Moosbrugger: Papierkonzerne-Plan zwingt uns in Atomstrom-Abhängigkeit

Gegen Willen der Bevölkerung: Zerstörung voll funktionsfähiger Ökostromanlagen

Wien (OTS) - "Während die Waldbesitzer in Österreich verzweifelt nach Verwertungsmöglichkeiten für die riesigen Schadholzmengen suchen, agitieren die Papierkonzerne ungehemmt weiter gegen Ökostrom und die Holzkraftwerke und möchten offensichtlich damit gegen den Willen der Bevölkerung den Atomstromimport aus unseren Nachbarländern erzwingen. Bei uns leisten Holz- und Biogas-Kraftwerke neben Kleinwasserkraftwerken, Windkraft- und Photovoltaikanlagen einen wichtigen Beitrag zum Erfolg der Ökostromversorgung. Österreich ist mit dem beachtlichen Anteil von zirka 70% erneuerbarem Strom am gesamten Strombedarf klarer Vorreiter in der EU. Ich warne daher ausdrücklich vor den Folgen einer Zerstörung voll funktionstüchtiger Ökostromanlagen, denn wer Ökostrom abdreht, dreht Atomstrom auf", erklärte Josef Moosbrugger, Präsident der Landwirtschaftskammer (LK) Österreich.

"Die Bevölkerung ist in Österreich zu Recht stolz auf die Ökostromproduktion im eigenen Land. Mit mühsamer Aufbauarbeit ist es gelungen, mit der Ökostromförderung über vertraglich festgelegte Einspeisetarife bei allen Ökostromtechnologien herausragende Anlagen zu etablieren, die zur nachhaltigen Energieversorgung und zur Wertschöpfung in unserem Land beitragen. Für 2030 hat sich Österreich sogar ein 100%-Ziel der erneuerbaren Stromversorgung gesetzt. Um diese ambitionierten Klima- und Energieziele erfüllen zu können, müssen alle Technologien zügig weiterentwickelt und auch die bestehenden Holz- und Biogas-Anlagen optimal weiterbetrieben werden, darüber ist sich die gesamte Energiebranche in Österreich einig", so Moosbrugger weiter.

Papierkonzerne wollen Fördersystem ruinieren

International operierende Papierkonzerne versuchen bereits seit Jahren, das erfolgreiche österreichische Ökostromregime zu sabotieren. Mit haarsträubenden Argumenten wird das effiziente Fördersystem schlecht geredet und werden gezielt Unwahrheiten gegen die energetische Nutzung unserer nachwachsenden Rohstoffe gestreut. Da bei vielen Ökostromanlagen nach einer Laufzeit von 13 Jahren Vertragsverlängerungen für die auch weiterhin notwendigen Einspeisetarife anstehen, wollen die Papierkonzerne jetzt wieder das Ökostromgesetz torpedieren und damit die Stilllegung der voll funktionsfähigen Holz- und Biogaskraftwerke bewirken.

Atomkraftwerke in den Nachbarländern

"Während bei uns die internationalen Papierkonzerne das Ökostromsystem zerschlagen wollen, bereitet gleichzeitig die Atomlobby in unseren Nachbarländern die Wiederbelebung, den Weiterbetrieb und den Ausbau uralter Hochrisiko-Reaktoren vor. So wurden zwei eingemottete Reaktorblöcke mit alter russischer Technologie aus den 70er-Jahren im slowakischen Atomkraftwerk Mochovce wieder aktiviert, sie sollen demnächst in Betrieb genommen werden. Im slowenischen Atomkraftwerk Krsko soll der Weiterbetrieb der bereits 40 Jahre alten Risikoanlage um zwei Jahrzehnte bis 2043 verlängert werden und im tschechischen Atomkraftwerk Temelin wird eine Betriebsverlängerung sogar bis 2060 angestrebt. Zum Ärgernis der österreichischen Bevölkerung wird bei diesen Atomkraftwerken im grenznahen Bereich auch noch nach Atommülllagerstätten gesucht. Der Strom aus diesen maroden Atomkraftwerken drückt hochsubventioniert und ohne jede Kostenwahrheit in den mitteleuropäischen Strommarkt", so Moosbrugger abschließend.

Näheres dazu unter www.stromausbiomasse.at. (Schluss)

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