• 19.08.2019, 10:57:04
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  • OTS0049

E-Tanken: Billig, aber Preise sind intransparent

Die AK fordert Preismonitoring, um den KonsumentInnen den Preisvergleich zu erleichtern

Utl.: Die AK fordert Preismonitoring, um den KonsumentInnen den
Preisvergleich zu erleichtern =

Wien (OTS) - Die E-Mobilität in Österreich kommt immer mehr in Fahrt:
Die Zahl der öffentlichen Ladestationen steigt – sie liegt
mittlerweile bei rund 4.200. Die Kosten für 100 Kilometer mit dem
E-Auto liegen im Durchschnitt bei einem Vertragstarif nun bei 4,995
Euro, was deutlich günstiger ist als Fahrten mit Benzin oder Diesel.
Dies zeigt eine neue von der AK durchgeführte Analyse.

Elektromobilität wird auch im Zuge klima- und energiepolitischer
Strategien immer öfter ein wesentlicher Beitrag für die Erreichung
der Zielsetzungen im Verkehr beigemessen. Aus diesem Grund hat nun
die AK eine Preis- und Marktanalyse für E-Tanken aus dem Jahr 2018
wiederholt. Dabei zeigt sich: Die Kosten fürs Tanken von Elektroautos
haben sich im Durchschnitt im Vergleich zum Vorjahr leicht erhöht: Im
Durchschnitt liegen die Kosten pro 100 Kilometer mit dem E-Auto bei
einem Vertragstarif nun bei 4,995 Euro (2018: 4,88 Euro). Im
Vergleich zur Erhebung im Jahr 2018 haben sich jedoch die
Preisunterschiede zwischen den einzelnen Ladetarifen vergrößert. Um
den KonsumentInnen den Preisvergleich zu erleichtern und unliebsame
Überraschungen bei der Abrechnung zu vermeiden, fordert die AK die
Etablierung eines Preismonitorings vergleichbar zum Spritpreismonitor
und die Vereinheitlichung der Angaben und Bezugskonditionen.

„Prinzipiell ist eine Vergleichbarkeit der Preise beim E-Tanken für
die einzelnen KonsumentInnen nahezu unmöglich“, sagt AK
Energieexperte Michael Soder. Die Preis- und Abrechnungsmodelle
ähneln mehr den Modellen aus dem Mobilfunkbereich als den Diesel- und
Benzin-Tankstellen. Es gibt Grundgebühren, Freimengen, freien
Ansteckdauern und E-Roaming. Die Tarifarten (Vertragstarife,
Pauschaltarife und Direct Payment Tarife) und die
Verrechnungseinheiten (von minutengenauer Abrechnung bis zu
30-Minuten-Blöcken) sind höchst unterschiedlich. Ebenso sind die
Preisspannen der Tarifmodelle zwischen den einzelnen Anbietern so
groß, dass die KonsumentInnen nicht einfach feststellen können,
welcher Tarif für sie am günstigsten ist. Daher kann auch keine
eindeutige Empfehlung für ein spezielles Tarifmodell oder einen
speziellen Tarif abgegeben werden.

Die Durchschnittspreise für Vertragstarife (+2,3 %) und
Direct-Payment (+10,8 %) sind im Vergleich zum Vorjahr gestiegen,
während sie für Pauschalen gesunken sind (-9,1 %). Weiter zugenommen
haben die Preisunterschiede zwischen Mindest- und Maximalpreisen.
Das teuerste E-Auftanken kostet pro 100 Kilometer bei einem
Vertragstarif mehr als 2,5 mal so viel wie der billigste. Der
teuerste Vertragstarif kommt auf 8,51 Euro pro 100 Kilometer
Fahrleistung, der billigste 2,97 Euro.
Bei einem Pauschalmodell bezahlen KonsumentInnen für 100 Kilometer
zwischen 2,52 Euro und 5,27 Euro. Bei Direct-Payment-Tarifen bezahlt
man zwischen 3,85 und 10,08 Euro.

Im Vergleich zu anderen Treibstoffen ist E-Tanken immer noch sehr
billig: So ist der Durchschnittswert der Tarifverträge mit 4,995 Euro
pro 100 Kilometer Fahrleistung um 67 Prozent günstiger als das Tanken
mit Diesel. Im Vergleich zum Benzin steigt der Preisvorteil des
Elektrofahrzeuges noch weiter, nämlich auf 82 Prozent.

Um die Transparenz bei den E-Tank-Kosten zu erhöhen, fordert die AK:
+ Herstellung einer einfachen und eindeutigen Preisvergleichbarkeit
über eine leistungs-bezogene Preisauszeichnung (kWh).
+ Etablierung eines Preismonitorings – vergleichbar zum
Spritpreismonitor und z.B.: angesiedelt in der E-Control, welche
derzeit bereits das Ladepunkteregister führt.
+ Umsetzung europäischen Rechts in Hinblick auf einen einfachen und
eindeutigen Preisvergleich beim öffentlich-zugänglich und gewerblich
betriebenen Laden von Elektrofahrzeugen.

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS - WWW.OTS.AT | AKW

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