Weltkatzentag: Bitte keine Tierqual unterstützen!

Tierschutzombudsstelle Wien warnt vor vermeintlich süßen Merkmalen bei Faltohrkatzen

Wien (OTS/RK) - Ist sie nicht niedlich, die kleine Faltohrkatze? Nein, ist sie nicht. Sie ist krank. Anlässlich des Internationalen Tages der Katze am 8. August weist die Tierschutzombudsstelle Wien darauf hin, dass es sich bei der Moderasse Schottische Faltohrkatze (Scottish Fold) um Qualzucht handelt. Auch in Wien werden diese Katzen immer wieder zum Verkauf angeboten. Ein Anbieter fasste kürzlich eine Geldstrafe in Höhe von 5.000 Euro aus.

Faltohrkatzen sind auch für Laien einfach zu erkennen: Sie haben schon als Welpen noch vorne gekippte Ohren. Dieses Merkmal der „gefalteten“ Ohren, das diese Rasse so besonders macht, wird ab der 3. Lebenswoche sichtbar. „Was süß ausschaut, bedeutet für die Tiere höllische Qualen“, weiß Eva Persy, Leiterin der Tierschutzombudsstelle Wien. „Die nach vorn gekippten Ohren sind sichtbares Zeichen einer schmerzhaften und unheilbaren Erbkrankheit.“

Schmerzhafte Gelenksveränderungen und Lahmheit

Die sogenannte Osteochondrodysplasie (OCD) beeinträchtigt die Knorpel- und Knochenbildung. Hinter den charakteristischen Faltohren stecken deformierte und verkrüppelte Ohrmuscheln. Die Krankheit führt weiters vor allem im Bereich der Beine und der Wirbelsäule zu sehr schmerzhaften Gelenksveränderungen und Lahmheit. Dies beginnt bereits im Welpenalter – auch wenn die Symptome zunächst nicht so deutlich sind. Die Tiere bewegen sich weniger als gesunde Artgenossen und vermeiden hohe Sprünge. „Im Laufe der Zeit empfinden die betroffenen Katzen dann auch Berührungen vom Menschen als schmerzhaft. Selbst zärtliches Streicheln wird zur Qual, worauf die Katze dann meist aggressiv reagiert“, so Eva Persy. Es kommt zu Gelenksschwellungen, verdickten und missgestalteten Gliedmaßen, abnormer Körperhaltung und Gangart. Kostspielige Tierarztbesuche und Schmerztherapien werden notwendig. Manche Tiere müssen jedoch bereits im Alter von zwei Jahren eingeschläfert werden, weil das Leid einfach zu groß ist.

ZüchterInnen behaupten mitunter, dass die Erkrankung nur bei Katzen auftritt, deren Elterntiere beide Faltohren haben. Daher werden häufig Mischlinge aus Faltohrkatzen und einer anderen Rasse, zum Beispiel Britisch Kurzhaar, angeboten, welche angeblich nicht unter diesen gesundheitlichen Problemen leiden. „Dies ist jedoch inzwischen durch wissenschaftliche Studien widerlegt worden. Heute weiß man: Jede Faltohrkatze hat OCD. Nur der Grad der Ausprägung kann unterschiedlich sein, die Symptome können bei Mischlingen später in Erscheinung treten“, so Persy.

Zucht und Handel in Österreich verboten

Das österreichische Tierschutzgesetz verbietet die Zucht und den Handel mit diesen Katzen. Wer Qualzüchtungen vornimmt oder Tiere mit Qualzuchtmerkmalen importiert, erwirbt, vermittelt, weitergibt oder ausstellt, riskiert eine hohe Geldstrafe. Dass dies keine leere Drohung ist, musste kürzlich ein Anbieter aus Wien erfahren, der Scottish Fold-Katzen zum Kauf angeboten hatte und nach einer Meldung der Tierschutzombudsstelle von der Behörde überprüft wurde. Die Folge: 5.000 Euro Strafe wegen Tierquälerei. „Wir warnen alle Katzenliebhaberinnen und -liebhaber davor, das Geschäft mit dem Leid dieser Tiere zu unterstützen“, appelliert Persy. „Wir alle wünschen uns doch gesunde Tiere, mit denen wir viele schöne Jahre verbringen können. Bitte informieren Sie sich daher gründlich, bevor Sie sich eine Katze anschaffen. Wir empfehlen als erstes den Gang ins Tierheim, wo Sie fachkundig beraten werden und vielleicht Ihr Kätzchen fürs Leben finden.“

Die Tierschutzombudsstelle Wien (TOW) setzt sich für ein harmonisches und respektvolles Miteinander von Mensch und Tier in der Großstadt ein. Sie fördert die Interessen des Tierschutzes und vertritt diese auch in Verwaltungs- und Verwaltungsstrafverfahren. Die Tierschutzombudsstelle agiert unabhängig und weisungsungebunden.

Die TOW im Internet: https://www.tieranwalt.at

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