- 16.10.2019, 11:56:25
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Anschober/AKW-Ausbau: Tschechischer Industrieminister zimmert sich eine Schein-Welt zurecht, die es so nicht gibt
Atomenergie ist schwerer Schaden für Klimaschutz - Gute Karten für Österreich im Kampf gegen neue AKWs an den Grenzen
Utl.: Atomenergie ist schwerer Schaden für Klimaschutz - Gute Karten
für Österreich im Kampf gegen neue AKWs an den Grenzen =
Linz (OTS) - Laut Medienberichten hat der tschechische
Industrieminister Karel Havlicek angekündigt, neben dem AKW Dukovany
auch neue Blöcke am Standort Temelin bauen zu wollen. Dies sei
notwendig, um den Kohleanteil im tschechischen Energiemix zu senken
und somit die Pariser Klimaziele zu erreichen. Als finanziell "völlig
unrealistisch" bezeichnet Havlicek die Idee, die Kohle künftig durch
erneuerbare Energien zu ersetzen. Dabei zeigen aktuelle Zahlen einmal
mehr die völlige Unwirtschaftlichkeit der Atomkraft auf: Während die
Kosten für Solarstrom um 88 Prozent und jene für Windkraft um 69
gefallen sind, explodierten die Kosten der Atomkraft um satte 23
Prozent.
Zudem bestätigen unzählige renommierte Klimawissenschafter/innen seit
Jahren, dass zur Bewältigung der Klimakrise möglichst schnell und
kosteneffizient CO2 eingespart werden muss – und dabei kann die
Atomkraft keinerlei Beitrag leisten! Wie viel die Atomkraft zur
Klimarettung beitragen könnte, hat die Internationale Energieagentur
(IEA) untersucht und ist zu einem ernüchternden Ergebnis gekommen. Um
das zwei-Grad-Ziel zu erreichen, müssten die weltweiten Emissionen
von heute 37 Mrd. Tonnen bis 2050 auf unter 5 Mrd. Tonnen sinken. Die
Kernkraft käme in diesem Szenario auf einen Anteil von fünf Prozent.
Um diesen minimalen Beitrag zu leisten, müssten etwa 1.000 AKWs neu
gebaut werden.
„Mehr noch: Die Atomenergie ist ein schwerer Schaden für den
Klimaschutz, denn sie ist völlig unwirtschaftlich und bindet
Milliarden, die für die echte Energiewende zu Erneuerbaren und
Energieeffizienz fehlen! Neue AKWs sind in der ganzen EU zum
Scheitern verurteilt. Das belegen neben Hinkley Point auch die
Milliardengräber in Flamanville und Olkiluoto, wo die aktuellen
Baustellen neuer AKWs durch eine Vervielfachung von Bauzeit und
Baukosten zum Desaster wurden. Milliardengräber ohnegleichen, für
deren Finanzierung die Stromkonsument/innen zur Kassa gebeten
werden“, so Anschober.
„Österreichs aktuelle Bundesregierung muss nun vehement gegen diesen
geplanten Ausbau und gegen die Atombedrohung der Bevölkerung
vorgehen. Dafür müssen alle politischen und rechtlichen
Handlungsmöglichkeiten konsequent genutzt werden“, fordert
Oberösterreichs Umweltlandesrat und Gründer der „Allianz der Regionen
für einen schrittweisen europaweiten Atomausstieg“.
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