„Dok 1“ und „Talk 1“ über Massentourismus und seine Folgen am 17. Oktober in ORF 1

Hanno Settele mit „Kann denn Reisen Sünde sein?“ und Lisa Gadenstätter zum Thema „Grüße aus der Touristenhölle – Wer büßt für das große Geschäft mit den Gästen?“

Wien (OTS) - Welche „Sehenswürdigkeit“ lockt in Österreich mehr als sechs Millionen Besucher/innen im Jahr an? Schloss Schönbrunn? Der Tiergarten? Keine der beiden. Es ist das Fashion-Outlet im burgenländischen Parndorf. Es katapultiert sich mit dieser Zahl unter die Top drei der „Sehenswürdigkeiten“ in Österreich. Hanno Settele hält in „Dok 1: Kann denn Reisen Sünde sein?“ am Donnerstag, dem 17. Oktober 2019, um 20.15 Uhr in ORF 1 Ausschau, welche Touristinnen und Touristen ausgerechnet dieses Reiseziel wählen und warum. Außerdem trifft er in traditionellen Touristenhochburgen wie Salzburg und Dürnstein, Venedig und Barcelona auf Besuchermassen und Einheimische. Und spürt den Zorn der Betroffenen, vornehmlich Einheimische. Danach, um 21.05 Uhr, begrüßt Lisa Gadenstätter zu „Talk 1“. Mit ihren Gästen – Hotelier Rainer Schönfelder, Umwelt-Aktivistin Renate Steinacher, Alexander Scheutz, Bürgermeister von Hallstatt, und Tourismusforscher Christian Baumgartner – spricht sie zum Thema „Grüße aus der Touristenhölle – Wer büßt für das große Geschäft mit den Gästen?“.

Dok 1: „Kann denn Reisen Sünde sein?“ um 20.15 Uhr, ORF 1

Alle reden von Klimaschutz, Umweltschutz und Nachhaltigkeit. Die Tourismusmaschinerie, von der wir in Österreich leben, läuft zeitgleich auf Hochtouren. Schlimmer noch: Der sogenannte Overtourism ist mittlerweile auch in Österreich auf dem Vormarsch. Was passiert mit unseren idyllischen Orten, wenn sie sich in überlaufene Touristen-Hotspots verwandeln? Welche Auswirkungen hat die enorme Reiselust auf das Klima? Neben Hallstatt hat in Österreich vor allem Salzburg mit Overtourism zu kämpfen: Zu viele ausländische Gäste drängen sich durch die engen Gassen, in der Stadt gärt es. Die Auswirkungen des Tourismus werden zu einem gesellschaftlichen Problem.

Wie lebt es sich in der Touristenhölle und was kann man gegen die neue touristische Massenwanderung überhaupt tun? Hanno Settele schaut sich an, wie es sich auf den Hotspots des Massentourismus von Salzburg, Dürnstein, Venedig und Barcelona lebt. Er spricht mit verärgerten Anwohnern, mit Fremdenführern, mit Menschen, die vom Tourismus leben und mit solchen, die ihm kritisch gegenüberstehen. Brauchen wir hier in Österreich überhaupt diese ganzen Massen, zumal Tagestouristinnen und Tagestouristen nicht viel Geld im Land lassen?

Im Gespräch mit der Geschäftsführerin der Österreich Werbung, Petra Stolba, versucht Hanno Settele herauszufinden, wo und auf welche Weise auf der Welt die Werbetrommel für Österreich gerührt wird. Wer wird überhaupt ins Land gelockt? Wo liegen die Zukunftsmärkte für unseren Tourismus? Wie sehr schädigen wir unserer Umwelt mit dem Drang, immer mehr von der Welt sehen zu wollen? Ist grüner Tourismus die Lösung aller Probleme?

Aus Schweden ist der Begriff „Flugscham“ auch nach Österreich übergeschwappt, viele steigen nur mehr mit schlechten Gewissen in ein Flugzeug. Kann somit die Reise mit der Bahn zur umweltfreundlichen Alternative aufsteigen?

Und warum fahren wir eigentlich überhaupt auf Urlaub? Was bringt uns das, außer ein paar Fotos und vielleicht einem Sonnenbrand? Tourismusforscher Peter Zellmann erklärt, warum Urlaub die populärste Form von Glück ist und was wir dort überhaupt suchen. Und warum Instagram und Umweltgedanken eigentlich eine kleinere Rolle spielen, als wir annehmen.

Wie kann und soll es weitergehen mit dem Tourismus? Kann man in Österreich aus den Fehlern von Venedig und Barcelona lernen, oder ist die Flut nicht aufzuhalten? Nachhaltigkeit oder schnelles Geld, wer hat am Ende das Nachsehen?

Talk 1: „Grüße aus der Touristenhölle – Wer büßt für das Geschäft mit den Gästen?“ um 21.05 Uhr

Es ist ein Geschäft, das sich Österreich nicht entgehen lassen kann:
Pro Jahr lassen die Touristinnen und Touristen mittlerweile mehr als 42 Milliarden Euro im Land, mehr als 140 Millionen Nächtigungen werden verzeichnet, 600.000 Arbeitsplätze schafft der Fremdenverkehr. Tendenz steigend. Am Ende jeder Saison ist der Jubel über den Goldesel Tourismus groß. Doch die Kehrseite der Medaille ist ein Massentourismus, der an immer mehr Orten des Landes zur unerträglichen Nervenprobe für die Ansässigen wird. Ob ganze Stadtteile wie in Salzburg oder beschauliche Ortschaften wie Hallstatt: An vielen Sehenswürdigkeiten treten sich die Touristen gegenseitig auf die Füße, hinterlassen Unmengen an Müll, verstopfen Buskolonnen die Straßen, prägen nur mehr Ramschgeschäfte das Straßenbild. In Österreichs Bergen drängeln sich schon demnächst wieder die Massen, überrennen schneehungrige Wintersportler/innen die Hotspots der Alpen. Ganze Gebirgszüge werden dafür verbaut und künstlich beschneit.

Wo sind hier die Grenzen? Wann und wem schaden die Touristen mehr als sie bringen? Wie umgehen mit der Tatsache, dass Österreich vom Tourismus lebt, das massenhafte Auftreten der Urlauber/innen aber immer mehr für Ärger und Unruhe sorgt? Wo ist der Schaden für Umwelt und Natur größer als der Nutzen fürs Geschäft? Und welche Lösungen kann es geben, beiden Seiten Genüge zu tun?

Bei Lisa Gadenstätter diskutieren:

Rainer Schönfelder, ehemaliger Skirennläufer und Hotelier
Renate Steinacher, Wanderführerin und Umwelt-Aktivistin
Alexander Scheutz, Bürgermeister von Hallstatt
Christian Baumgartner, Tourismusforscher

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