• 13.08.2019, 11:40:44
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  • OTS0069

Breite Initiative fordert Trendwende für Klima- und Artenschutz in österreichischer Landwirtschaft

Greenpeace, BIO AUSTRIA, Sonnentor, Klimawissenschaftlerin Kromp-Kolb, Fridays For Future, Umweltmediziner Hutter, ARGE Schöpfungsverantwortung stellen fünf Forderungen an Parteien

Utl.: Greenpeace, BIO AUSTRIA, Sonnentor, Klimawissenschaftlerin
Kromp-Kolb, Fridays For Future, Umweltmediziner Hutter, ARGE
Schöpfungsverantwortung stellen fünf Forderungen an Parteien =

Wien (OTS) - Die Initiative “Klimafreundliche Landwirtschaft” fordert
von der Politik heute mehr Unterstützung für Klima- und Umweltschutz
in der österreichischen Landwirtschaft. Die nächste Bundesregierung
entscheidet über die Verteilung der Agrarförderungen in Österreich in
den kommenden sieben Jahren. Darin müsse Klima- und Umweltschutz
stärker priorisiert werden, so Greenpeace, BIO AUSTRIA,
Sonnentor-Gründer Johannes Gutmann, die Klimawissenschaftlerin Helga
Kromp-Kolb, der Umweltmediziner Hans-Peter Hutter und die ARGE
Schöpfungsverantwortung. Die Landwirtschaft verursacht laut einer
aktuellen Analyse der BOKU im Auftrag der Initiative
„Klimafreundliche Landwirtschaft“ bis zu 18 Prozent der
österreichischen Treibhausgas-Emissionen, wenn auch jene Emissionen
mit berücksichtigt werden, die beispielsweise aufgrund von
Futtermittel-Importen entstehen. Diese Emissionen müssten dringend
gesenkt werden, so die Initiative „Klimafreundliche Landwirtschaft“
mit Verweis auf ihre fünf Forderungen. Das vorhandene
Lösungspotenzial der Landwirtschaft in Bezug auf die Klimakrise müsse
gehoben werden. Noch vor der Nationalratswahl wird die Initiative die
SpitzenkandidatInnen der Parteien zu ihren Positionen hinsichtlich
der Forderungen befragen und die Ergebnisse im September
veröffentlichen.

“Mit Dürre, Hagel und Überschwemmungen setzt die Klimakrise der
Landwirtschaft in Österreich bereits zu. Gleichzeitig entstehen
weltweit rund ein Viertel der klimaschädlichen Treibhausgase durch
Landwirtschaft und Landnutzung. Wir brauchen daher dringend eine
bessere Agrarpolitik, die konkrete Schritte gegen Klimakrise und
Artensterben setzt. Bäuerinnen und Bauern in Österreich müssen von
der Politik viel stärker unterstützt werden - dann kann die
Landwirtschaft Teil der Lösung im Kampf gegen die Klimakrise und
Artensterben sein”, so der Landwirtschaftsexperte Sebastian
Theissing-Matei von Greenpeace: “Die nächste Bundesregierung trägt
hierfür die Verantwortung. Sie muss jetzt die Weichen für eine
umweltfreundliche Landwirtschaft bis 2027 stellen. Danach könnte es
für eine Trendumkehr bereits zu spät sein.”

Die nächste Bundesregierung wird die Entwicklung der Landwirtschaft
in den nächsten Jahren maßgeblich prägen: Sie entscheidet über die
Verteilung der Agrar-Fördermittel in Österreich für die Periode 2021
bis 2027. Dabei handelt es sich um nicht weniger als die wichtigste
agrarpolitische Weichenstellung der nächsten Jahre - denn hier wird
schwarz auf weiß festgelegt, ob Klima- und Umweltschutz künftig
stärker in der österreichischen Landwirtschaftspolitik verankert und
gefördert werden.

“Klimaschutz muss in allen Bereichen der Landwirtschaft verankert
sein. Daher fordern wir eine Verdoppelung des Anteils an
Fördergeldern für Klima-, Umwelt und Tierschutz sowie den Ausbau der
biologischen Landwirtschaft von derzeit 25 Prozent auf 35 Prozent der
Flächen bis 2027. Der Markt für Bio-Lebensmittel soll unter anderem
durch einen Bio-Anteil von 60 Prozent in der Verpflegung öffentlicher
Einrichtungen unterstützt werden“, so BIO AUSTRIA-Obfrau Gertraud
Grabmann. Darüber hinaus sollen künftig auf jedem Bauernhof
biodiversitätsfördernde Maßnahmen umgesetzt werden. „Dafür muss für
jeden bäuerlichen Betrieb eine Biodiversitäts-Fördermaßnahme
angeboten und entsprechend abgegolten werden“, betont die Biobäuerin.
Weiters fordert die Initiative “Klimafreundliche Landwirtschaft“ eine
klima- und tierfreundliche Tierhaltung.

