Teil 2 des „kreuz und quer“-Zweiteilers „Verbotene Schriften? – Aus der Bibel verbannt“ am 27. August um 22.35 Uhr in ORF 2

Wien (OTS) - Warum wurden im frühen Christentum manche Schriften aus der hebräischen Bibel und Berichte über das Leben und Wirken Jesu in den Kanon der christlichen Bibel aufgenommen, andere jedoch nicht? Gibt es ein geheimes Wissen, das die noch junge Kirche ihren Gläubigen vorenthalten wollte? Auch der zweite Teil der „kreuz und quer“-Dokumentation „Verbotene Schriften? – Aus der Bibel verbannt“ von Kathryn Christy begibt sich am Dienstag, dem 27. August 2019, um 22.35 Uhr in ORF 2 auf historisch-theologische Spurensuche nach der Entstehungsgeschichte der christlichen Bibel, die für Millionen Menschen auch heute noch als Wort Gottes gilt.

Manche Schriften waren bei den frühen Christen sehr populär, dennoch wurden sie von den Kirchenvätern abgelehnt. So zum Beispiel das „Buch Henoch“, das nach einem Mann benannt ist, der im Buch Genesis der anerkannten Bibel nur kurz erwähnt wird. Das apokryphe Henoch-Buch beginnt mit einer Warnung an die Menschheit, dass Gott alles Leben auf Erden durch eine große Flut vernichten werde. Als Strafe dafür, dass sich die „Gottessöhne“ – damit sind die Engel gemeint – mit den irdischen Frauen, den „Menschtöchtern“, vermählt hatten und dadurch das Geschlecht der blutrünstigen Riesen gezeugt wurde.

Ein weiteres höchst interessantes antikes Manuskript fand keinen Eingang in die christliche Bibel: das „Kindheitsevangelium des Thomas“. Ein Bericht über das Leben Jesu, der zwischen dem fünften und zwölften Lebensjahr ein mitunter recht aufsässiges Kind war, ein „göttlicher Balg“, wie ihn der katholische Theologe Dominic Crossan in der Dokumentation bezeichnet. Die Schrift zeigt auch, wie Jesus langsam zum Jesus des Neuen Testaments heranreift.

Ebenfalls aus der christlichen Bibel verbannt wurde das „Protoevangelium des Jakobus“, ein Manuskript, das sich eingehend mit dem Leben Marias beschäftigt und vor allem eine Erklärung für ihre immerwährende Jungfräulichkeit zu liefern versucht.

Das „Evangelium der Maria“ beschreibt Maria von Magdala, üblicherweise Maria Magdalena genannt, als eine enge Vertraute Jesu, der er wichtige Teile seiner Botschaft anvertraut hat. Eine gnostische Schrift, die die Rolle der Frauen in der Jesusbewegung betont. Doch von den Kirchenvätern wurde sie nicht für würdig befunden, in den Kanon der Heiligen Schrift aufgenommen zu werden.

Als letztes wird eine Endzeitvision vorgestellt, die beinahe Eingang in die Bibel gefunden hätte: die Apokalypse des Petrus. Eine Schrift, die in symbolhafter Sprache den Sieg über das Böse schildert. Damit war der Kampf gegen das tyrannische römische Imperium gemeint. Doch auch dieses Buch wurde verbannt, vielleicht weil es verkündete, dass letztlich alle Sünder Vergebung erlangen und von ihrer Höllenstrafe erlöst würden.

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