- 24.09.2019, 12:45:23
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AK: Klimaschutz muss 3,7 Millionen Beschäftigte berücksichtigen
Anderl: Zehn Milliarden mehr fürs Klima / Vier-Tage-Woche reduziert die Fahrten zur Arbeit / Ökobonus für Öffi-Pendler/ Kosten der Energiewende fair verteilen
Utl.: Anderl: Zehn Milliarden mehr fürs Klima / Vier-Tage-Woche
reduziert die Fahrten zur Arbeit / Ökobonus für Öffi-Pendler/
Kosten der Energiewende fair verteilen =
Wien (OTS) - „Klimaschutz gelingt nur mit den 3,7 Millionen
Beschäftigten in Österreich“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl zur
aktuellen Klimaschutzwoche. Zusätzlich 10 Milliarden Euro mindestens
müssten im Laufe der nächsten 10 Jahre investiert werden, davon
allein 5,5 Milliarden Euro in den Ausbau der Öffis, zwei Milliarden
in saubere Heiz- und Kühlsysteme und eine Milliarde in die thermische
Sanierung. „Wir müssen an vielen Schrauben drehen. Es gibt
intelligente Lösungen, die allen helfen, statt die einen gegen die
anderen auszuspielen“, fordert Anderl. So würde beispielsweise das
Recht auf eine Vier-Tage-Woche vielen helfen, lange Fahrtzeiten zur
Arbeit zu sparen. Auch bei der Energiewende fordert die AK
Präsidentin faire Lastenverteilung und eine Reform des
Energieeffizienzgesetzes. Die Umstellung auf 100 Prozent Strom aus
erneuerbaren Quellen muss fair gestaltet werden. „Das wird viel Geld
kosten. Es kann nicht sein, dass die privaten Haushalte und die
Kleinbetriebe den Großteil der nötigen Investitionen ins Stromnetz
und den Ökostrom schultern“, so Anderl.
Verkehrswende mit mehr Öffis und Ökobonus für Öffi-PendlerInnen
„Die Verkehrswende kann nur geschafft werden, wenn die Öffis weiter
massiv ausgebaut werden. Denn viele Menschen können nicht auf Bahn
oder Bus umsteigen, weil sie Schicht arbeiten oder weit von Bus oder
Bahn entfernt wohnen.“ Anreize für mehr Öffi-Nutzung will die AK mit
einem Öko-Bonus für die PendlerInnen, die Öffis für die Fahrt zur
Arbeit nutzen. Auch ein Recht auf die Vier-Tage-Woche wäre ein
Beitrag zum Klimaschutz: Die AK schätzt: Wenn ein Fünftel der
Beschäftigten die Vier-Tage-Woche in Anspruch nehmen würde, wären das
885 Millionen Autokilometer und 130.000 Tonnen Treibhausgas weniger.
„Ein Beitrag für Mensch und Klima. Wir brauchen viele solcher
Ansätze“, so Anderl. Mehr soziale Fairness fordert Anderl auch beim
Flugverkehr: Ein Flugticket innerhalb Europas muss ähnlich besteuert
werden wie ein Bahnticket. Der harte Preiskampf im Flugverkehr wird
derzeit auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen. „Das muss
aufhören“, so Anderl. Dann hat auch die klimafreundliche Bahn auf den
kurzen und mittleren Strecken wieder mehr Chancen im Wettbewerb.
Energiewende: Energie intelligent nutzen, Lasten fair verteilen
„Nur mit einer deutlichen Reduktion des Energieverbrauches werden wir
die Energiewende schaffen“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. Dies
ist nicht mit freiwilligen Maßnahmen zu erreichen. „Wir brauchen eine
Reform des Energieeffizienzgesetzes mit ambitionierten Maßnahmen, die
tatsächlich zu Energieeinsparungen führen, und eine Behörde mit Biss,
die das überwacht.“ Außerdem muss es zusätzliche Förderungen für
thermische Sanierungen geben, die auch Menschen mit kleineren
Einkommen zu Gute kommen. Förderungen brauchen wir auch für den
Umstieg auf saubere Heiz- und Kühlsysteme sowie für den effizienten
Ausbau von erneuerbarem Strom – wie Wind und Photovoltaik. Dringend
erforderlich ist hierfür das Erneuerbaren Ausbaugesetz, das bereits
im April dieses Jahres in Begutachtung gehen sollte.
Die Umstellung des Energiesystems auf saubere Energie ist mit enormen
Kosten verbunden. Wichtig dabei ist die gerechte Verteilung der
Kosten und eine breite Basis an ZahlerInnen. Für die Industrie und
die großen Unternehmen darf es keine ungerechtfertigten Ausnahmen
geben. Schon jetzt bezahlen die Haushalte und kleinen Betriebe 41
Prozent der Stromkosten, obwohl sie nur 25 Prozent der Energie
verbrauchen. Die Industrie hingegen verbraucht 43 Prozent der
Energie, zahlt aber nur 21 Prozent der Kosten. „Wir müssen eine
weitere Schieflage zu Lasten der Haushalte vermeiden“, so die AK
Präsidentin. „Es darf keine Entwicklung zur
Zwei-Klassen-Energiegesellschaft geben: Wer von Energiearmut
betroffen ist, muss unterstützt werden. Vor allem bei der
Wärmeversorgung müssen die Rechte für Konsumentinnen und Konsumenten
geschützt und ausgebaut werden.“
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