Philipp Hochmair macht den Mythos Löwenherz wieder lebendig

In „Universum History: Richard Löwenherz: Ein König in der Falle“ am 22. Oktober um 21.05 Uhr in ORF 2, davor: Schlamberger-Donau-„Universum“

Wien (OTS) - König, Kreuzritter, Gefangener: Kaum eine historische Figur des Mittelalters vereint so viele Mythen wie Richard Löwenherz. Ende des 12. Jahrhunderts wird der englische König und Kreuzritter auf der Heimreise aus dem Heiligen Land vom Babenberger-Herzog Leopold V. gefangengenommen und zunächst auf der Burg Dürnstein bei Krems eingesperrt. Diese Geiselnahme ist das wohl spektakulärste Kidnapping der Historie. Philipp Hochmair („Vorstadtweiber“) macht in einer neuen „Universum History“-Dokumentation am Dienstag, dem 22. Oktober 2019, um 21.05 Uhr in ORF 2 den Mythos Löwenherz und die Geschehnisse rund um dessen Gefangennahme wieder lebendig. Neben den Spielszenen – in weiteren Rollen agieren u. a. Krista Stadler, Raphael von Bargen, Christopher Bond, Florian Feik, Tobias Ofenbauer, Alexander Knaipp und Dennis Cubic – sorgt in „Richard Löwenherz: Ein König in der Falle“ mit John Gillingham, Robert-Tarek Fischer, Annette Kehnel, Knut Görich, Michael Korth und Fanny Madeline eine hochkarätige Riege an Wissenschafterinnen und Wissenschaftern für ein differenziertes Bild von Richard Löwenherz. Gedreht wurde in Niederösterreich in Hainburg an der Donau, in der Marienkirche Bad Deutsch Altenburg, auf Burg Hardegg sowie an Originalschauplätzen in Österreich, Deutschland und England.
Davor steht um 20.15 Uhr die vielfach ausgezeichnete „Universum“-Produktion „Donau – Lebensader Europas“ von Rita und Michael Schlamberger auf dem Programm von ORF 2. Der Film entstand als Koproduktion von ORF mit ScienceVision, BR und NDR in Zusammenarbeit mit ARTE und ICPDR.

„Löwenherz ist ein österreichischer Mythos, auch das Drumherum, mit Dürnstein und dem Sänger Blondel. Dass ich Löwenherz jetzt als Erwachsener spielen darf, ist natürlich eine große Freude“, sagt Philipp Hochmair. Doch wer war dieser Richard Löwenherz tatsächlich? Wer versteckt sich hinter dem Mythos? „Richard Löwenherz – ein König in der Falle“ zeichnet ein auf historischen Fakten basiertes, ganzheitliches Bild des Königs, das auch die weniger gewinnenden Seiten miteinschließt. „Richard hat sich durch seine durchaus arrogante Art mächtige Feinde geschaffen. Das fällt ihm später auf den Kopf“, sagt Regisseur Fritz Kalteis. Wendepunkt der Erzählung ist ein Vorfall, der bis heute fixer Bestandteil des Geschichtsunterrichts ist: Nachdem Richard im Kreuzzug die Hafenstadt Akkon erobert hat, meldet auch der österreichische Babenberger-Herzog Leopold V. seine Ansprüche an der Beute an. Richard lässt daraufhin dessen rot-weiß-rote Fahne in den Schmutz treten. Wenig später rächt sich der in seiner Ehre tief beleidigte Herzog. Er nimmt Richard auf dessen Rückreise am Stadtrand von Wien in Haft.

