Inkontinenz bei Frauen im Leistungssport

Kampf gegen das Tabu

Wien (OTS) - Inkontinenz ist ein Gesundheitsproblem, über das Betroffene selten sprechen. Doch das Leiden ist weit verbreitet – und das, obwohl es wirksame Behandlungsmethoden gibt. Erst kürzlich wurden Zahlen öffentlich: 38 Prozent englischer Athletinnen gaben bei den Commonwealth Games 2018 an, während des Trainings unter Belastungsinkontinenz zu leiden. Ergebnisse einer Studie in Brasilien zeigen ein ähnliches Bild: Für Athletinnen unterschiedlicher Sportarten ergab sich im Vergleich mit Nichtleistungssportlerinnen ein um 177 Prozent höheres Risiko, an Harninkontinenz zu leiden. Betroffen sind vor allem junge Frauen: In Norwegen wurden 107 Gymnastinnen, die noch kein Kind geboren hatten, befragt. Ihr Durchschnittsalter lag zum Zeitpunkt der Befragung bei 14,5 Jahren. Mehr als 31 Prozent dieser Athletinnen berichteten über Harninkontinenz. Weder der BMI noch das Einsetzen der Regelblutung noch unregelmäßige Trainings- und Mahlzeiten konnten als Ursache für die Inkontinenz festgemacht werden. Zugleich gaben beinahe 70 Prozent der norwegischen Leistungssportlerinnen an, nicht über die Funktionen ihres Beckenbodens Bescheid zu wissen. Von Inkontinenz betroffen sind Athletinnen aller Sportarten. Springen, vor allem auf weichem Untergrund, scheint die Wahrscheinlichkeit einer Harninkontinenz zu steigern – zum Beispiel für Trampolinspringerinnen. Mangelndes Wissen über den Beckenboden und dessen Aktivierung verstärkt die Häufigkeit noch zusätzlich.

Aufklärung wirkt

Harninkontinenz bei Leistungssportlerinnen ist häufig. Das muss nicht sein. Athletinnen entwickeln seltener Inkontinenz, wenn sie über adäquates Wissen über ihren Beckenboden und dessen Belastbarkeit verfügen. Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten mit entsprechenden Weiterbildungen bieten persönliche Hilfestellung und konkrete Übungsanleitungen. Sie unterstützen Betroffene dabei, Inkontinenzsymptome einschätzen zu lernen. Athletinnen, die wissen, welche muskulären Systeme aktiviert werden müssen, können bei Inkontinenzproblemen gegensteuern.

Von Inkontinenz sind nicht nur Leistungssportlerinnen betroffen. Abhängig von Alter und Geschlecht können Menschen jeden Alters unter unterschiedlichen Formen der Inkontinenz leiden.
Im Rahmen der physiotherapeutischen Behandlung erhalten Betroffene u.a.

  • gezieltes Beckenboden- und Schließmuskeltraining,
  • Haltungsschulungen für den Alltag, für Aktivitäten des täglichen Lebens oder für das Husten,
  • eine gezielte Befunderhebung und individuell angepasste, evidenzbasierte Therapie und
  • Beratung zum Trink- und Entleerungsverhalten.

Es gilt, Hemmschwellen abzubauen das Tabuthema aktiv zur Sprache zu bringen. Auf der Webseite von Physio Austria finden Betroffene eine Liste mit Physiotherapeutinnen und -therapeuten, die Physiotherapie im Beckenbodenbereich anbieten, in allen Bundesländern: bit.ly/2nB05QL

Physio Austria vermittelt gerne Ansprech- und Interviewpartner.

Physio Austria ist der Berufsverband der Physiotherapeuten Österreichs und als Organisation seit fast 60 Jahren in Österreich etabliert. Er vertritt auf Basis der freiwilligen Mitgliedschaft die Belange der Physiotherapie und die Interessen aller Physiotherapeuten Österreichs und engagiert sich für eine verstärkte Versorgung durch freiberufliche Physiotherapeuten. Der Beruf des Physiotherapeuten ist im Bundesgesetz über die gehobenen medizinisch-technischen Dienste (MTD-Gesetz) geregelt.

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Julia Stering, Öffentlichkeitsarbeit Physio Austria, oeffentlichkeitsarbeit@physioaustria.at
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