• 30.08.2019, 09:37:37
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  • OTS0035

AK: Ein Drittel der ArbeitnehmerInnen in Wien hat 12-Stunden-Tage

AK Präsidentin Renate Anderl: „Wir brauchen dringend Arbeitszeitverkürzung“

Utl.: AK Präsidentin Renate Anderl: „Wir brauchen dringend
Arbeitszeitverkürzung“ =

Wien (OTS) - Das Arbeitszeitgesetz führt laut einer Sora-Umfrage im
ersten Halbjahr 2019 zu längeren Arbeitszeiten: 31 Prozent der
ArbeitnehmerInnen in Wien sagen, dass sie vom 12-Stunden-Tag
betroffen sind. JedeR Zweite (52 Prozent) gibt an, unter wachsendem
Druck am Arbeitsplatz zu leiden. Anderl: „Wir brauchen dringend eine
Arbeitszeitverkürzung, die leichtere Erreichbarkeit der sechsten
Urlaubswoche und die 4-Tage-Woche sind dazu ein erster wichtiger
Schritt.“

Bestätigt wird das Ergebnis der Sora-Umfrage (telefonische Befragung
unter 1.000 Wiener ArbeitnehmerInnen, 1. Halbjahr 2019) durch eine
kürzlich von Deloitte Österreich, der Universität Wien und der
Universität Graz veröffentlichte Umfrage unter 214 Führungskräften
und Personalchefs: Die Möglichkeit eines 12-Stunden-Arbeitstages in
der Gleitzeit wird bereits von 30 Prozent der Unternehmen genutzt. AK
Präsidentin Renate Anderl: „Das heißt in 30 Prozent der Unternehmen
kann 12-Stunden am Tag ohne Überstundenzuschläge gearbeitet werden
–dabei hat die Regierung bei der Einführung versichert, dass
Überstundenzuschläge bleiben.“ Gleitzeit ist aber nicht dazu da, dass
abgearbeitet wird, was man in der Normalarbeitszeit einfach nicht
schafft. Das sind in Wirklichkeit implizit angeordnete Überstunden.

In einigen Bereichen werden selbst die 12 Stunden noch überschritten,
wie der Arbeiterkammer berichtet wird: Alle Tourismusbetriebe in
Vorarlberg nutzten in der Wintersaison die Möglichkeiten des
12-Stunden-Tages und der verkürzten Ruhezeit voll aus. In mehr als 20
Fällen wurde auch die neue Regelung überschritten und dazu Ruhezeiten
nicht eingehalten. In einigen Extremfällen gab es Wochenarbeitszeiten
bis zu 91 Stunden und Tagesarbeitszeiten von bis zu 18 Stunden.

„Vollzeitbeschäftigte arbeiten im Schnitt 41,2 Stunden die Woche, 43
Millionen Über- und Mehrstunden werden nicht bezahlt. Wir reden da
von einer Milliarde Euro im Jahr“, kritisiert Anderl. „Wir brauchen
weniger Arbeitsdruck. Wir müssen ernsthaft über Arbeitszeitverkürzung
diskutieren, das ist es auch, was die Beschäftigten wollen.“

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKW

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