Importeure weisen Vorwürfe zurück: Parallelhandel gewährleistet die Versorgung der Patienten und senkt die Systemkosten

Wien (OTS) - Mit Verwunderung reagierte der Verband der Pharmazeutischen Parallelhändler in Europa (EAEPC) auf die unsubstantiierten Vorwürfe, die in der Tageszeitung „Kurier“ am 20.08.2019 seitens des Fachverbandes der Chemischen Industrie (FCIO) vorgebracht wurden.

FCIO-Geschäftsführerin Sylvia Hofinger machte dabei die Pharma-Importeure für Lieferengpässe in Österreich verantwortlich, die in den letzten Wochen aufgetreten sind. Besonders verwunderlich ist hierbei die Forderung nach „klaren gesetzlichen Bestimmungen“, wo doch bereits seit 2001 eine EU-weit geregelte gemeinschaftliche Verpflichtung besteht, die nationalen Märkte ausreichend zu beliefern und erst dann zu exportieren.[1]

Seit dem In-Kraft-Treten der Richtlinie über gefälschte Arzneimittel[2] sind die Händler überdies verpflichtet die Echtheit des individuellen Erkennungsmerkmales bei Arzneimittelpackungen zu überprüfen. Entgegen der aktuellen Darstellung leisten die Händler somit einen umfangreichen Beitrag zur Aufdeckung von Fälschungen und gestohlenen Arzneimittel, als dass diese ein Einfallstor für zweifelhafte Ware seien.

Auffällig ist weiterhin, dass Verknappungen auch in den Märkten auftreten, in denen keine Paralleldistribution erfolgt, wie zum Beispiel in der Schweiz, oder den Vereinigten Staaten.

Dies deutet vielmehr darauf hin, dass die Hauptursache von Lieferengpässen die künstliche Verknappung seitens der Pharmaindustrie ist. Unabhängige Studien legen weiters nahe, dass die Verlagerung der Produktionsstätten in das außer-europäische Ausland und damit zusammenhängende Probleme in der Distributionskette hautverantwortlich für etwaige Mängel sind.

Ein weiterer Grund ist die offenkundig mangelnde Umsetzung des Gemeinschaftsrechts seitens der staatlichen Regulierungsbehörden.

Hier den um ein Aufrechterhalten der Lieferkette bemühten Arzneimittelhändlern den „Schwarzen Peter“ zuzuschieben erscheint nicht sachgerecht und zeugt von mangelnder Kenntnis des tatsächlichen Sachverhaltes. Insbesondere in Zeiten knapper Budgets und einer alternden Gesellschaft kann der Pharmazeutische Parallelhandel seinen Beitrag durch direkte und indirekte Einsparungen im Gesundheitssystem in Milliardenhöhe leisten und den Wettbewerb ankurbeln.

Dass ausgerechnet eine Industrievertreterin laut über Exportverbote nachdenkt, erscheint dann auch befremdlich.


[1] Vgl Richtline 2001/ 62/ EC


[2] Vgl Art 83 der Richtline 2001/ 83 zur Schaffung eines Gemeinschaftskodex für Humanarzneimittel

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Kasper Ernest
Generalsekretär, EAEPC
Mail: ke@eaepc.org
European Association of Euro-Pharmaceutical Companies
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