• 03.09.2019, 10:27:30
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50 Jahre ORF-RSO Wien: Ö1-Orchestertag, Ausstellung „Katharina Struber: Randomised RSO Wien“, Filmretrospektive u. v. m.

Wien (OTS) - Das ORF-Radio-Symphonieorchester Wien feiert seinen 50.
Geburtstag – u. a. mit der Aufführung musikalischer Meilensteine der
vergangenen 50 Jahre, der Ausstellung „Katharina Struber: Randomised
RSO Wien“, dem Ö1-Orchestertag oder dem live von Ö1 und ORF III
übertragenen Geburtstagkonzert.

Sein Debütkonzert gab das RSO Wien am 19. September 1969 im Großen
Sendesaal - heuer feiert es seinen 50. Geburtstag. 50 Jahre RSO Wien
heißt: gespielte Werke von 168 österreichischen Komponist/innen,
erstes Education-Konzert 1972, Tourneen durch 28 Länder, 257
Uraufführungen, 1850 verschiedene Konzertprogramme, Konzerte in 40
österreichischen Orten, sieben Chefdirigenten. In der
Geburtstagssaison übernimmt Marin Alsop als achte und zugleich erste
Chefdirigentin die Leitung des Orchesters.

Als eines der vielseitigsten Orchester Österreichs präsentiert das
RSO Wien so viel zeitgenössische Musik wie kein anderes und
interpretiert auch Bekanntes und Raritäten aus dem 18. und 19.
Jahrhundert. Neben eigenen Konzertreihen im Musikverein und im Wiener
Konzerthaus tritt das Orchester regelmäßig bei den großen Festivals
im In- und Ausland auf. Das RSO Wien verleiht der Musik der Gegenwart
eine Stimme, die geschult ist an der Tradition des Wiener
Orchesterklangs und sich in dieser Tradition wie auch im
Gegenwärtigen überzeugend artikulieren kann: Dieses Selbstverständnis
des ORF-Radio-Symphonieorchesters Wien tönt auch in der
Jubiläumssaison aus allen Programmen, von Uraufführungsfestivals,
Gastspielen und Education-Angeboten im ORF-RadioKulturhaus über die
traditionellen Abonnement-Zyklen in den großen Wiener Häusern
Musikverein und Konzerthaus bis zu einer Bundesländertournee, um
gemeinsam mit seinem Publikum zu feiern.

Auf dem Programm der Geburtstagssaison stehen 85 Konzerte –
darunter elf Ur- und sieben österreichische Erstaufführungen sowie
fünf Opernproduktionen. Gespielt werden Klassiker der Moderne, die
das RSO in den vergangenen 50 Jahren zur Aufführung brachte - etwa
Paul Hindemiths „Sancta Susanna“, H.K. Grubers „Frankenstein!!“ oder
„Prosperos Beschwörungen“ von Egon Wellesz – ebenso wie Raritäten und
Kompositionsaufträge an Lera Auerbach, Gerhard E. Winkler und Peter
Ablinger. Und auch ein Geburtstagskonzert gibt es, das das RSO in
„seinem Saal“ spielt, dem Großen Sendesaal des RadioKulturhauses.
Unter der musikalischen Leitung von Chefdirigentin Marin Alsop sind
am 6. November Werke von Cerha und Schumann zu hören, Ö1 und ORF III
übertragen live ab 19.30 Uhr.

Der Ö1-Orchestertag

50 Jahre RSO Wien lässt sich auch erzählen als 50 Jahre
Orchestermusik im öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Eine besonders
enge Verbindung gibt es mit Ö1, wo mehr als 3000 Sendminuten Konzert-
und Opernübertragungen pro Jahr zu hören und anschließend sieben Tage
online abrufbar sind. Zum 50er des Orchesters präsentiert Ö1 im
September einen RSO-Schwerpunkt mit zahlreichen Sendungen: Ursula
Strubinsky gestaltet vier „Apropos Klassik“-Sendungen an den
Samstagen im September um jeweils 15.05 Uhr und in „Des Cis“ (11.30
Uhr) stellen Eva Teimel und Rainer Elstner jeweils von Montag bis
Freitag 20 Musiker/innen mit Kurzporträts vor.

