Sportstätten für Vereine verpflichtend öffnen, um Türe zum Bewegungsmangel zu schließen

Laut OGM-Studie sprechen sich 4 von 5 ÖsterreicherInnen für eine verpflichtende Öffnung der Schulsportstätten aus - 3 von 4 Vereine könnten dadurch weitere Sporteinheiten anbieten

Wien (OTS) - Am Montag präsentierten SPORTUNION, Österreichische Ärztekammer und OGM im Rahmen einer gemeinsamen Pressekonferenz die Ergebnisse einer Studie zu den Sportstätten in Österreich. Einerseits wurden die Sportvereine und andererseits die Gesamtbevölkerung zur Nutzung von (Schul-)Sportstätten befragt.

Die Studie zeigt, dass Schulsportstätten und öffentliche Sportsplätze von den Sportvereinen am meisten genutzt werden. Insgesamt gaben 54% an, Schulsportstätten zu nutzen. Als größte Probleme bei deren Nutzung gaben 45% den Zugang in der schulfreien Zeit und 34% die Lagermöglichkeiten an. Im städtischen Bereich gab jeder dritte Verein an, zu wenig Sportstätten zur Verfügung zu haben. In ganz Österreich leidet jeder 5. Sportverein an einem Mangel an Sportstätten. 3 von 4 Vereinen gaben gleichzeitig an, dass sie weitere Einheiten anbieten könnten, wenn zusätzliche Hallenzeiten zur Verfügung stünden. Knapp ein Drittel der Vereine gaben an, dass sie die Schulsportstätten gerne am Wochenende sowie in den Ferien und an den Feiertagen nutzen möchten. In der Stadt wünscht sich das sogar jeder zweite. Die SPORTUNION fühlt sich bestätigt in ihrer Forderung nach einer verpflichtenden Öffnung von öffentlich finanzierten (Schul-)Sportstätten auch in der schulfreien Zeit und an Abenden.

„Damit wird unsere Forderung nach einer verpflichtenden Öffnung der öffentlich finanzierten Schulsportstätten bestätigt. Während ein Fünftel der Vereine über zu wenig Sportstätten klagt, wären 3 von 4 Vereine dadurch befähigt, weitere Einheiten anzubieten. Währenddessen stehen öffentlich finanzierte Schulsportstätten oft an 180 von 365 Tagen leer. Es müssen gesetzliche Rahmenbedingungen geschaffen werden, die Schulen verpflichten, ihre Sportanlagen gemeinnützigenVereinen zur Verfügung zu stellen“, fordert SPORTUNION-Präsident McDonald.

Nicht nur die Sportvereine fordern eine Öffnung der Schulsportstätten. In einer OGM-Studie unter der österreichischen Gesamtbevölkerung sprachen sich 4 von 5 der Befragten für bzw. eher für eine verpflichtenden Öffnung für Schulsportstätten für gemeinnützige Sportvereine aus. „Im Sinne von‚Sportstätten sparen Krankenbetten‘ sind sowohl die Österreichinnen und Österreicher mit überwältigender Mehrheit als auch die Vereine für eine verpflichtende Öffnung der Schulsportstätten.Das ist ein klarer Auftrag an die Politik“, so Präsident Peter McDonald.

Durch zusätzliche Bewegungseinheiten und damit weniger kranke Menschen würde das Gesundheitssystem entlastet werden. Könnte die Anzahl der Menschen, die sich ausreichend bewegen, durch weitere Sporteinheiten langfristig effektiv um nur 10% gesteigert werden, wären laut einer Studie von Sports Econ Austria Einsparungen von bis zu 117 Mio. Euro jährlich möglich. „Sport und Gesundheit sind untrennbar miteinander verbunden, denn Sport ist die beste Gesundheitsvorsorge. Sport braucht jedoch auch Raum. Investieren wir daher in Sportstätten und sparen wir damit Krankenbetten. Dazu gehört auch die effiziente Nutzung von bereits bestehenden Sportstätten“, so der Präsident derÖsterreichischen Ärztekammer, Thomas Szekeres.

SPORTUNION und Österreichische Ärztekammer sehen die Politik gefordert zu handeln. Gerade im städtischen Bereich, wo jeder dritte Verein angibt, zu wenig Sportstätten zu Verfügung zu haben,könnten damit mehr Bewegungseinheiten durchgeführt werden. „Öffnen wir jetzt die Schulsportstättenfür Vereine! Dadurch fördern wir den Sport und damit die beste Gesundheitsvorsorge. Wir wollen öffentlich finanzierte Sportstätten öffnen und damit die Türe zum Bewegungsmangel schließen“, so derPräsident der Österreichischen Ärztekammer, Thomas Szekeres, und der Präsident der SPORTUNION, Peter McDonald, unisono.

Anhänge: Ergebnisse der OGM-Studie, Foto von der Pressekonferenz

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