• 15.09.2019, 12:19:59
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Landau: Pflegediskussion für gute Lösungen nützen

Caritas-Präsident: "Erfreulich, wenn Thema Pflege nun inhaltlich diskutiert wird und bei allen politischen Parteien als wichtiges Thema angekommen ist" - Laut Caritas pflegen mehr als 900.000 Österreicher ihre Angehörigen

Utl.: Caritas-Präsident: "Erfreulich, wenn Thema Pflege nun
inhaltlich diskutiert wird und bei allen politischen Parteien
als wichtiges Thema angekommen ist" - Laut Caritas pflegen
mehr als 900.000 Österreicher ihre Angehörigen =

Wien (KAP) - Caritas-Präsident Michael Landau hofft, dass die
aktuelle Pflegediskussion dazu beiträgt, gute Lösungsansätze zu
finden. "Es ist erfreulich, wenn das Thema Pflege nun inhaltlich
diskutiert wird und bei allen politischen Parteien als wichtiges
Thema angekommen ist", sagte Landau am Sonntag gegenüber "Kathpress".
Wenn dafür künftig deutlich mehr Mittel zur Verfügung gestellt werden
sollen, "dann halte ich das für einen guten Schritt in die richtige
Richtung".

Laut Caritas pflegen mehr als 900.000 Österreicher ihre Angehörigen.
Viele davon führe diese Aufgabe an persönliche Grenzen, "wir dürfen
sie daher nicht im Stich lassen und sie zu begleiten und zu
unterstützen, muss eine wichtige Säule jedes künftigen 'Masterplans
Pflege' sein", so Landau.

Die Erfahrung der täglichen Caritas-Arbeit mache deutlich:
"Pflegebedürftige Menschen brauchen vielfältige und passgenaue
Angebote, die sich an ihrer konkreten Lebenssituation orientieren."
Aus Sicht der Caritas soll sich jeder Menschen die für ihn passende
Form der Betreuung und Pflege aussuchen können. Dazu müsse die Lücke
zwischen mobilen Diensten und der 24-Stunden-Betreuung geschlossen
werden.

Ebenso gelte es, die Chancen der Digitalisierung zu nützen. "Die
Angebote von mobiler, teilstationärer und stationärer Betreuung und
Pflege sollten in ganz Österreich flächendeckend und in einheitlicher
Qualität zur Verfügung stehen und im Blick auf die Angehörigen
könnten ein gesicherter Anspruch auf anleitende Beratung, Hilfe bei
der Prävention, etwa der Sturzprävention in der Wohnung, vor allem
aber der Ausbau von zeitlich flexiblen Betreuungsangeboten, sowie
besser geregelte Ansprüche auf Pflegekarenz und Pflegefreistellung
helfen", erläuterte der Caritas-Präsident.

Ebenfalls in die richtige Richtung gehe der angestrebte Vorrang
mobiler vor stationärer Betreuung, denn Menschen würden in der Regel
lieber in der ihnen vertrauten Umgebung bleiben. Das heiße aber auch,
die Rahmenbedingungen im mobilen Bereich zu verbessern. Das sei laut
Landau eine nachhaltige und sinnvolle Investition.

Aus Sicht der Caritas seien dafür mehrere Schritte notwendig: "Eine
entsprechende monetäre Absicherung des mobilen Pflege- und
Betreuungsbereichs, Supervisionszeiten und Fallbesprechungszeiten als
fixe Bestandteile der qualitätsvollen Arbeit, mehr
Fortbildungsmöglichkeiten und Unterstützungen in Richtung gesundes
Arbeiten, um Menschen möglichst lange im Beruf zu halten, eine
bessere Bezahlung zur Attraktivierung des Berufs für alle
Lebenslagen, die Gleichstellung des mobilen und stationären Bereichs
bezüglich Bezahlung und nicht zuletzt der Ausbau alternativer
Wohnformen, um die Wahlfreiheit bezüglich Unterstützungsleistungen
für die betroffenen Menschen zu erhöhen."

"Was es klar zu stellen gilt, und das sage ich als Bitte und Appell
in Richtung aller politischen Parteien: Die betroffenen Menschen
brauchen rasch Verbesserungen und Lösungen, die eine an der
Menschenwürde ausgerichtete Pflege auch in Zukunft sicherstellen", so
der Caritas-Präsident. Dazu sei es auch unerlässlich, den Pflegeberuf
als wichtigen Zukunftsberuf weiter zu attraktivieren.

Die Caritas leiste dazu ihren Beitrag, wenn etwa demnächst in
Niederösterreich ein neuer Schulstandort in Gaming mit der ersten
Pflegeausbildung mit Matura in Österreich präsentiert werden soll.
Aber vor allem müsse klar sein und bleiben: "Es geht beim Thema
Pflege - und zwar zuerst und immer - um Menschen und um
Menschenwürde. Daran ist Maß zu nehmen. Nie nur an Kosten und
Finanzierung."

((ende)) JMO
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