“Klimapolitik und Landwirtschaftspolitik sollten Hand in Hand gehen,
denn Klimawandel, Landwirtschaft und Ernährung sind eng verflochten.
Essen wir zum Beispiel mehr Gemüse, Hülsenfrüchte und Getreide, und
das regional, saisonal und biologisch, dann tun wir etwas Gutes für
unsere Gesundheit und für die biologische Vielfalt. Wir reduzieren
damit aber auch Treibhausgasemissionen, schützen unsere Böden, bauen
mehr Humus auf und machen die Landwirtschaft damit resistenter gegen
Dürren und Starkniederschläge. Ein reduzierter Fleischkonsum bedeutet
auch einen geringeren Flächenbedarf. Österreich wäre dann weniger
abhängig von Lebensmittelimporten”, erklärt Klimawissenschaftlerin
Helga Kromp-Kolb.

„Intensive Landbewirtschaftung, die oft mit hohem Einsatz von
Düngemitteln und Pestiziden einhergeht, belastet Ökosysteme und
Klima, trägt enorm zum Biodiversitätsverlust bei und gefährdet damit
auch die Grundlage für unsere Gesundheit. Alleine die
Gesundheitsfolgen von Pestizidbelastungen wie u.a. Tumorrisiko,
Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit und neurologische
Erkrankungen, die neben den KonsumentInnen speziell Bäuerinnen/Bauern
selber in größerem Ausmaß betreffen, müssten endlich zum Umdenken
führen. Aus umweltmedizinischer Sicht ist es längst an der Zeit, sich
viel stärker als bisher für eine umwelt- und
gesundheitsverträglichere Landwirtschaft zu engagieren”, so
Umweltmediziner Hans-Peter Hutter Sprecher der ÄrztInnen für eine
gesunde Umwelt.

“Wir bei SONNENTOR setzen seit 1988 zu 100 Prozent auf biologische
Landwirtschaft. Unsere Anbaupartner haben es schon immer ohne Chemie
geschafft! Diese Gifte brauchen wir nicht, denn diese machen nur die
Böden und die Umwelt kaputt. Unsere Kräuter wachsen auf gesunden
Böden durch viel Handarbeit und Pflege – ganz im Einklang mit der
Natur. Das braucht Zeit und die sollten wir uns dringend nehmen.
Wichtig ist die Bewahrung der Vielfalt. Wir brauchen Diversität – nur
so bleibt unsere Welt im Gleichgewicht. Eine klimafreundliche
Landwirtschaft ist keine Kunst – sie sollte unsere Pflicht sein! Auch
die nächsten Generationen haben die Chance verdient, in einer
gesunden Umwelt aufzuwachsen. Eine enkeltaugliche Umwelt zu erhalten
ist unser Ziel”, so Johannes Gutmann, Gründer von Sonnentor.

“Nicht nur unser Klima, sondern auch unsere Umwelt steht vor dem
Kollaps. Wir jungen Menschen haben Angst um unsere Zukunft und
fordern sofortige Maßnahmen gegen die Klimakrise - auch in der
Landwirtschaft. Die Agrarpolitik der Vergangenheit stand nicht im
Einklang mit der Natur und führte zur Ausbeutung unserer natürlichen
Ressourcen. Damit muss jetzt Schluss sein, wenn wir eine lebenswerte
Zukunft wollen, fordert Lea Paulovics, Aktivistin und Vertreterin von
Fridays For Future.

“Der Klimawandel mit seinen Auswirkungen auf die Biodiversität ist
eine Tat-Sache! Gefordert ist die Politik Taten zu setzen, wie es
unzählige Organisationen, Menschen, Jugendliche, Kinder … weltweit
bereits tun und auch Papst Franziskus mit seiner Enzyklika „Laudato
si“ einmahnt. Wir fordern eine Nachhaltigkeitsstrategie, die in der
Tat Generationenverantwortung im Fokus hat und alle Kräfte bündelt,
so Michael Link, Mitarbeiter der ARGE Schöpfungsverantwortung.

Zur Initiative “Klimafreundliche Landwirtschaft”

Die Initiative “Klimafreundliche Landwirtschaft” wurde im August 2019
gegründet. Mitglieder sind Greenpeace, BIO AUSTRIA, Sonnentor, die
Klimawissenschaftlerin Helga Kromp-Kolb, der Umweltmediziner
Hans-Peter Hutter, Fridays For Future sowie die ARGE
Schöpfungsverantwortung und das Tierschutzvolksbegehren. Gemeinsam
stellen die Mitglieder fünf Forderungen an die SpitzenkandidatInnen
der österreichischen Parteien zur Nationalratswahl. Die Initiative
“Klimafreundliche Landwirtschaft” wird die KandidatInnen zu ihren
Positionen hinsichtlich der fünf Forderungen befragen und die
Ergebnisse im September veröffentlichen.

Die fünf Forderungen im Detail finden Sie hier: http://bit.ly/2H2aTNY

Grafik mit den Forderungen auf einen Blick: http://bit.ly/2McsjvL

Wissenschaftliche Analyse von Thomas Lindenthal, BOKU: http://bit.ly/2MeCH62

Bildmaterial finden Sie unter http://bit.ly/2KJpXBe
Dieses steht unter Angabe der jeweiligen Foto-Credits zur einmaligen Nutzung kostenlos zur Verfügung.

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