- 23.09.2019, 09:53:00
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Der „Ö1 Orchestertag“ am 28.9. anlässlich „50 Jahre RSO Wien“
Wien (OTS) - Von den „Hörbildern“ über den „Ö1 Klassik-Treffpunkt“
oder „Diagonal“ bis zur Liveübertragung von „Rusalka“ aus dem Theater
an der Wien – zum 50er des ORF-Radio-Symphonieorchesters gratuliert
Ö1 im Rahmen des „Ö1 Orchestertages“ am Samstag, den 28. September
mit zahlreichen Sendungen. Das Programm im Detail ist abrufbar unter
https://oe1.orf.at/orchestertag.
Den Auftakt des „Ö1 Orchestertages“ macht „Guten Morgen
Österreich“ (6.05 Uhr), gefolgt vom „Pasticcio“ (8.15 Uhr). Die
„Hörbilder“ (9.05 Uhr) bringen ein Porträt der neuen
RSO-Chefdirigentin: „Marin Alsop. Die Maestra aus Baltimore“. Alsop
studierte in Yale und an der Juilliard School, bevor sie Ende der
1980er-Jahre ihre Karriere als Dirigentin startete. Kein Geringerer
als Maestro Leonard Bernstein begleitete die Karriere der jungen
Alsop. Als sie kein Angebot erhielt, das ihren Talenten entsprochen
hätte, gründete sie 1984 kurzerhand ihr eigenes Orchester: Concordia.
Sie durchbrach die gläserne Decke und übernahm 2007 das Baltimore
Symphony Orchestra, dem sie seither vorsteht. Marin Alsop lebt
mittlerweile in Baltimore, jener amerikanischen Großstadt, die wohl
am stärksten mit Armut, Kriminalität und Rassenkonflikten zu kämpfen
hat. Sie engagiert sich mit den „Orchkids“ für die musikalische
Bildung und schulische Unterstützung mittelloser Kinder. Mit ihrem
humorvollen Temperament und ihrer Energie hat sie gelernt, sich in
einer Männerdomäne zu behaupten: „Ich versuche jeden Tag mit 48
Stunden auszustatten, um alles unterzubringen - einfach weil es mir
solchen Spaß macht!“
Im „Ö1 Klassik-Treffpunkt“ ab 10.05 Uhr im Großen Sendesaal des
RadioKulturhauses ist diesmal das gesamte RSO Wien zu Gast, das live
spielen wird - etwa Richard Dünsers „The Waste Land“. Es dirigiert
Christian Muthspiel, Komponist der neuen Ö1-Signations. Das RSO Wien
hat vor anderthalb Jahren einen Großteil dieser Signations mit ihm
aufgenommen, eine Auswahl davon erklingt am „Ö1 Orchestertag“ live im
Großen Sendesaal. Musikalisch vorstellen wird sich auch eines der
RSO-Ensembles, die „Supercussion Vienna“, bestehend aus der
Schlagwerkgruppe des Orchesters. Zum Gespräch begrüßt Albert Hosp
vier Musiker/innen des RSO Wien, Christian Muthspiel sowie
Orchesterintendant Christoph Becher.
Am Nachmittag geht es weiter mit „Le week-end“ (13.00 Uhr) und ab
14.00 Uhr ist im „Ö1 Hörspiel“ Hermann Burgers „Bewerbungsschreiben
eines Orchesterdieners“ mit Walter Schmidinger zu hören. Regie bei
der ORF-Produktion aus dem Jahr 1982 führte Klaus Gmeiner. In dieser
Hommage an eine zu wenig beachtete Berufsgruppe bewirbt sich August
Schramm beim Generalmusikdirektor einer städtischen Philharmonie um
den freigewordenen Posten eines „Orchesterdieners“. Seinen Vorgänger
Urfer traf angeblich nach einem verpatzten Decrescendo des Orchesters
in Felix Mendelssohn-Bartholdys Symphonie in a-Moll der Schlag.
Anders als der musiksensible Urfer ist August Schramm stolz auf sein
„musikalisches Analphabetentum“, denn dies ermögliche „absolute
instrumentale Neutralität“. Präzise erläutert er in seinem
Bewerbungsschreiben, welche Qualifikationen ein Orchesterwart haben
müsse …
„Apropos Klassik“ (15.05 Uhr) wirft einen Blick zurück auf das
vergangene Jahrzehnt, das in mehrfacher Hinsicht das bewegteste in
der 50-jährigen Geschichte des RSO war. So betrat das Orchester
Neuland, in dem es etwa gemeinsam mit Rappern und Breakdancern in
einem Wiener Einkaufszentrum ein neues Werk zur Uraufführung brachte,
die Musiker/innen wirkten selbst bei einer Tanzperformance mit und
waren Darsteller/innen in Filmen. Und sogar Hollywood meldete sich,
weil es vom RSO Wien gespielte Musik als Soundtrack verwenden wollte.
Cornelius Meister war Chefdirigent dieser Ära, in der speziell für
das Orchester u.a. „Tanzmusik für Fortgeschrittene“ und „102
Meisterwerke“ geschrieben wurden. Musiker/innen des RSO Wien
berichten von ihren Erlebnissen während des vergangenen Jahrzehnts.
Dazu erklingen Werke von Giacinto Scelsi, John Barry, Hector Berlioz,
Enis Rotthoff und Bernhard Gander.
Ein „Diagonal“ über Orchester als große Klangkörper zwischen
Hierarchie und Demokratie steht ab 17.05 Uhr auf dem Ö1-Programm.
Einem Orchester auf der Bühne sieht man nicht an, welch diffiziles
Hierarchiesystem das Gelingen des Zusammenspiels gewährleistet. Mit
Ausnahme vielleicht des oder der Konzertmeisterin, deren
privilegierte Position sich schon im ritualisierten Händedruck mit
dem Dirigenten vor Konzertbeginn zeigt, sind die vielen weiteren
Hierarchieebenen einem Blick von außen nicht ohne weiters zugänglich.
Diagonal untersucht den Klangkörper „Orchester“ zwischen der
Individualität seiner Mitglieder und der Disziplin seiner Hierarchie.
Eine musikalisch-gesellschaftshistorische Erkundung als
Orchester-Familienaufstellung aus Anlass des 50. Geburtstages des RSO
Wien.
Ab 19.00 Uhr überträgt Ö1 live aus dem Theater an der Wien Antonin
Dvoraks „Rusalka“. Es spielt das RSO Wien unter David Afkham, es
singen Maria Bengtson (Rusalka), Ladislav Elgr (Prinz), Günther
Groissböck (Wassermann), Natascha Petrinsky (Jezibaba), Kate Aldrich
(Fremde Fürstin), der Arnold Schoenberg Chor u.a. Den Abschluss des
„Ö1 Orchestertages“ macht ab 23.30 Uhr die „Ö1 Jazznacht“, in der
Orchestermitglieder über die jazzige Seite des RSO Wien sprechen. Das
Programm des „Ö1 Orchestertags“ im Detail ist abrufbar unter
https://oe1.orf.at/orchestertag.
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