Mit der Überforderung steigt die Gefahr für Gewalt

Es braucht Maßnahmen zum Kinderschutz in Krippe und Kindergarten

Die Betreuung von Kindern in Kindergarten und Kinderkrippe ist eine anspruchsvolle Tätigkeit, die kontinuierliche Fortbildung und Supervision braucht. Gewalt entsteht oft durch Überforderung und dieser muss entgegen gewirkt werden
Martina Wolf, Geschäftsführerin im Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren
Werden solche Kinderschutzkonzepte wirklich mit Leben gefüllt, kann damit das Bewusstsein geschärft und die Gefahr für Gewalt in Einrichtungen reduziert werden
Martina Wolf, Geschäftsführerin Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren

Wien (OTS) - Seit über 30 Jahre begleiten DIE ÖSTERREICHISCHEN KINDERSCHUTZZENTREN Kinder, die von Gewalt betroffene sind. Meist findet diese Gewalt im nahen Umfeld der Kindes statt, oft innerhalb der Familie, immer wieder in der Schule – nun lassen Vorfälle in Kindergärten und eine Bachelorarbeit zum Thema „Gewalt in Kindergärten“ aufhorchen.

DIE ÖSTERREICHISCHEN KINDERSCHUTZZENTREN sehen in der Thematik einerseits auch ein strukturelles Problem und verweisen auf die Aussendung der Plattform Educare: Fachkräftemangel, zu wenig finanzielle Mittel für die Elementarpädagogik, kaum Supervision, ua.
Hier ist die Politik gefordert, endlich jene Rahmenbedingungen zu schaffen, die eine qualitätsvolle Begleitung der Kinder garantiert.

„Die Betreuung von Kindern in Kindergarten und Kinderkrippe ist eine anspruchsvolle Tätigkeit, die kontinuierliche Fortbildung und Supervision braucht. Gewalt entsteht oft durch Überforderung und dieser muss entgegen gewirkt werden“, Martina Wolf, Geschäftsführerin im Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren. „Es braucht ein hohes Bewusstsein, was in herausfordernden Grenzsituationen zu tun ist und was eben nicht sein darf.“

Vor diesem Hintergrund sehen DIE ÖSTERREICHISCHEN KINDERSCHUTZZENTREN auch die Trägerorganisationen gefordert, Kinderschutzkonzepte zu entwickeln, damit der Kindergarten ein sicherer Ort bleibt, selbst wenn es zu Stress- und Überforderungssituationen kommt. Solche Kinderschutzkonzepte umfassen ausgehend vom Leitbild der Organisation, klare Einstellungskriterien, einen Verhaltenskodex für die MitarbeiterInnen (was darf ich, was darf ich nicht, wohin wende ich mich, wenn nichts mehr geht…), ein Beschwerdemanagement für Kinder und Eltern und ein klares Vorgehen in Fällen von Gewalt bzw. Verdacht auf Gewalt gegen Kinder. Zudem sind in solchen Kinderschutzkonzepten klare Verantwortlichkeiten definiert – dazu zählt die Rolle einer/eines Kinderschutzbeauftragten, die/der im Verdachtsfall zu kontaktieren ist.

DIE ÖSTERREICHISCHEN KINDERSCHUTZZENTREN unterstützen Organisationen dabei, solche Kinderschutzkonzepte zu entwickeln und bilden sogenannte Kinderschutzbeauftragte aus. In dieser Fortbildung wird grundlegendes Kinderschutz-Basiswissen, Know-How über Gewaltdynamiken, Kommunikation mit Kindern und Eltern in Krisensituationen, Rechtliches sowie die Themen Kooperation und Hilfe, Vernetzung mit Einrichtungen, Interventionen im Krisenfall und der Aspekt der Selbstreflexion vermittelt.

„Werden solche Kinderschutzkonzepte wirklich mit Leben gefüllt, kann damit das Bewusstsein geschärft und die Gefahr für Gewalt in Einrichtungen reduziert werden“, ist Martina Wolf überzeugt.

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DIE ÖSTERREICHISCHEN KINDERSCHUTZZENTREN
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Martina Wolf
martina.wolf@oe-kinderschutzzentren.at
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