- 20.08.2019, 09:11:02
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ÖAMTC testet Ausstiegswarner auf Praxistauglichkeit (+Foto, + Grafik, +Video)
Innovatives Assistenzsystem gegen Dooring ersetzt keinesfalls Eigenverantwortung
Utl.: Innovatives Assistenzsystem gegen Dooring ersetzt keinesfalls
Eigenverantwortung =
Wien (OTS) - Gerade in der Stadt ist das sogenannte Dooring eine
nicht zu unterschätzende Unfallursache. Dabei wird eine Autotür
geöffnet, ohne auf den nachfolgenden Verkehr zu achten, und ein Rad-
oder E-Tretrollerfahrer fährt nahezu ungebremst in die Tür. Allein im
Jahr 2018 kam es österreichweit zu 225 derartigen Unfällen, bei denen
34 Radfahrer schwer verletzt wurden (Quelle: Statistik Austria). Um
diese Art von Unfällen zu vermeiden, bieten Audi und Mercedes
sogenannte Ausstiegswarner an. Dabei wird die Funktionsweise des
Totwinkelassistenten ausgeweitet. Der ÖAMTC und seine Partner haben
das zum Anlass genommen, diese Assistenten auf ihre Funktion zu
testen.
"Mit drei verschiedenen Verkehrsteilnehmern – einem Auto bzw.
einer Fahrzeugattrappe, einem Radfahrer sowie einem E-Tretroller –
wurde getestet, ob die Systeme die herannahende Gefahrensituation
rechtzeitig erkennen können", berichtet David Nosé, Unfallforscher
des Mobilitätsclubs. "In allen drei Fällen wurde die Fahrertüre genau
in dem Moment geöffnet, in dem eine Bremsung gerade noch möglich
gewesen wäre." Zudem wurde in weiteren Test-Settings eine enge
Parklücke simuliert, um den Einfluss auf die Reichweite des Systems
zu bewerten sowie die generelle Funktion für die übrigen
Fahrzeugtüren getestet.
Generell ist die Funktionsweise der beiden Systeme
unterschiedlich. "In der Mercedes A-Klasse werden die Insassen beim
Öffnen der Türe audiovisuell gewarnt", beschreibt der ÖAMTC-Experte.
Zuerst erfolgt eine optische Warnung über eine LED-Leuchte im
Außenspiegel, bei Öffnen der Türe erfolgt eine audiovisuelle Warnung.
"Im Audi A6 verzögert ein elektronischer Schließmechanismus die
Öffnung der Türe um eine knappe Sekunde, um den Insassen haptisch zu
warnen. Zusätzlich wird visuell über eine Warnleuchte gewarnt." Das
Fazit der Tester des Mobilitätsclubs ist eindeutig: "Auch wenn in
engen Parklücken die Funktion eingeschränkt ist, kann der
Ausstiegswarner – sofern die nötige Sensorik eines
Totwinkelassistenten am Fahrzeug bereits verbaut ist – mit wenig
Aufwand einen wichtigen Beitrag zur Verkehrssicherheit leisten."
Seitens der Hersteller sollte folglich eine serienmäßige Integration
angestrebt werden.
Doch selbst die besten Assistenzsysteme können nur unterstützen.
"Fahrzeuglenker müssen immer und ohne Ausnahme vor dem Öffnen der Tür
nach vorne und hinten schauen, ob sich ein anderer Verkehrsteilnehmer
nähert", hält Nosé fest. Ein Öffnen der Türe mit der türabgewandten
Hand erleichtert hier etwa den Schulterblick sowie den Blick in den
Außenspiegel. "Auch gehört es zu den Aufgaben der Lenker, Beifahrer
und andere Mitfahrer dazu aufzufordern, ebenfalls nach dem Verkehr zu
schauen", erinnert der Experte des Mobilitätsclubs. Rad- oder
E-Tretrollerfahrer sollten zudem immer einen ausreichenden
Seitenabstand zu haltenden oder parkenden Fahrzeugen einhalten und
auf Hinweise achten, welche auf ein baldiges Aussteigen und damit
verbundenes Türöffnen hindeuten.
Aviso an die Redaktionen: Fotos und eine Grafik zu diesem Thema
gibt es unter www.oeamtc.at/presse. Videomaterial kann auf Anfrage
unter [email protected] zur Verfügung gestellt werden.
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