• 02.09.2019, 11:28:11
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Anderl: Sinnvolle Arbeit in Gemeinden finanzieren um Langzeitarbeitslosigkeit zu bekämpfen

Wien (OTS) - Das Arbeitsmarktservice geht davon aus, dass sich die
Lage am Arbeitsmarkt ab Herbst verschlechtern wird - trotz derzeit
rückläufiger Arbeitslosigkeit. Bei der Langzeitarbeitslosigkeit haben
selbst die Jahre eines deutlichen Beschäftigungszuwachses nicht dazu
geführt, dass diese in Österreich deutlich gesunken ist. Ältere
ArbeitnehmerInnen und ArbeitnehmerInnen mit Gesundheitsproblemen
leben nach wie vor mit dem hohen Risiko, sehr lange arbeitslos zu
bleiben, wenn sie ihren Arbeitsplatz verlieren - trotz vieler
Förderungen, die das AMS für diese Gruppen einsetzt. „Hier wirken die
Vorbehalte und Vorurteile in den Unternehmen gegen die Beschäftigung
dieser Menschen viel zu stark“, betont AK Präsidentin Renate Anderl
anlässlich der Arbeitsmarktzahlen für August. Den Betroffenen ist oft
auch nicht mit einer kurzen „Transit-Beschäftigung“ in einem
Beschäftigungsprojekt geholfen. In vielen Fällen gelingt dieser
„Transit“ auf einen Arbeitsplatz in einem Unternehmen nicht, auch bei
jenen nicht, die gut ausgebildet sind. Anderl will daher, dass der
Staat sinnvolle Arbeit in den Gemeinden finanziert statt die
Langzeitarbeitslosigkeit. „Dabei sollen die Bürgerinnen und Bürger in
den Kommunen mitbestimmen, wo diese zusätzlichen Arbeitsplätze
geschaffen werden können. Das schafft eine win-win-Situation“, ist
Anderl überzeugt.

Auf kommunaler Ebene können derzeit viele soziale, kulturelle oder
ökologische Anliegen der Bevölkerung nicht ausreichend erfüllt
werden. Es fehlt den Gemeinden die Finanzkraft zur Beschäftigung der
dafür notwendigen Personen. Hier sollte der Staat für einen Ausgleich
sorgen und den Menschen, die nach einer sinnstiftenden Arbeit suchen,
eine Perspektive geben. Das kann auch dazu beitragen, die Ausdünnung
der sozialen Infrastruktur in den Gemeinden zu verhindern. Damit
derartige Programme erfolgreich sind, braucht es neben ausreichender
Finanzierung auch Zeit und Sicherheit. Denn das Auffinden und
Schaffen von neuen Beschäftigungsmöglichkeiten auf kommunaler Ebene
ist nicht einfach und wird umso schwieriger, wenn derartige Aktionen
zeitlich befristet sind.

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