BV Lichtenegger: Offener Brief an Sozialministerin Brigitte Zarfl zum Projekt Hochgarage der Pensionsversicherungsanstalt

Wien (OTS) -

Sehr geehrte Frau Bundesministerin Mag.a Dr.in Zarfl,

ich wende mich heute an Sie, da Sie nun in Ihrer Funktion als Aufsichtsbehörde der Pensionsversicherungsanstalt die einzige Person sind, die den geplanten Bau einer Hochgarage noch verhindern kann.

Die Pensionsversicherungsanstalt (PVA) beabsichtigt im 2. Wiener Gemeindebezirk eine Hochgarage mit 445 Stellplätzen zu errichten. Trotz meines Einwandes (siehe Anhang) erhielt sie dafür einen Baubescheid.

Ich sehe es als fatales Signal, wenn in Zeiten wie diesen, wo Jugendliche regelmäßig gegen den Klimawandel protestieren, eine Institution, die mit verpflichtenden Beiträgen finanziert und von Steuergeld gestützt wird, Pläne verfolgt, die den verkehrspolitischen Intentionen der 60er und 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts entsprechen, aber keineswegs zukunftsorientiert sind.

Nach meiner Ansicht besteht für diesen klimapolitischen Unsinn absolut keine Notwendigkeit. Die PVA ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut angebunden und wird es mit der Errichtung der neuen Straßenbahnlinie 12 in Zukunft noch besser sein.

Die immer ins Treffen geführten sogenannten "Kundenparkplätze" könnten, und das kann von einem verantwortungsbewussten Management verlangt werden, in der bereits vorhandenen Garage untergebracht werden.

Als Bezirksvorsteherin sind mir die Wünsche der Belegschaft nach "eigenen" Autoabstellflächen durchaus bekannt. Gerade am unweit gelegenen Nordbahnhof ist das immer wieder Thema. Nur finden die neu angesiedelten Betriebe dort kreativere Lösungen, wie beispielsweise ein Jobticket oder mehr Fahrradabstellflächen samt E-Ladestationen.

Die Stadt Wien ist, wie Ihnen sicher nicht unbekannt sein wird, in den letzten zehn Jahren um die Größe der Stadt Linz gewachsen. Deshalb ist es auch eine große Herausforderung, leistbaren Wohnraum und Grünflächen zu schaffen. Der Grünraum, statt dem die PVA diese Hochgarage errichten will, würde sich dafür bestens eignen und wäre auch ein sichtbares Zeichen, dass die Pensionsversicherungsanstalt ihrer Verantwortung für die Lebensqualität künftiger Generationen nachkommt.

In der Hoffnung, dass Sie, sehr geehrte Frau Bundesministerin, Ihren Einfluss geltend machen, damit dieses Projekt niemals umgesetzt wird, verbleibe ich dankend

mit freundlichen Grüßen

Uschi Lichtenegger
Bezirksvorsteherin Leopoldstadt


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