Monika Vana: Dramatischer Bericht indigener VertreterInnen im Europäischen Parlament zur Situation am Amazonas

Schutz von Umwelt, Demokratie und Menschenrechten am Amazonas muss gesichert sein

Brüssel (OTS) - Auf Einladung von Dr. Monika Vana, Delegationsleiterin der österreichischen Grünen im Europäischen Parlament, waren heute VertreterInnen der indigenen Huni Kuin im EP zu Gast und gaben Einblicke in die dramatische Situation in ihrer brasilianischen Heimat.

Mapu und Bismani Huni Kuin sind politische AnführerInnen des indigenen Volks der Huni Kuin aus dem brasilianischen Amazonasgebiet. Am 22. August 2019 wurde ihr Dorf in der Nähe von Rio Branco, der Hauptstadt des brasilianischen Bundesstaates Acre, niedergebrannt und der Großteil des dortigen Waldbestands, die landwirtschaftlichen Anpflanzungen und ein Kultur- und Wiederansiedlungszentrum für Angehörige ihres Volkes völlig zerstört.

In Europa suchen sie nun Unterstützung für ihr Projekt und die Wiederaufforstung des Regenwaldes. Sie suchen aber auch Unterstützung, um auf politischer Ebene für die Erhaltung des Regenwaldes und ihrer Kultur im Widerstand gegen die Regierung Bolsonaro zu werben. Insbesondere die Rechte von Indigenen und Frauen werden wiederholt grob missachtet.

„Am härtesten betroffen ist die indigene Bevölkerung Brasiliens“, erläutert Monika Vana, „und mit meiner Einladung wollte ich die Möglichkeit geben, direkt mit diesen Menschen selbst zu sprechen. Die Brände im Amazonas gehen uns alle an. Europa hat eine Verantwortung im Klimaschutz ebenso wie bei den Menschenrechten und beim Kampf gegen Ungleichheit“.

Im Gespräch mit den Huni Kuin wurde deutlich, dass die Bolsonaro-Regierung die Kritik an den Bränden für lächerlich hält und eine Kampagne gegen die indigene Bevölkerung Brasiliens unternimmt: "Er sagt, er wolle den Indigenen keinen Quadratzentimeter Land lassen." so Mapu Huni Kuin. Er führt weiter aus: "Mercosur macht mir große Sorgen. Wir betreiben Landwirtschaft ohne Pestizide und ohne Zerstörung der Umwelt. Das Handelsabkommen wird aber Anreize für große Firmen schaffen, noch mehr Pestizide in noch größerem Umfang einzusetzen und noch mehr Regenwald für die Viehzucht zu roden, die noch dazu quasi ungeregelt mit Hormonen und ähnlichem arbeitet. Das ist keine gesunde Nahrung, die Menschen sollten das wissen."

Bismani Huni Kuin wird als erste Frau die Huni Kuin anführen und auch andere Frauen ermutigen, Führungspositionen zu übernehmen: "Unsere Jahrhunderte alte Kultur wird zerstört und mit ihr die Natur in unserem Land. Viele unserer Anführer sind beim Kampf für unser Volk schon ums Leben gekommen, aber wir werden nicht aufgeben und für uns und die Natur kämpfen."

Laut den Aussagen der Huni Kuin machen Hilfsgelder für die Wiederaufforstung Brasiliens aus Europa, die an die Bolsonaro-Regierung ergehen, keinen Sinn, da diese Gelder nicht dementsprechend genutzt werden. Die Huni Kuin können daher auch direkt unterstützt werden: https://www.gofundme.com/f/hunikuin

"Wir müssen rasch und entschlossen handeln. Der Kampf gegen die Klimakrise und gegen die Verletzung von Menschenrechten muss unser erstes Ziel sein! Insbesondere im Hinblick auf Umweltschutz und den Schutz von Demokratie und Menschenrechten muss das Mercosur Abkommen drastisch hinterfragt werden. Die indigene Bevölkerung gehört in die Verhandlungen einbezogen." so Monika Vana abschließend.


Fotos des Besuchs der Huni Kuin finden Sie hier zur freien Verwendung ((C) JB Pierini/ Greens/EFA Group in the EP ):

https://we.tl/t-vibqaFbmNU

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Lena Kaiser / Assistant to MEP Monika Vana

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