• 15.09.2019, 06:00:17
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Häupl in ÖSTERREICH am Sonntag: „Kurz hasst Wien“

Ludwig und sein Vorgänger fordern dennoch nach der Wahl Gespräche mit der ÖVP

Utl.: Ludwig und sein Vorgänger fordern dennoch nach der Wahl
Gespräche mit der ÖVP =

Wien (OTS) - Wiens Bürgermeister Michael Ludwig und sein Vorgänger
Michael Häupl (beide SPÖ) bewerten den laufenden Wahlkampf im
ÖSTERREICH-Doppelinterview (Sonntagsausgabe) anlässlich des 70.
Geburtstages von Häupl extrem kritisch, sind aber dafür, dass die SPÖ
nach der Wahl mit der ÖVP ernsthafte Koalitions-Gespräche führt.
So sagt Häupl über FPÖ und ÖVP: „Das jüngste Beispiel (von
fokussierter Unintelligenz im Wahlkampf, Anm.) ist, dass eine nicht
amtsführende Stadträtin zu einer politischen Demonstration geht, dort
spricht und nachher behauptet, sie hätte nicht gewusst, wo sie war.
Das ist ein ganz krasses Beispiel dafür, was es so an Unintelligenz
in Wahlkämpfen gibt. Aber es sind ja andere Sachen auch. Da wird
plötzlich eingebrochen in den Internetbereich einer Partei und kein
Mensch kann wirklich nachvollziehen, was sich tatsächlich abgespielt
hat.“

Zu ÖVP-Chef Sebastian Kurz und dessen Aussagen im Wahlkampf, er komme
aus Niederösterreich, sagt Häupl: „Der Großteil der Wiener
Bürgermeister, der jetzige ist eine Ausnahme, ist nicht in Wien
geboren. Beim Kurz zeigt das natürlich schon ein bisschen, wie sehr
er Wien hasst, wie sehr er sich von Wien distanziert. Er bekennt sich
nicht einmal dazu, dass er in der Stadt geboren ist.“

Ludwig wiederum findet den Wahlkampf der ÖVP „für Wien bedrohlich“:
„Ich finde ihn vor allem sehr bedrohlich für die Stadt Wien. Da
möchte ich Ihnen ein Zitat von Sebastian Kurz nicht vorenthalten:
„Schauen wir uns den Finanzausgleich an, den möchte ich beim nächsten
Mal ändern. Ganz Österreich finanziert die Wiener U-Bahn und anderes,
und Wien schafft es trotzdem, mehr Schulden zu machen als alle
anderen Bundesländer.“ Das ist eine deutliche Drohung, was Wien
betrifft, um Wien zu schwächen.“

Trotzdem treten Ludwig und Häupl dafür ein, dass die SPÖ
gesprächsbereit bleibt: „Pamela Rendi-Wagner ist sehr engagiert und
punktet nicht nur bei den Fernsehdiskussionen. Wir haben keine
Großspender, die uns unterstützen. Aber mittel- und langfristig wird
es sich rentieren, dass wir auf Inhalte und Ehrlichkeit in der
Politik setzen. Das unterscheidet uns von anderen. Wir sollten auf
jeden Fall auch in den kommenden Verhandlungen, die dann zu einer
neuen Bundesregierung führen werden, immer zeigen, dass wir
gesprächsbereit sind, wir haben immer Verantwortung im Sinne des
Staatsganzen übernommen, aber nicht um jeden Preis.“ Und Häupl meint:
„Wir sind ja nicht der Hofer, der jetzt schon nichts anderes macht,
als zu schauen, dass er Vizekanzler in ¬einer Regierung mit dem Herrn
Kurz wird. Ja, ich bin dafür, dass die SPÖ nach der Wahl auch mit der
ÖVP spricht, dass man auslotet, wo es Gemeinsamkeiten gibt und wo
nicht und dann wird man inhaltlich sehen, geht das, kann das
funktionieren, gibt es hier diese entsprechenden Übereinstimmungen?
Also ich denke, da kann man nicht vorher Ja oder Nein sagen, das ist
auch nicht die Aufgabe. Jetzt hat man sich zu bemühen, dass die SPÖ
möglichst optimal abschneidet. Wenn sich Türkis-Blau ausgeht, werden
die das wieder machen.“

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