Greenpeace protestierte mit Mercosur-Lotterie gegen Handelspakt

78% der Österreicher fordern Veto gegen Mercosur-Pakt - Parlament kann Handelsdeal heute stoppen

Wien (OTS) - Die Umweltschutzorganisation Greenpeace protestierte heute vor dem Parlament gegen den geplanten Handelspakt zwischen der EU und den Mercosur-Staaten. Mit einer “Mercosur-Lotterie” - einem überdimensionalen (Un)Glücksrad - warnten die UmweltschützerInnen vor den fatalen Folgen des Freihandelsabkommens für Umwelt, Klima und Mensch. Noch heute kann das Parlament das Abkommen in einer Sondersitzung endgültig stoppen. Das ist auch der klare Auftrag der österreichischen Bevölkerung: laut einer von Greenpeace beauftragten repräsentativen Umfrage fordern 78 Prozent der ÖsterreicherInnen ein Veto gegen den Mercosur-Pakt.

“Österreich kann und muss den Mercosur-Pakt stoppen. Unsere Umfrage zeigt glasklar: Die Österreicherinnen und Österreicher sehen die Parlamentsparteien in der Pflicht, sich verbindlich gegen den Mercosur-Deal zu stellen. Sie können und müssen dem Willen der österreichischen Bevölkerung heute im Parlament Folge leisten. Alles andere wäre Betrug an den Wählerinnen und Wählern”, so Jens Karg, Handels- und Landwirtschaftsexperte von Greenpeace in Österreich. In einer Sondersitzung des EU-Unterausschusses stimmen die ParlamentarierInnen heute auf Initiative der SPÖ über einen verbindlichen Beschluss gegen den Mercosur-Pakt ab. Für diesen braucht es allerdings die Zustimmung von ÖVP oder FPÖ, die sich bislang nicht auf ein bindendes Nein zum Handelspakt festlegen.

Greenpeace warnt, dass das Handelsabkommen die Regenwaldzerstörung befeuert und die Landwirtschaft einem gnadenlosen Preiskampf aussetzt. Mit der Protestaktion “Mercosur-Lotterie” entlarven die UmweltschützerInnen die wahren “Preise” des Handelsabkommens für Mensch und Natur: Brandrodung im Regenwald, Hormon- und Ramschfleisch, Bauernsterben, Menschenrechtsverletzungen, Monokulturen und Agrar-Industrie. Greenpeace fordert von allen Parteien, dem Mercosur-Pakt eine eindeutige Absage zu erteilen und damit die regionale kleinbäuerliche Landwirtschaft auf beiden Seiten des Atlantiks zu schützen und den Druck auf den Regenwald nicht noch weiter zu erhöhen.

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag von Greenpeace zeigt, dass 74 Prozent der ÖsterreicherInnen von der ÖVP fordern, sich für ein verbindliches Nein gegen den Mercosur-Pakt auszusprechen - bei der FPÖ sind es sogar 81 Prozent. Beinahe zwei Drittel der bekennenden ÖVP-WählerInnen wollen, dass die ÖVP einem Veto gegen den Mercosur-Pakt zustimmt. Sogar über 70 Prozent der bekennenden FPÖ-WählerInnen fordern ein klares Nein der FPÖ. „Der Auftrag der WählerInnen ist klar: Jetzt liegt es an FPÖ und ÖVP die Österreicherinnen und Österreicher ernst zu nehmen und diesem Auftrag zu entsprechen”, so Karg.

Der Mercosur-Pakt wurde im Juni diesen Jahres nach 20 Jahren Verhandlung finalisiert. Das Abkommen kann nur bei Einstimmigkeit im Rat der EU in Kraft treten. Die nächsten Hürden, die es dann nehmen müsste, wäre das Europaparlament. Danach müssten die EU-Mitgliedsstaaten noch ihre Zustimmung erteilen. Ein verbindliches Nein Österreichs im Rat der EU zum Mercosur-Deal hätte zur Folge, dass das folgenschwere Handelsabkommen nicht zustande käme

- Fotos von der Aktion: http://bit.ly/2kQmh7N (Credit: Mitja Kobal / Greenpeace)

- Grafiken zur Umfrage unter: http://bit.ly/2mfatfK

Rückfragen & Kontakt:

Jens Karg
Handels- und Landwirtschafts-Experte
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 881 72267
E-Mail: jens.karg@greenpeace.org

Marianne Fobel
Pressesprecherin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 816 9716
E-Mail: marianne.fobel@greenpeace.org

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