
Aber Schrems hat schon wieder geklagt: Mit seiner Datenschutz-NGO
NOYB bringt er alle großen US-Internetkonzerne vor Gericht, quer
durch Europa. „Privacy Shield“ liegt gerade wieder auf dem Tisch des
Europäischen Gerichtshofes und Google wurde einstweilen in Frankreich
zu einer Strafe von 50 Millionen Euro wegen Verletzung der
EU-Datenschutzgrundverordnung verurteilt. Fürs Erste.

Auch Katharina Nocun nervt: Monatelang beschäftigte sie Amazon damit,
dem Konzern verständlich zu machen, dass das Recht auf Datenauskunft
in Europa umfassender ist, als vom Unternehmen umgesetzt. Unter
dessen Milliarden Kundinnen und Kunden ist sie eine der wenigen, der
es gelungen ist, alle Daten zu bekommen, die der US-Online-Händler
über ihre Person besitzt: Ausgedruckt ergibt das mehr als 20.000
Seiten. Was Amazon alles über sie weiß, ist beklemmend. Nocun macht
damit erstmals sichtbar, wie umfassend die Überwachung des Konzerns
ist. Eines unter Milliarden Nutzerprofilen: So lässt sich dadurch
beispielsweise ableiten, wann eine Frau schwanger ist, noch bevor es
die Betroffene selbst weiß.

Thomas Lohninger stört: Wenn im Europäischen Parlament, der
Österreichischen Bundesregierung oder bei Aktionärsversammlungen von
Telekommunikationskonzernen Datenschutz- oder Überwachungsthemen auf
der Tagesordnung stehen, treten er und seine Kolleginnen und Kollegen
von der Datenschutz-NGO „epicenter.works“ auf den Plan. Da kann es
schon passieren, dass die Drucker aller EU-Parlamentarier stundenlang
über ihre Faxfunktion mit den Petitionsformularen Tausender
EU-Bürgerinnen und -Bürger geflutet werden, um auf ihre Anliegen
aufmerksam zu machen.

Und Markus Sabadello ist unbequem: Gemeinsam mit anderen entwickelt
er Apps, die den Userinnen und Usern die Souveränität über ihre
persönlichen Daten zurückgeben.

Warum tun sich diese Datenschutzaktivistinnen und -aktivisten das an?
Was wollen sie erreichen und wer hilft ihnen dabei? Ihr gemeinsames
Motto: Frechheit siegt. Ihre Gegner, aber auch ihre Verbündeten,
sitzen oft in Positionen, wo man sie nicht vermuten würde.

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