Streit im Weltpostverein: Handelsverband hofft auf Einigung zwischen USA und China.

Sondergipfel entscheidet über Zukunft des Weltpostvertrags. Handelsverband fordert faire Tarife und Ende der Bevorzugung chinesischer Onlinehändler.

Wien (OTS) - Kaum jemand kennt den Weltpostvertrag. Dabei enthält dieser vor 144 Jahren abgeschlossene völkerrechtliche Vertrag die grundlegenden Bestimmungen über den globalen Briefpostdienst. So ermöglicht die Vereinbarung etwa chinesischen Onlinehändlern, ihre Pakete zu stark reduzierten Versandpreisen in die EU oder die USA zu schicken und dortige Wettbewerber preislich zu unterbieten.

Niedrige Tarife für China-Händler wettbewerbsverzerrend und klimaschädlich

Der hierfür relevante Index wird zwar regelmäßig angepasst – doch auch nach der letzten Anpassung im Jahr 2018 wird China gegenüber dem Westen bevorzugt. Die Erklärung: Sogenannte "Entwicklungs- und Schwellenländer" sind im Weltpostvertrag aufgrund einer Anpassung aus dem Jahr 1969 deutlich bessergestellt als die Industriestaaten.

Zu ersteren zählt auch das Reich der Mitte, weshalb heute ganz Europa von der Paketlawine aus Fernost überrollt wird. "2018 gelangten über eCommerce-Plattformen wie AliExpress oder Wish mehr als 7,5 Millionen Pakete nach Österreich, die jährliche Wachstumsrate liegt bei 30 Prozent. Damit wirkt der Weltpostvertrag nicht nur wettbewerbsverzerrend, sondern auch klimaschädlich. Allein die Zahl der weltweiten Retouren pro Jahr ist im eCommerce mittlerweile so groß, dass alle Pakete drei Mal die Erde umrunden könnten", erklärt Handelsverband-Geschäftsführer Rainer Will.

USA und Europa müssen FairCommerce sicherstellen

Im Vorjahr hat auch Donald Trump das Tarif-Problem erkannt und mitgeteilt, das Postabkommen mit China aufzukündigen. Im Gegensatz zu vielen anderen kontroversen Entscheidungen des US-Präsidenten eine nachvollziehbare Strategie.

Kommende Woche findet nun von 24. bis 26. September in Genf ein außerordentlicher Kongress statt, um doch noch eine Lösung zu finden, die den Verbleib der USA im Weltpostverein (UPU) sichert. Der Handelsverband hofft auf eine Einigung und wünscht sich in dieser Angelegenheit auch von den europäischen Entscheidungsträgern ein entschlossenes Vorgehen.

"FairCommerce heißt auch faire Versandtarife für Pakete. Kein Mensch versteht, warum chinesische Webshops für den Auslandsversand von Kleinpaketen um 50 bis 60 Prozent weniger bezahlen müssen als heimische Händler. Der asiatische eCommerce-Riese Alibaba hat im Geschäftsjahr 2019 einen Gewinn von 80 Milliarden Yuan erwirtschaftet. Da braucht es wahrlich keine zusätzlichen Subventionen durch niedrigere Posttarife", so Rainer Will abschließend.

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