JETZT - Liste Pilz/Nussbaumer: Mindestertragsgarantie bei privaten Pensionskassen nun auch von AK unterstützt

Veranlagungsverluste müssen von den Eigentümern der privaten Pensionskassen getragen werden

Wien (OTS) - Nachdem Dr. Bernd Nussbaumer, Wirtschafts- und Finanzsprecher von JETZT – Liste Pilz, bereits seit mehreren Wochen für eine Mindestertragsgarantie bei privaten Pensionskassen kämpft, haben nun auch die Arbeiterkammer und die SPÖ diese Forderung übernommen.

Fachverband der Pensionskassen in Erklärungsnot

Mag. Andreas Zakostelsky, Obmann des Fachverbandes der Pensionskassen in der Wirtschaftskammer verteidigt das Modell der privaten Pensionsvorsorge zwar immer noch, allerdings gerät er zunehmend in Erklärungsnot, so Nussbaumer.

Nussbaumer weiter: „Im Jahr 2018 hat die Valida 81,8%, die VBV 86,7% und die APK 93,3% der Schwankungsrückstellung aufgebraucht. Weit über 80% von Rückstellungen aufbrauchen zu müssen, um Veranlagungsverluste ausgleichen zu können, ist für Ökonomen bereits äußerst beunruhigend. In diesem Zusammenhang muss auch darauf werden, dass diese Schwankungsrückstellung aus den Erträgen vorangegangener Jahre gespeist wurde. Somit hat der Aufbau dieser Rückstellung ebenfalls dazu geführt, dass selbst dann die Pensionszusage gekürzt worden ist.“

Pensionskassen agieren im Sinne der Aktionäre

Bernd Nussbaumer richtet an die Pensionskassen folgendes aus: „Ihr agiert im Sinne der Aktionäre und beschert diesen stattlichen Dividenden und Gewinnvorträge, den Versicherten aber zu einem großen Teil stattliche Verluste.“

Ein weiterer Vorwurf lautet, dass durch die Überführung der Betriebspensionen an private Pensionskassen, sich die Unternehmen Beträge in Höhe von mehreren hundert Millionen erspart und ins Unternehmensvermögen übergeführt haben. Der Grund dafür ist, dass diese Unternehmen zuvor mit einem niedrigeren Verrechnungszins kalkuliert haben, allerdings bei Überführung in die privaten Pensionskassen ein höherer Zins angenommen wurde. Damit konnte ein niedrigerer Betrag übergeführt werden, um fiktiv den gleichen Endbetrag zu erreichen.

Nussbaumer: „Wie im Nachhinein nun erkannt werden muss, konnten diese Verrechnungszinsen nie erreicht werden und damit sind auch dadurch die PensionistInnen und AnwärterInnen geschädigt worden. Wohlgemerkt sind diese Unternehmen nun die Aktionäre der privaten Pensionskassen.“

Selbst die NEOS sind zur Unterstützung der privaten Pensionskassen ausgerückt. So schreibt Mag. Gerald Loacker: „Wer das Risiko des Kapitalmarktprodukts Pensionskasse nicht mag, kann bis zu seinem Pensionsantritt entweder in eine Sicherheits-VRG oder in eine betriebliche Kollektivversicherung umsteigen. Dass ein Kapitalmarktprodukt Wertschwankungen unterliegt, liegt in der Natur des Produkts.“

Betroffene schützen, Mindestertragsgarantie sichern

Tatsache ist aber, dass der Übertritt in eine solche Sicherheits-VRG – das ist eine Veranlagungs- und Risikogemeinschaft mit niedrigem, aber vermeintlich gesichertem Verrechnungszinssatz – eine sofortige Kürzung der Pensionszusage nach sich zieht, die nicht wieder aufgeholt wird. Ein Beispiel einer Betroffenen zeigt, dass die ursprüngliche Pensionszusage durch den Überstieg in eine Sicherheits-VRG 2012 und den darauffolgenden Kürzungen aufgrund von Veranlagungsverlusten insgesamt um 33% gekürzt wurde.

Nussbaumer dazu: „Pensionen sollten nicht als ‚Kapitalmarktprodukt‘ angesehen werden, sie sind die Altersversorgung beinahe einer Million ÖsterreicherInnen, die sich darauf verlassen, eine gesicherte Pension zu erhalten.“

In einer Presseaussendung schreibt der Fachverband der Pensionskassen in der Wirtschaftskammer, von einem durchschnittlichen Veranlagungsergebnis von 4,14%. Dabei wird allerdings nicht erwähnt, dass davon noch die Verwaltungskosten von bis zu 0,56% und die Dotierung der Schwankungsrückstellung abzuziehen sind.

Bernd Nussbaumer bekräftigt abschließend seine Forderung: „Es braucht für die Pensionskassen eine gesetzliche Mindestertragsgarantie. Dies hätte zur Folge, dass Veranlagungsverluste von den Eigentümern der privaten Pensionskassen getragen werden müssten. Dadurch würden die Pensionskassen dann vermehrt darauf achten, durch die Veranlagungen tatsächlich Gewinne zu erwirtschaften.“

Rückfragen & Kontakt:

partei.jetzt
Benjamin Weiser
0676 4275613
ben.weiser@partei.jetzt
https://partei.jetzt

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | PLZ0001