Höhepunkt ist der Ö1-Orchestertag am 28. September mit einem „Ö1
Klassik-Treffpunkt“ im Großen Sendesaal mit dem gesamten RSO Wien,
das live spielen wird - etwa Richard Dünsers „The Waste Land“. Es
dirigiert Christian Muthspiel, Komponist der neuen Ö1-Signations. Das
RSO Wien hat vor anderthalb Jahren einen Großteil dieser Signations
mit ihm aufgenommen, eine Auswahl davon erklingt am Ö1-Orchestertag
live im Großen Sendesaal. Musikalisch vorstellen wird sich auch eines
der RSO-Ensembles, die „Supercussion Vienna“, bestehend aus der
Schlagwerkgruppe des Orchesters. Zum Gespräch begrüßt Albert Hosp
vier Musiker/innen des RSO Wien, Christian Muthspiel sowie
Orchesterintendant Christoph Becher. Zuvor wird in der Reihe
„Hörbilder“ (9.05 Uhr) ein Porträt der neuen Chefdirigentin Marin
Alsop ausgestrahlt, am Nachmittag geht es weiter mit „Le week-end“
(13.00 Uhr), „Apropos Klassik“ (15.05 Uhr), „Diagonal“ (17.05 Uhr)
und um 19.00 Uhr wird Dvořáks „Rusalka“ live aus dem Theater an der
Wien übertragen. Und in der „Ö1 Jazznacht“ (23.30 Uhr) sprechen
Orchestermitglieder über die jazzige Seite des RSO. Das Programm des
Ö1-Orchestertags im Detail ist abrufbar unter
https://oe1.orf.at/orchestertag.

Ausstellung „Katharina Struber: Randomised RSO Wien“ und
Filmretrospektive im Stadtkino

„Mi. 7. Nov. 2012 ORF Radio-Symphonieorchester Wien“ ist ein 540 x
240 cm großes Triptychon der österreichischen Künstlerin Katharina
Struber, das ab 19. September 2019 im ORF-Funkhaus ausgestellt wird.
Im Mittelpunkt des monumentalen Bildes steht das RSO Wien. Katharina
Struber hat am 7. November 2012 eine Probe des Orchesters auf Video
festgehalten und aus tausenden Video-Stills fotografische Tableaus
kreiert, in dem das Kollektiv des Orchesters und die vielfältigen
Kommunikationsprozesse zwischen den Musikerinnen und Musikern das
Bild prägen. Im zweidimensionalen Raum des Bildes werden so Bewegung,
Zeit und Interaktion gleichzeitig sichtbar.

An dem Tag, als Katharina Struber das RSO Wien filmte, wurden die
„Quartets I-VIII“ des amerikanischen Avantgarde-Komponisten John Cage
geprobt. Cage versuchte mit Hilfe von Zufallsverfahren beim
Komponieren künstlerische Entscheidungen von der Prägung durch
persönlichen Geschmack zu befreien und dadurch musikalisches Neuland
zu betreten. Katharina Struber hat dieses Verfahren aufgegriffen.
„Randomised Mi. 7. Nov. 2012 ORF Radio-Symphonieorchester Wien“ sind
64 Ausschnitte per Zufallsverfahren bestimmt – Momentaufnahmen des
Ganzen, in denen gleichwohl das Kompositionsprinzip des Triptychons
deutlich wird. Diese ebenfalls ausgestellten Multiples in der Größe
von 29 x 29 cm in limitierter Auflage sind Teile des großen Ganzen,
die im Rahmen der Ausstellung erworben werden können. Die Ausstellung
„Katharina Struber: Randomised RSO Wien“ ist von 19. September 2019
bis Ende Jänner 2020 im Foyer des ORF-Funkhauses zu besichtigen, die
64 Multiples und deren Verkaufskonditionen sind ab 19. September
unter https://rso.orf.at/randomised abrufbar.

In Kooperation mit dem Stadtkino werden am 9. und 10. November
ebendort drei Filme gezeigt, in denen das RSO Wien und das Funkhaus
eine zentrale Rolle spielen: „Kater“, „Die Geträumten“ und „Shut Up
and Play the Piano“. In Händl Klaus’ beeindruckendem Liebesfilm
„Kater“ (10.11.19, 12.00 Uhr) wird das idyllische Miteinander von
Hornist Stefan und Orchestermanager Andreas durch einen fast
beiläufigen Akt der Gewalt aus der Bahn geworfen. Bei „Die
Geträumten“ von Ruth Beckermann mit Laurence Rupp und Anja Plaschg in
den Hauptrollen, fungieren die unverwechselbaren Räumlichkeiten des
Studio 3 im Wiener Funkhaus als Ort für ein ungewöhnliches
literarisches Kammerspiel (10.11.19, 17.00 Uhr). Den Abschluss macht
„Shut Up and Play the Piano“ von Philipp Jedicke über den Musiker,
Komponisten und seit zwei Jahrzehnten zwischen Pop, Rap, Jazz und
Klassik oszillierenden Entertainer Chilly Gonzalez. Gonzalez
unterhält eine lange Beziehung zu Wien und hat im Großen Sendesaal
und mit dem RSO Wien (unter Cornelius Meister) ein legendäres Konzert
gegeben (9.11.19, 21.00 Uhr). Das Programm der RSO
Wien-Geburtstagssaison im Detail ist abrufbar unter
https://rso.orf.at/.

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