Preisträgerinnen und Preisträger des Österreichischen Kunstpreises und des Hans-Hollein-Kunstpreises für Architektur 2019 stehen fest

Bundesminister Schallenberg: „Kunst aus Österreich leistet einen wertvollen Beitrag zum internationalen Diskurs“

Wien (OTS) - Die Kunstschaffenden, die im November mit dem Österreichischen Kunstpreis 2019 ausgezeichnet werden, stehen fest. Der mit 15.000 Euro dotierte Preis wird heuer in den Sparten Bildende Kunst, Film, Kulturinitiativen, Künstlerische Fotografie, Literatur, Medienkunst sowie Musik verliehen. Darüber hinaus wird der Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur vergeben. Dieser wird seit 2016 jährlich in Würdigung von Hans Hollein für ein umfangreiches, auch international anerkanntes Werk vergeben. Auch dieser Preis ist mit 15.000 Euro dotiert.

„Die heurigen Preisträgerinnen und Preisträger verweisen auf das breite Spektrum österreichischen Kunstschaffens: eine Kunst, die auch internationale Aufmerksamkeit auf sich zieht und oftmals wegweisend ist. Es ist die Aufgabe des Bundes, diese innovativen Tendenzen zu fördern. Denn Kunst aus Österreich leistet einen wertvollen Beitrag zum internationalen Diskurs und unterstreicht ein maßgebliches Element zeitgenössischen Kunstschaffens: der Gesellschaft einen Spiegel vorzuhalten und zum Nachdenken anzuregen“, so Bundesminister Alexander Schallenberg.

Folgende Künstlerinnen und Künstler werden mit dem Kunstpreis 2019 ausgezeichnet:

  • Ashley Hans Scheirl, Bildende Kunst
  • Martina Kudláček, Film
  • Kulturverein Rož, Kulturinitiativen
  • Tatiana Lecomte, Künstlerische Fotografie
  • Maja Haderlap, Literatur
  • Thomas Feuerstein, Medienkunst
  • Bernhard Lang, Musik
  • PPAG architects (Anna Popelka/Georg Poduschka), Hans-Hollein-Kunstpreis für Architektur

Die feierliche Überreichung der Preise durch Bundesminister Alexander Schallenberg findet am 25. November 2019 im Bundeskanzleramt statt.

Der Österreichische Kunstpreis wird Künstlerinnen und Künstlern für ihr Gesamtwerk zuerkannt und jährlich vom Bundeskanzleramt vergeben. Mit dem Preis wird sowohl ein facettenreiches Kunstschaffen, ein umfassendes Oeuvre als auch die kontinuierliche inhaltliche Weiterentwicklung in der künstlerischen Arbeit gewürdigt. Mit der Vergabe des Hans-Hollein-Kunstpreises für Architektur soll das Andenken an Hans Hollein bewahrt und die große Bedeutung seines Werks betont werden.

Die Auswahl der Preisträgerinnen und Preisträger erfolgt durch unabhängige Expertenjurys, eine Bewerbung ist nicht möglich.

Ashley Hans Scheirl, geboren 1956 in Salzburg, lebt und arbeitet als Transgender-Malerin, Konzept-, Mixed Media-, Performance-, Body-Art- und Videokünstlerin in Wien. 1975 bis 1980 Studium der Konservierung und Restaurierung an der Akademie der Bildenden Künste in Wien. Anfang der 80er Jahre ging sie nach New York, wo sie für den wöchentlichen Performanceabend „Wednesdays at A’s“ arbeitete. 16 Jahre lang lebte und arbeitete Scheirl in London, 2003 diplomierte sie am Central Saint Martins College als Master of Arts der Bildenden Kunst. Seit 2006 ist Scheirl Professorin für „kontextuelle Malerei“ an der Akademie der bildenden Künste in Wien. 2017 nahm sie an der documenta 14 in Athen und Kassel teil.

Martina Kudláček, geboren 1965 in Wien, lebt und arbeitet als Filmregisseurin, Drehbuchautorin und Filmproduzentin in Wien. Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaft an der Universität Wien. Magister in Regie für Dokumentarfilm an der Film- und Fernsehakademie FAMU in Prag. 1994 gründete sie die Filmproduktion Mina Film in Prag. 1997 war sie Fellow an der Kunsthochschule für Medien in Köln. Ihr mit mehreren Preisen ausgezeichnetes Schaffen in Dokumentarregie führte zur Arbeit in Archiven. Sie bekam den „Film Preservation Award“ (2004) des Anthology Film Archives in New York City verliehen, wo sie von 1998 bis 2004 gemeinsam mit deren Direktor und Filmemacher Jonas Mekas zusammenarbeitete. Derzeit arbeitet sie an der Fertigstellung ihres Dokumentarprojekts über den österreichischen Avantgardefilmer und Kulturtheoretiker Peter Kubelka.

Der Slovensko prosvetno društvo/Slowenischer Kulturverein Rož in St. Jakob im Rosental/Šentjakob v Rožu in Kärnten wurde 1902 gegründet und kann auf eine über hundertjährige Bestandsgeschichte zurückblicken. Der Verein setzt sich dafür ein, die besten Seiten beider Kulturen zu nutzen und „pflegt eine Kultur des Sprechens und Erinnerns“ (zit. Maja Haderlap). Der Kulturverein will weder schweigen noch sich anpassen. In seinen Veranstaltungen erinnert und mahnt er, verankert im Heute mit Wurzeln in der Vergangenheit. Die Kulturarbeit findet in verschiedenen kulturellen Gruppen statt: Theatergruppe teatr trotamora, Jugendtheatergruppe teatr zora, Kinderchor rožce, Frauenchor Rož.