Tatsächlich wurde Richard Löwenherz im Winter 1192 Opfer eines internationalen Komplotts, in dem neben Herzog Leopold auch Richards Todfeind, der französische König Philipp II. Augustus, der römisch-deutsche Kaiser Heinrich VI. und Richards Bruder Johann Ohneland verwickelt sind. In Gefangenschaft zeigen sich auch unerwartete Charakterzüge des Kriegers Richard Löwenherz: So schreibt er – offenbar in tiefer Depression – ein Lied. Darin beklagt er aber nicht nur sein Schicksal, sondern nutzt es auch zu seinem Vorteil. Mit Hilfe des schnellsten Medienkanals seiner Zeit, den Troubadouren, geht Richards Aufruf, zum Lösegeld beizutragen, binnen kürzester Zeit viral. Das Lösegeld, das Richard für seine Freilassung aufbringen muss – nach heutigem Wert rund drei Milliarden Euro – hat in Österreich bis heute Spuren hinterlassen: So wurden die Städte Wiener Neustadt und Friedberg gegründet, Wien und Enns befestigt und in Hainburg an der Donau eine gewaltige Festungsanlage gebaut. Just diese „Heimenburg“ war – neben der Burg Hardegg im Waldviertel – einer der Haupt-Drehorte für die aufwendigen Spielszenen dieser „Universum History“-Produktion. Die Festung diente u. a. als Kulisse für Akkon sowie für die Kaiserstädte Speyer und Mainz, wo Richard im Februar 1194 schlussendlich nach 13 Monaten Gefangenschaft wieder freigelassen wurde. Die höchst unwegsamen, aber spektakulären Drehorte verlangten dem etwa 40-köpfigen Film-Tross alles ab, begeisterten aber das gesamte Ensemble.

Schauspielerin Krista Stadler verkörpert in den Spielszenen Richards Mutter, Eleonore von Aquitanien – eine Rolle, die ihr zum Herzensanliegen wurde: „Eleonore entspricht den Klischees der duldsamen und passiven mittelalterlichen Frau absolut nicht. Sie war die wohl einflussreichste Herrscherin des Mittelalters und hat in Richards Abwesenheit die Fäden in der Hand gehalten. Sie war mutig, sie war eitel, sie war machtbewusst“. Die Rolle des engsten Vertrauten Richards, Baldwin von Bethune, übernimmt Raphael von Bargen („Die Toten vom Bodensee“).

Regisseur Fritz Kalteis zum Thema Löwenherz und den Cast mit Philipp Hochmair: „Herausforderung war, den Kern der Wahrheit aus der Legende herauszuschälen“; „Hochmair mein ‚Traum-Löwenherz‘“

„Richard Löwenherz ist für mich als Niederösterreicher der große Mythos, dem ich schon in der Volksschule begegnet bin: Die Gefangenschaft auf der Ruine Dürnstein, das Verlies, der treue Sänger Blondel, der Bau von Wiener Neustadt mit dem Silberschatz, der für seine Freilassung bezahlt werden musste. Ich wusste also, es gibt allein in Österreich Millionen von Löwenherz-Experten. Die Herausforderung war daher, den Kern der Wahrheit aus der Legende herauszuschälen. Und die angenehme Überraschung: Die Realität der größten Erpressungsaffäre des Mittelalters übertrifft die Vorstellung noch bei Weitem. Ich empfinde es als besondere Auszeichnung, dass mittlerweile die größten Schauspieler/innen des deutschsprachigen Raumes Interesse daran zeigen, an unseren historischen Dokumentationen mitzuwirken. Bei Philipp Hochmair ist es seine einzigartige Fähigkeit, die extremen Höhen und Tiefen eines Charakters auszuloten, die ihn zu meinem ‚Traum-Löwenherz‘ macht. Krista Stadler ist für mich die Verkörperung der Grande Dame, die sie spielt. Richards Mutter Eleonore von Aquitanien war eine der ungewöhnlichsten und stärksten Frauen der Geschichte.“

Philipp Hochmair über seine Rolle des Richard Löwenherz: „Es war ein Kindheitstraum von mir, schon als kleiner Bub wollte ich Richard Löwenherz sein“

„Löwenherz ist ein österreichischer Mythos, auch das Drumherum, mit Dürnstein und dem Sänger Blondel. Es war ein Kindheitstraum von mir, schon als kleiner Bub wollte ich Richard Löwenherz sein. Dass ich Löwenherz jetzt als Erwachsener spielen darf, ist natürlich eine große Freude. Ich bin sozusagen ins Frühmittelalter gereist und hab versucht, mich der Rolle anzunähern: Ich habe mich in Dürnstein länger einsperren lassen, habe mit Spezialisten gesprochen, habe nur das gegessen, was im Mittelalter gegessen wurde.“

„Richard Löwenherz – Ein König in der Falle“ ist eine Koproduktion von Interspot Film, ORF, ZDF und ARTE, gefördert von Fernsehfonds Austria, Land Niederösterreich, Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung und Verwertungsgesellschaft für Audiovisuelle Medien in Zusammenarbeit mit ORF-Enterprise.

Nähere Informationen sowie weitere Statements zur „Universum History“-Produktion sind unter https://presse.ORF.at abrufbar.

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