Wiener Kunstschaffende wollen durch „PAKT“ mehr Gewicht in Kulturpolitik

In der Plattform PAKT Wien haben sich 15 kleine und mittlere Wiener Häuser darstellender Kunst zusammengeschlossen, um gemeinsame Interessen besser realisieren zu können.

Wien (OTS/RK) - Vertreterinnen und Vertreter von insgesamt 15 Häusern wie Theater Drachengasse, Dschungel, Rabenhof, Schauspielhaus, Tanzquartier und TAG haben heute, Montag zu einer Pressekonferenz eingeladen. Die Häuser haben sich zur Plattform „PAKT“ zusammengeschlossen und stellten zehn Forderungen an die Politik vor. Stagnierende Kulturbudgets würden Wiens und Österreichs Rolle als wichtige europäische Kulturstandorte langfristig gefährden und in der Folge zu massiven Einbußen an Steuereinnahmen führen, kritisierten die Vertreterinnen und Vertreter der Bühnen-Allianz PAKT. Wiens Kulturstadträtin Veronika Kaup-Hasler begrüßte den Zusammenschluss der Theatermacherinnen und Theatermacher: Sie wolle gemeinsam Lösungen für die aufgezeigten Probleme finden.

Ester Holland-Merten vom WUK formulierte es drastisch: „Wer Bühnen kaputt spart, spart Wien kaputt. Wir sind Teil der sogenannten weichen Faktoren, die Wien unschlagbar machen. Wir sind ebenso wie die großen Häuser wie Vereinigte Bühnen Wien, Josefstadt und Volkstheater Teil eines Wirtschaftsstandortes, der hunderte Arbeitsplätze bietet, in Gebäude investiert und Geld von internationalen Partnern einbringt.“

Wirtschaftsfaktor Kultur, aber prekäre Arbeitsverhätnisse

Die Wiener Kulturschaffenden würden gemeinsam 5.000 Veranstaltungen pro Jahr durchführen und damit 326.000 BesucherInnen begrüßen können. Damit würden sie sehr viel zur Kultur Wiens und Österreichs beitragen. Andererseits sei die finanzielle Situation für die Häuser darstellender Kunst und vor allem für KünstlerInnen prekär.

Konkret fordern die Mitglieder der Plattform „PAKT“ eine „Neuorientierung vor allem des Bundes“, um den erfolgreichen Kulturbetrieb auch abseits des Mainstream weiter zu ermöglichen und die drohende Altersarmut vieler darstellender KünstlerInnen im Theater-, Tanz- und Performancebereich abzuwenden.

13 Mio. Euro von Stadt, Bund hinkt mit Förderungen nach

Anhand von Zahlen machte Ali M. Abdullah vom Werk X die schwierige Situation der Kulturschaffenden anschaulich: „Derzeit erhalten wir 13,3 Millionen Euro Basisförderung der Stadt sowie 920.000 Euro vom Bund. Durch fehlende Valorisierungen hat sich in den vergangenen zehn Jahren ein Fehlbetrag von mindestens 6,3 Millionen Euro angestaut, den die Häuser von PAKT Wien als Kaufkraftverlust kompensieren müssen.“

„Wir fordern eine verantwortungsbewusste und auf Nachhaltigkeit orientierte Kulturpolitik“, sagte Veronika Steinböck vom Kosmos Theater stellvertretend für alle Beteiligten.

„Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler hat großes Verständnis für unsere Situation. Als Diskussionsgrundlage für sie und Succus haben wir eine Präambel und zehn Forderungen formuliert“, erklärte Richard Schweitzer, Geschäftsführer des brut Wien.

Offenes Ohr von Kulturstadträtin Kaup-Hasler

Weitere konkrete Forderungen der Kulturschaffenden: Die Fördermittel sollten angehoben, valorisiert und erhöht werden, entlang von Fair Pay-Modellen. Die öffentliche Hand sollte sich zur Instandhaltung der Substanz bekennen und vorgeschriebene Administrationsaufgaben reduzieren. Auch die Planungssicherheit für zwei Jahre sei notwendig und eine Gesamtevaluierung des Theaterreformdiskurses, weiters sei ein Wiener Landesgesetz zur Kulturförderung und transparente gemeinsame Förderpolitik von Stadt und Bund erforderlich, um „diverse, gendergerechte und innovative Kultur der Zukunft zu ermöglichen“, betonten die Beteiligten bei der heutigen Pressekonferenz.

„Wir sind mit den Vertretern der 15 Kulturinstitutionen im ständigen Austausch und begrüßen ihre Initiative, da sie die Sichtbarmachung einer virulenten Problematik bewirkt“, meinte Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler zur Rathauskorrespondenz. „Zusammenschlüsse und Plattformen wie diese erschließen zudem Synergien, die uns gemeinsam kreative Ideen und Lösungen für die Zukunft finden lassen.“ (Schluss) heb

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