- 27.08.2019, 10:10:34
- /
- OTS0043
ANSCHOBER: Bundesregierung muss sich bei Entscheidung der Europ. Investitionsbank für Ende der Kredite für Atomprojekte engagieren
Linz (OTS) - Am 10. September wird sich das „Board of Directors“ der
Europäischen Investitionsbank (EIB) mit den neuen Leitlinien für die
zukünftigen Kreditvergaben im Energiesektor auseinandersetzen. Nach
dem vorliegenden Entwurf sollen auch in Zukunft Kreditvergaben für
Atomprojekte möglich sein. Umweltlandesrat Rudi Anschober: „Das wäre
eine völlig falsche Richtungsentscheidung für die europäische
Energiepolitik. Hochgefährlich für die Umwelt und hochgefährlich für
die Sicherheit.“ Anschober fordert von der österreichischen
Bundesregierung daher eine Initiative in der EIB und die Bildung
einer Länder-Allianz gegen diese Fehlentwicklung.
Anschober: „Dabei geht es nicht um den Neubau von AKWs, sondern unter
anderem um Investitionen zur Ermöglichung von Laufzeitverlängerungen,
die in den nächsten Jahren zum großen Geschäft der Atomindustrie zu
werden drohen - mit einer massiven Erhöhung des Risikos eines
schweren Unfalls.“ Die europäischen Atomreaktoren sind völlig
überaltert und derzeit im Durchschnitt bereits 34 Jahre alt. Die
ursprünglichen Betriebsgenehmigungen für AKWs in Europa wurden
jeweils auf 30 oder 40 Jahre erteilt. Daher werden aktuell an vielen
AKW-Standorten Laufzeitverlängerungen beantragt. Anschober: „Dafür
gibt es derzeit keine EU-Regeln. Daher wird in Geheimverfahren
entschieden, nicht einmal grenzüberschreitende
Umweltverträglichkeitsprüfungen werden vorgeschrieben. Werden nun
auch in Zukunft, trotz des Fehlens klarer europäischer Regeln,
Kreditfinanzierungen der Europäischen Investitionsbank für
Laufzeitverlängerungen ermöglicht, werden diese damit erleichtert.
Das darf nicht geschehen, denn Laufzeitverlängerungen erhöhen das
Risiko von Atomunfällen massiv.“
Anschober appelliert daher an die Bundesregierung, noch vor der
ersten Entscheidungssitzung am 10. September in der EIB gegen die
Möglichkeit von EIB-Krediten für Atomprojekte aktiv zu werden und
eine Länderallianz aufzubauen. Mit Anschober engagiert sich auch die
„Allianz der Regionen für einen europaweiten Atomausstieg“ mit 16
europäischen Regionen für eine Korrektur der Leitlinien. Auch im
Europaparlament und in Deutschland wächst der Widerstand.
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | GRO






