• 10.09.2019, 15:19:21
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  • OTS0170

Bundeskanzlerin Bierlein lobt Wirken von Kirchen und Religionen

Erster offizieller Empfang der Regierungschefin für kirchliche und religiöse Spitzen in Österreich - "Religion selbstverständlich Bestandteil des öffentlichen Raums" - Minister Schallenberg würdigt kirchliche Leistungen für Allgemeinheit - Kardinal Schönborn: Religionen für Ethos-Vermittlung bei Großteil der Bevölkerung primär

Utl.: Erster offizieller Empfang der Regierungschefin für kirchliche
und religiöse Spitzen in Österreich - "Religion
selbstverständlich Bestandteil des öffentlichen Raums" -
Minister Schallenberg würdigt kirchliche Leistungen für
Allgemeinheit - Kardinal Schönborn: Religionen für
Ethos-Vermittlung bei Großteil der Bevölkerung primär =

Wien (KAP) - Bundeskanzlerin Brigitte Bierlein hat bei einem Empfang
für alle gesetzlich anerkannten Kirchen und Religionsgesellschaften
deren Wirken und die konstruktive Zusammenarbeit mit dem Staat
gewürdigt. Religion sei in Österreich "selbstverständlich Bestandteil
des öffentlichen Raums" unterstrich Bierlein bei der Begegnung am
Dienstag im Bundeskanzleramt in Wien. Neben dem für
Kultusangelegenheiten zuständigen Minister Alexander Schallenberg
ergriff auch Kardinal Christoph Schönborn für die Kirchen und
Religionen das Wort.

Regierungschefin Bierlein hob die grundlegende Bedeutung des
Menschenrechts auf Religionsfreiheit für das Staat-Kirche-Verhältnis
hervor. Der offene und konstruktive Dialog zwischen den politischen
und religiösen Spitzen im Land habe europarechtlich mit Artikel 17
des Vertrags von Lissabon eine weitere Basis, wie die frühere
Präsidentin des Verfassungsgerichtshofs festhielt. Gerade in
Wahlkampfzeiten gelte es, "das Ganze im Auge zu behalten". Kirchen
und Religionen hätten hierin eine wichtige Bedeutung, indem sie sich
für Grundsätze und den Dialog einsetzten.

Im Rahmen des ersten derartigen Empfangs seit ihrer Bestellung zur
Bundeskanzlerin stellte Bierlein auch den von ihr ernannten neuen
Leiter des Kultusamtes vor. Mit Florian Welzig hat mit Ende August
ein im Bundeskanzleramt bereits tätiger Jurist die Leitung der
obersten staatlichen Religionsbehörde übernommen. Welzig folgt damit
auf Oliver Henhapel, der im Mai in das Bildungsministerium gewechselt
war.

Kultusminister Schallenberg verwies auf den Umstand, dass rund 80
Prozent der Bevölkerung in Österreich einer Kirche oder
Religionsgemeinschaft angehören. Diese leisteten als Institutionen
viel für die Allgemeinheit etwa in den Bereichen Bildung, Soziales
und Ehrenamt. Wichtig sei ihr Eintreten für die Würde des Menschen
und ihre Orientierungsfunktion. Kirchen und Religionen hätten zudem
eine "Vorbildwirkung im Kommunizieren" und seien zudem ein wichtiger
Dialogpartner für die Außen- und Europapolitik, wie der dafür
zuständige Minister ausführte. Angesichts vielfältiger
Herausforderungen "sind wir uns alle einig, dass Religion nicht Teil
des Problems sein soll, sondern Teil der Lösung", so Schallenberg.

Ethik und Religion

Auf die grundlegende Bedeutung von Tugenden für ein faires
Zusammenleben der Menschen verwies Kardinal Christoph Schönborn. Es
gehe dabei um ethische Haltungen, die mehr als Compliance im Sinne
einer schlichten Regelkonformität seien. Für 80 Prozent der
Bevölkerung seien Kirchen und Religionen die primären "Ethos-Geber"
betonte der Wiener Erzbischof. Von daher habe der konfessionelle
Religionsunterricht eine hohe gesellschaftliche Bedeutung, weil er
mehr als bloße Religionskunde sei. Gleichzeitig begrüßte der Kardinal
die politischen Pläne zur Einführung eines verpflichtenden
Ethikunterrichts für Schülerinnen und Schüler, die keinen
Religionsunterricht haben.

Das Verhältnis der Kirchen und Religionen untereinander aber auch mit
den staatlichen Autoritäten bezeichnete der Vorsitzende der
katholischen Bischofskonferenz als "hervorragend". Dies sei im Blick
auf die Geschichte nicht selbstverständlich und bedürfe der
regelmäßigen Pflege von allen Seite. Insgesamt plädierte der Kardinal
für eine Haltung der "wohlwollend kritischen Begegnung" mit und in
der Zivilgesellschaft.

Neben Kardinal Schönborn und Bischofskonferenz-Generalsekretär Peter
Schipka waren auch der griechisch-orthodoxe Metropolit Arsenios
(Kardamakis) und der neue evangelisch-lutherische Bischof Michael
Chalupka beim Empfang der Bundeskanzlerin. Weitere Teilnehmer waren
u.a. der Präsident der Islamischen Glaubensgemeinschaft, Ümit Vural,
der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, Oskar Deutsch, der
koptische Bischof Anba Gabriel und der armenisch-apostolische Bischof
Tiran Petrosyan.

((ende)) PWU/GUT
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