• 09.10.2019, 09:18:42
  • /
  • OTS0029

ANSCHOBER: Klimaschutz-Mascherl der Atomlobby ist Ablenkungsmanöver und letzter Anlauf für Überleben der Hochrisiko-Technologie

Atomenergie ist schwerer Schaden für Klimaschutz – Bundesregierung muss aktiv gegen Missbrauch der Klimakrise für Renaissance der Atomenergie vorgehen

Utl.: Atomenergie ist schwerer Schaden für Klimaschutz –
Bundesregierung muss aktiv gegen Missbrauch der Klimakrise für
Renaissance der Atomenergie vorgehen =

Linz (OTS) - Bei der derzeit in Wien stattfindenden „Atoms4Climate“
diskutiert die Atomlobby seit Tagen über „Low Carbon Nuclear“ und
Klimaschutz – ein Ablenkungsmanöver und ein Versuch das angeschlagene
Image der Atomenergie grünzuwaschen.

Oberösterreichs Umweltlandesrat Rudi Anschober: „Von der Atomlobby
wird immer wieder versucht, Atomkraft als Option für eine
klimafreundliche Energieversorgung darzustellen. Die Diskussionen
sind jedoch nur Nebelgranaten, um das angeschlagene Image
aufzubessern und von der Misere der Atomwirtschaft abzulenken.
Unzählige renommierte Klimawissenschafter/innen bestätigen seit
Jahren, dass zur Bewältigung der Klimakrise möglichst schnell und
kosteneffizient CO2 eingespart werden muss – und dabei kann die
Atomkraft keinerlei Beitrag leisten! Mehr noch: Die Atomenergie ist
ein schwerer Schaden für den Klimaschutz, denn sie ist völlig
unwirtschaftlich und bindet Milliarden, die für die echte
Energiewende zu Erneuerbaren und Energieeffizienz fehlen!“

Wie viel die Atomkraft zur Klimarettung beitragen könnte, hat die
Internationale Energieagentur (IEA) untersucht und ist zu einem
ernüchternden Ergebnis gekommen. Um das zwei-Grad-Ziel zu erreichen,
müssten die weltweiten Emissionen von heute 37 Mrd. Tonnen bis 2050
auf unter 5 Mrd. Tonnen sinken. Fast 40 Prozent der Reduktion kann
durch Energieeffizienz erreicht werden. Ein Drittel könnten die
erneuerbaren Energien beisteuern. Die Kernkraft käme in diesem
Szenario auf einen Anteil von fünf Prozent. Um diesen minimalen
Beitrag zu leisten, müssten etwa 1.000 AKWs neu gebaut werden!

„Langwierige AKW-Neubauten können aufgrund der Machbarkeit, der hohen
Kosten und des Zeitfaktors keinen Beitrag für den Klimaschutz
leisten. Der Schlüssel hin zu ‚Klimaschutz jetzt!‘ liegt in der
nachhaltigen Energieerzeugung: Erneuerbare und Energieeffizienz
können sofort eingesetzt werden und unmittelbar zum Klimaschutz
beitragen“, sagt Anschober.

AKW-Neubauten stellen ein unberechenbares Finanzrisiko dar -
internationale Studien beweisen, dass neue AKWs immer
unwirtschaftlicher werden. Eine besonders wichtige Weichenstellung
ist daher die für Herbst erwartete Entscheidung des EuGH über die von
Anschober initiierte Nichtigkeitsklage gegen die Zulassung einer
Milliardensubvention für das britische AKW-Projekt Hinkley Point. Der
letzten Abschätzung des Kostenbudgets zufolge wird sich das Kraftwerk
neuerlich um ca. 15% - also um 2-3 Milliarden Pfund (auf insgesamt
21,5 – 22,5 Milliarden Pfund anstatt ursprünglich 16 Milliarden) -
verteuern! Ein Milliardengrab ohnegleichen, für dessen Finanzierung
die Stromkonsument/innen zur Kassa gebeten werden.

„Neue AKWs sind in der ganzen EU zum Scheitern verurteilt. Sie sind
unsicher, blockieren die Investitionen für die Energieumstellung auf
Klimaschutz und erneuerbare Energieträger und sind völlig
unwirtschaftlich. Das belegen neben Hinkley Point auch die
Milliardengräber in Flamanville und Olkiluoto, wo die aktuellen
Baustellen neuer AKWs durch eine Vervielfachung von Bauzeit und
Baukosten zum Desaster wurden. Ob die Atomenergie von der EU als
Klimaschutztechnologie anerkannt wird, wird sich in den nächsten
Monaten entscheiden. Österreichs aktuelle Bundesregierung muss
dagegen konsequent Vorgehen und europaweite Initiativen gegen diesen
Missbrauch der Klimakrise für eine Renaissance der Atomenergie und
gegen diese Milliardensubventionen setzen“, fordert Oberösterreichs
Umweltlandesrat und Gründer der „Allianz der Regionen für einen
schrittweisen europaweiten Atomausstieg“.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRO

Bei Facebook teilen.
Bei X teilen.
Bei LinkedIn teilen.
Bei Xing teilen.
Bei Bluesky teilen

Stichworte

Channel