Tatiana Lecomte, geboren 1971 in Bordeaux, lebt und arbeitet in Wien. Sie studierte von 1991 bis 1992 an der Académie des Beaux-Arts in Lyon, von 1993 bis 1995 absolvierte sie die Meisterklasse für Malerei in Graz, von 1995 bis 2002 setzte sie ihre Studien an der Universität für angewandte Kunst Wien sowie von 1998 bis 2000 an der Gerrit Rietveld Academie in Amsterdam fort. Tatiana Lecomte arbeitet vorwiegend mit gefundenem fotografischem Material und beschäftigt sich seit Jahren mit Fragen des bildlichen Gedächtnisses. Lecomte untersucht, wie sich Abbildungen zur Vermittlung von Erinnerung eignen.

Maja Haderlap, geboren 1961 in Bad Eisenkappel, Kärnten, ist Lyrikerin und Romanautorin, schreibt sowohl in slowenischer als auch in deutscher Sprache und übersetzt aus dem Slowenischen ins Deutsche. Sie lebt und arbeitet in Klagenfurt. Nach einem Studium der Theaterwissenschaft und Germanistik an der Universität Wien war sie als Dramaturgin und Universitätslektorin tätig und war Lehrbeauftragte am Institut für Vergleichende Literaturwissenschaften in Klagenfurt. Beginnend mit 1992 war sie 15 Jahre lang leitende Dramaturgin am Stadttheater Klagenfurt. Sie ist langjährige Mitherausgeberin und Redakteurin der Kärntner-slowenischen Literaturzeitschrift „mladje“.

Thomas Feuerstein, 1968 in Innsbruck geboren, lebt in Innsbruck und Wien und arbeitet im Bereich der Konzept- und Medienkunst. 1987 bis 1995: Studium der Kunstgeschichte und Philosophie an der Universität Innsbruck. Von 1992 bis 1994 gab er gemeinsam mit Klaus Strickner die Zeitschrift „Medien. Kunst. Passagen.“, Passagen Verlag Wien heraus. 1992: Gründung des Büros für intermedialen Kommunikationstransfer und des Vereines medien.kunst.tirol. Feuerstein erhielt 1992 und 1993 Forschungsaufträge des österreichischen Wissenschaftsministeriums über Kunst im elektronischen Raum und Kunst & Architektur. Seit 1997: Lehraufträge und Seminare an der Universität Innsbruck, Hochschule für Musik und Theater Bern, F + F Zürich, Fachhochschule Intermedia Dornbirn, Universität Mozarteum Salzburg, Universität für angewandte Kunst, Wien.

Bernhard Lang, geboren 1957 in Linz, lebt und arbeitet als freischaffender Komponist in Wien. Musikstudium am Brucknerkonservatorium in Linz, ab 1975 Studien an der Kunstuniversität Graz (Komposition, Klavier, Jazztheorie, Harmonielehre) sowie Philosophie und Germanistik an der Karl-Franzens-Universität; 1977 bis 1981: Arbeit mit diversen Jazzgruppen als Komponist, Arrangeur und Pianist und Auseinandersetzung mit Elektronischer Musik und Computertechnologie am IEM Graz. Seine Werke reichen von Solostücken und kleinen Kammermusikbesetzungen über Chorwerke bis hin zu großen Ensemblestücken, Orchester- und Musiktheaterwerken. Seit 2003 a. o. Professor für Komposition an der Kunstuniversität Graz; zahlreiche Arbeitsaufenthalte im In- und Ausland; seit 2000 rege internationale Vortragstätigkeit.

Anna Popelka und Georg Poduschka, beide ehemalige Studierende der TU-Graz, gründeten 1995 PPAG architects. PPAG bearbeiten bewusst das gesamte Feld der Architektur, sie praktizieren keinen Stil, sondern kultivieren die Innovation in der Architektur. Die Größe ihrer Projekte variiert von städtebaulichen Planungen bis hin zu Möbeln – weithin bekannt und populär sind die von ihnen entworfenen Sitzmöbel (Enzis) in den Innenhöfen des MuseumsQuartiers Wien. Schwerpunkte haben sich in den letzten Jahren im Wohn- und Bildungsbau ergeben. Vorwiegend in Wien tätig, bearbeiten PPAG zuletzt auch Projekte in Deutschland und Norwegen.

Anna Popelka, geboren 1961 in Graz, 1980 bis 1987 Architekturstudium an der TU Graz bzw. 1986 bis 1994 an der TU Graz/az1 und an der École d’Architecture Paris-Tolbiac, Gastprofessuren in Graz und Wien.

Georg Poduschka, geboren 1967 in Linz, 1986 bis 1994 Architekturstudium an der TU Graz und an der École d’Architecture Paris-Tolbiac. Gastprofessuren in Wien und Graz.

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Claudia Türtscher
Presse Bundesminister Mag. Alexander Schallenberg
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