• 16.10.2019, 11:35:31
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„Dok 1“ und „Talk 1“ über Massentourismus und seine Folgen am 17. Oktober in ORF 1

Hanno Settele mit „Kann denn Reisen Sünde sein?“ und Lisa Gadenstätter zum Thema „Grüße aus der Touristenhölle – Wer büßt für das große Geschäft mit den Gästen?“

Utl.: Hanno Settele mit „Kann denn Reisen Sünde sein?“ und Lisa
Gadenstätter zum Thema „Grüße aus der Touristenhölle – Wer
büßt für das große Geschäft mit den Gästen?“ =

Wien (OTS) - Welche „Sehenswürdigkeit“ lockt in Österreich mehr als
sechs Millionen Besucher/innen im Jahr an? Schloss Schönbrunn? Der
Tiergarten? Keine der beiden. Es ist das Fashion-Outlet im
burgenländischen Parndorf. Es katapultiert sich mit dieser Zahl unter
die Top drei der „Sehenswürdigkeiten“ in Österreich. Hanno Settele
hält in „Dok 1: Kann denn Reisen Sünde sein?“ am Donnerstag, dem 17.
Oktober 2019, um 20.15 Uhr in ORF 1 Ausschau, welche Touristinnen und
Touristen ausgerechnet dieses Reiseziel wählen und warum. Außerdem
trifft er in traditionellen Touristenhochburgen wie Salzburg und
Dürnstein, Venedig und Barcelona auf Besuchermassen und Einheimische.
Und spürt den Zorn der Betroffenen, vornehmlich Einheimische. Danach,
um 21.05 Uhr, begrüßt Lisa Gadenstätter zu „Talk 1“. Mit ihren Gästen
– Hotelier Rainer Schönfelder, Umwelt-Aktivistin Renate Steinacher,
Alexander Scheutz, Bürgermeister von Hallstatt, und Tourismusforscher
Christian Baumgartner – spricht sie zum Thema „Grüße aus der
Touristenhölle – Wer büßt für das große Geschäft mit den Gästen?“.

Dok 1: „Kann denn Reisen Sünde sein?“ um 20.15 Uhr, ORF 1

Alle reden von Klimaschutz, Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Die
Tourismusmaschinerie, von der wir in Österreich leben, läuft
zeitgleich auf Hochtouren. Schlimmer noch: Der sogenannte Overtourism
ist mittlerweile auch in Österreich auf dem Vormarsch. Was passiert
mit unseren idyllischen Orten, wenn sie sich in überlaufene
Touristen-Hotspots verwandeln? Welche Auswirkungen hat die enorme
Reiselust auf das Klima? Neben Hallstatt hat in Österreich vor allem
Salzburg mit Overtourism zu kämpfen: Zu viele ausländische Gäste
drängen sich durch die engen Gassen, in der Stadt gärt es. Die
Auswirkungen des Tourismus werden zu einem gesellschaftlichen
Problem.

Wie lebt es sich in der Touristenhölle und was kann man gegen die
neue touristische Massenwanderung überhaupt tun? Hanno Settele schaut
sich an, wie es sich auf den Hotspots des Massentourismus von
Salzburg, Dürnstein, Venedig und Barcelona lebt. Er spricht mit
verärgerten Anwohnern, mit Fremdenführern, mit Menschen, die vom
Tourismus leben und mit solchen, die ihm kritisch gegenüberstehen.
Brauchen wir hier in Österreich überhaupt diese ganzen Massen, zumal
Tagestouristinnen und Tagestouristen nicht viel Geld im Land lassen?

Im Gespräch mit der Geschäftsführerin der Österreich Werbung, Petra
Stolba, versucht Hanno Settele herauszufinden, wo und auf welche
Weise auf der Welt die Werbetrommel für Österreich gerührt wird. Wer
wird überhaupt ins Land gelockt? Wo liegen die Zukunftsmärkte für
unseren Tourismus? Wie sehr schädigen wir unserer Umwelt mit dem
Drang, immer mehr von der Welt sehen zu wollen? Ist grüner Tourismus
die Lösung aller Probleme?

Aus Schweden ist der Begriff „Flugscham“ auch nach Österreich
übergeschwappt, viele steigen nur mehr mit schlechten Gewissen in ein
Flugzeug. Kann somit die Reise mit der Bahn zur umweltfreundlichen
Alternative aufsteigen?

Und warum fahren wir eigentlich überhaupt auf Urlaub? Was bringt uns
das, außer ein paar Fotos und vielleicht einem Sonnenbrand?
Tourismusforscher Peter Zellmann erklärt, warum Urlaub die populärste
Form von Glück ist und was wir dort überhaupt suchen. Und warum
Instagram und Umweltgedanken eigentlich eine kleinere Rolle spielen,
als wir annehmen.

Wie kann und soll es weitergehen mit dem Tourismus? Kann man in
Österreich aus den Fehlern von Venedig und Barcelona lernen, oder ist
die Flut nicht aufzuhalten? Nachhaltigkeit oder schnelles Geld, wer
hat am Ende das Nachsehen?

Talk 1: „Grüße aus der Touristenhölle – Wer büßt für das Geschäft mit
den Gästen?“ um 21.05 Uhr

Es ist ein Geschäft, das sich Österreich nicht entgehen lassen kann:
Pro Jahr lassen die Touristinnen und Touristen mittlerweile mehr als
42 Milliarden Euro im Land, mehr als 140 Millionen Nächtigungen
werden verzeichnet, 600.000 Arbeitsplätze schafft der Fremdenverkehr.
Tendenz steigend. Am Ende jeder Saison ist der Jubel über den
Goldesel Tourismus groß. Doch die Kehrseite der Medaille ist ein
Massentourismus, der an immer mehr Orten des Landes zur
unerträglichen Nervenprobe für die Ansässigen wird. Ob ganze
Stadtteile wie in Salzburg oder beschauliche Ortschaften wie
Hallstatt: An vielen Sehenswürdigkeiten treten sich die Touristen
gegenseitig auf die Füße, hinterlassen Unmengen an Müll, verstopfen
Buskolonnen die Straßen, prägen nur mehr Ramschgeschäfte das
Straßenbild. In Österreichs Bergen drängeln sich schon demnächst
wieder die Massen, überrennen schneehungrige Wintersportler/innen die
Hotspots der Alpen. Ganze Gebirgszüge werden dafür verbaut und
künstlich beschneit.

Wo sind hier die Grenzen? Wann und wem schaden die Touristen mehr als
sie bringen? Wie umgehen mit der Tatsache, dass Österreich vom
Tourismus lebt, das massenhafte Auftreten der Urlauber/innen aber
immer mehr für Ärger und Unruhe sorgt? Wo ist der Schaden für Umwelt
und Natur größer als der Nutzen fürs Geschäft? Und welche Lösungen
kann es geben, beiden Seiten Genüge zu tun?

Bei Lisa Gadenstätter diskutieren:

Rainer Schönfelder, ehemaliger Skirennläufer und Hotelier
Renate Steinacher, Wanderführerin und Umwelt-Aktivistin
Alexander Scheutz, Bürgermeister von Hallstatt
Christian Baumgartner, Tourismusforscher

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