ÖSTERREICH: Kickl greift ÖVP und Peschorn an

„Holt sich Befehle in der ÖVP-Zentrale“ – „ÖVP hat Interesse an Straches Handy“ - In Richtung Strache: „Alle strafrechtlichen Vorwürfe müssen ausgeräumt sein“

Wien (OTS) - Der frühere Innenminister Herbert Kickl (FPÖ) lässt im Interview mit ÖSTERREICH (Sonntagausgabe) mit scharfen Vorwürfen in Richtung seines Nachfolgers Wolfgang Peschorn aufhorchen. Seinen Ex-Parteichef Heinz-Christian Strache lässt Kickl wissen: „Die strafrechtlichen Vorwürfe müssen ausgeräumt sein. Aber ich erwarte mir jetzt zügige Ermittlungen auf solider rechtsstaatlicher Grundlage, keine parteipolitisch motivierte Verschleppung.“ Ob Straches Polit-Karriere nicht doch endgültig zu Ende sei? Kickl:
„Über seine beruflichen Pläne in der Privatwirtschaft entscheidet Heinz-Christian Strache als Privatmann ja wohl selbst. Alles andere wird die Zukunft weisen.“

Kickl kritisiert auch die Ermittlungen in der Ibiza-Causa: „ Die maßgeblichen Akteure der Soko-Ibiza sind fast ausschließlich ÖVP-Parteigänger und gehören, wie wir aus dem U-Ausschuss wissen, einem schwarzen Netzwerk an. Ich unterstelle ihnen nicht, ÖVP-Agenten zu sein. Aber ich unterstelle der ÖVP ein bestimmtes Interesse an dem, was sich vielleicht auf diesem Handy befindet.“
Auch Peschorn bekommt harte Kritik zu hören: „Er ist das, was sich die ÖVP unter einem ‚unabhängigen Expertenminister‘ vorstellt: Er geht in die ÖVP-Zentrale, um sich dort die Befehle zu holen, und lässt sich von einem kohlrabenschwarzen Kabinett steuern.“ Zudem lasse der parteifreie Minister Arbeit liegen: „Er müsste für unsere Polizistinnen und Polizisten wie ein Fels in der Brandung stehen – genau das tut er nicht. Dafür werden wichtige Maßnahmen gestoppt oder zumindest verzögert, wie etwa die Rekrutierungskampagne oder die Beschaffung der neuen Munition. Und er schweigt zu der von der ÖVP beabsichtigten Aufweichung des Asylrechts zugunsten von Lehrlingen.“

Die FPÖ werde in möglichen Koalitionsverhandlungen mit der ÖVP weiter auf das Innenministerium bestehen: „Natürlich gehen wir in Verhandlungen mit dem Anspruch, dass die FPÖ wieder den Innenminister stellt, da sind wir nur konsequent. Im Gegensatz zu Sebastian Kurz:
Er lobt die erfolgreiche Regierung samt den Leistungen eines freiheitlichen Innenministers, und gleichzeitig will er das Innenministerium unbedingt zur ÖVP zurückholen. Da stolpert das türkise Bein über das schwarze.“ Ob er sich nicht ohnehin längst innerlich vom Job des Innenministers verabschiedet habe? Kickl: „Ich erlebe, dass viele Wähler ganz anders denken und mir sogar Vorzugsstimmen geben wollen, weil sie mich wieder im Innenressort sehen wollen.“

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