Der „Ö1 Orchestertag“ am 28.9. anlässlich „50 Jahre RSO Wien“

Wien (OTS) - Von den „Hörbildern“ über den „Ö1 Klassik-Treffpunkt“ oder „Diagonal“ bis zur Liveübertragung von „Rusalka“ aus dem Theater an der Wien – zum 50er des ORF-Radio-Symphonieorchesters gratuliert Ö1 im Rahmen des „Ö1 Orchestertages“ am Samstag, den 28. September mit zahlreichen Sendungen. Das Programm im Detail ist abrufbar unter https://oe1.orf.at/orchestertag.

Den Auftakt des „Ö1 Orchestertages“ macht „Guten Morgen Österreich“ (6.05 Uhr), gefolgt vom „Pasticcio“ (8.15 Uhr). Die „Hörbilder“ (9.05 Uhr) bringen ein Porträt der neuen RSO-Chefdirigentin: „Marin Alsop. Die Maestra aus Baltimore“. Alsop studierte in Yale und an der Juilliard School, bevor sie Ende der 1980er-Jahre ihre Karriere als Dirigentin startete. Kein Geringerer als Maestro Leonard Bernstein begleitete die Karriere der jungen Alsop. Als sie kein Angebot erhielt, das ihren Talenten entsprochen hätte, gründete sie 1984 kurzerhand ihr eigenes Orchester: Concordia. Sie durchbrach die gläserne Decke und übernahm 2007 das Baltimore Symphony Orchestra, dem sie seither vorsteht. Marin Alsop lebt mittlerweile in Baltimore, jener amerikanischen Großstadt, die wohl am stärksten mit Armut, Kriminalität und Rassenkonflikten zu kämpfen hat. Sie engagiert sich mit den „Orchkids“ für die musikalische Bildung und schulische Unterstützung mittelloser Kinder. Mit ihrem humorvollen Temperament und ihrer Energie hat sie gelernt, sich in einer Männerdomäne zu behaupten: „Ich versuche jeden Tag mit 48 Stunden auszustatten, um alles unterzubringen - einfach weil es mir solchen Spaß macht!“

Im „Ö1 Klassik-Treffpunkt“ ab 10.05 Uhr im Großen Sendesaal des RadioKulturhauses ist diesmal das gesamte RSO Wien zu Gast, das live spielen wird - etwa Richard Dünsers „The Waste Land“. Es dirigiert Christian Muthspiel, Komponist der neuen Ö1-Signations. Das RSO Wien hat vor anderthalb Jahren einen Großteil dieser Signations mit ihm aufgenommen, eine Auswahl davon erklingt am „Ö1 Orchestertag“ live im Großen Sendesaal. Musikalisch vorstellen wird sich auch eines der RSO-Ensembles, die „Supercussion Vienna“, bestehend aus der Schlagwerkgruppe des Orchesters. Zum Gespräch begrüßt Albert Hosp vier Musiker/innen des RSO Wien, Christian Muthspiel sowie Orchesterintendant Christoph Becher.

Am Nachmittag geht es weiter mit „Le week-end“ (13.00 Uhr) und ab 14.00 Uhr ist im „Ö1 Hörspiel“ Hermann Burgers „Bewerbungsschreiben eines Orchesterdieners“ mit Walter Schmidinger zu hören. Regie bei der ORF-Produktion aus dem Jahr 1982 führte Klaus Gmeiner. In dieser Hommage an eine zu wenig beachtete Berufsgruppe bewirbt sich August Schramm beim Generalmusikdirektor einer städtischen Philharmonie um den freigewordenen Posten eines „Orchesterdieners“. Seinen Vorgänger Urfer traf angeblich nach einem verpatzten Decrescendo des Orchesters in Felix Mendelssohn-Bartholdys Symphonie in a-Moll der Schlag. Anders als der musiksensible Urfer ist August Schramm stolz auf sein „musikalisches Analphabetentum“, denn dies ermögliche „absolute instrumentale Neutralität“. Präzise erläutert er in seinem Bewerbungsschreiben, welche Qualifikationen ein Orchesterwart haben müsse …

„Apropos Klassik“ (15.05 Uhr) wirft einen Blick zurück auf das vergangene Jahrzehnt, das in mehrfacher Hinsicht das bewegteste in der 50-jährigen Geschichte des RSO war. So betrat das Orchester Neuland, in dem es etwa gemeinsam mit Rappern und Breakdancern in einem Wiener Einkaufszentrum ein neues Werk zur Uraufführung brachte, die Musiker/innen wirkten selbst bei einer Tanzperformance mit und waren Darsteller/innen in Filmen. Und sogar Hollywood meldete sich, weil es vom RSO Wien gespielte Musik als Soundtrack verwenden wollte. Cornelius Meister war Chefdirigent dieser Ära, in der speziell für das Orchester u.a. „Tanzmusik für Fortgeschrittene“ und „102 Meisterwerke“ geschrieben wurden. Musiker/innen des RSO Wien berichten von ihren Erlebnissen während des vergangenen Jahrzehnts. Dazu erklingen Werke von Giacinto Scelsi, John Barry, Hector Berlioz, Enis Rotthoff und Bernhard Gander.

Ein „Diagonal“ über Orchester als große Klangkörper zwischen Hierarchie und Demokratie steht ab 17.05 Uhr auf dem Ö1-Programm. Einem Orchester auf der Bühne sieht man nicht an, welch diffiziles Hierarchiesystem das Gelingen des Zusammenspiels gewährleistet. Mit Ausnahme vielleicht des oder der Konzertmeisterin, deren privilegierte Position sich schon im ritualisierten Händedruck mit dem Dirigenten vor Konzertbeginn zeigt, sind die vielen weiteren Hierarchieebenen einem Blick von außen nicht ohne weiters zugänglich. Diagonal untersucht den Klangkörper „Orchester“ zwischen der Individualität seiner Mitglieder und der Disziplin seiner Hierarchie. Eine musikalisch-gesellschaftshistorische Erkundung als Orchester-Familienaufstellung aus Anlass des 50. Geburtstages des RSO Wien.

Ab 19.00 Uhr überträgt Ö1 live aus dem Theater an der Wien Antonin Dvoraks „Rusalka“. Es spielt das RSO Wien unter David Afkham, es singen Maria Bengtson (Rusalka), Ladislav Elgr (Prinz), Günther Groissböck (Wassermann), Natascha Petrinsky (Jezibaba), Kate Aldrich (Fremde Fürstin), der Arnold Schoenberg Chor u.a. Den Abschluss des „Ö1 Orchestertages“ macht ab 23.30 Uhr die „Ö1 Jazznacht“, in der Orchestermitglieder über die jazzige Seite des RSO Wien sprechen. Das Programm des „Ö1 Orchestertags“ im Detail ist abrufbar unter https://oe1.orf.at/orchestertag.

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