• 07.08.2019, 09:41:11
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  • OTS0036

ANSCHOBER: Auch oberösterreichische LandesexpertInnen sehen schwere Mängel bei Evaluierung von Tempo 140

Asfinag-Aussagen absolut im Widerspruch zu den evaluierten Auswirkungen von Tempo 100 - Oberösterreich wird eigene Messungen starten

Utl.: Asfinag-Aussagen absolut im Widerspruch zu den evaluierten
Auswirkungen von Tempo 100 - Oberösterreich wird eigene
Messungen starten =

Linz (OTS) - „Die Evaluierung von Tempo 140 ist die mangelhafteste
Überprüfung, die ich bisher gesehen habe. Nicht nachvollziehbare
Ergebnisse, widersprüchliche und nicht repräsentative Ergebnisse,
Verzerrung der Ergebnisse durch das Reinrechnen von LKWs, aufgrund
der kurzen Messdauer ist keine Aussage möglich, ob die NO2-Grenzwerte
überschritten werden“, übt Oberösterreichs Umweltlandesrat Rudi
Anschober vehemente Kritik am Schönreden der Ergebnisse von Tempo
140. Nicht einmal der Standort der Messstationen in Oberösterreich
(Allhaming) und Niederösterreich entspricht den rechtlichen Vorgaben,
die max. 10m Entfernung zum Fahrbahnrand vorschreiben, in Allhaming
sind es hingegen 25m, in Niederösterreich sogar 38m. „Wir haben
Ministerium und Asfinag von Beginn an auf diesen ebenfalls
verzerrenden Fehler hingewiesen - ohne Wirkung.“

Oberösterreich wird daher im September eigene Messungen durchführen
und diese ein Jahr lang aufrecht erhalten und die Messergebnisse auch
extern durch unabhängige ExpertInnen analysieren lassen und Anschober
wird in den nächsten Tagen eine Fragenreihe an Verkehrsministerium
und Asfinag richten, um die vielen offenen Punkte und Widersprüche
aufzuklären.

Anschober verweist darauf, dass die Ergebnisse der Asfinag auch im
vollständigen Widerspruch stehen zu den Evaluierungsergebnissen der
Auswirkungen von Tempo 100 auf der A1 bei Enns. Der
Evaluierungsbericht 2017/18 (Mai 2017 bis April 2018) - der aktuelle
Evaluierungsbericht wird für September erwartet – bestätigt, wie auch
die Evaluierungsberichte in den Jahren davor, erhebliche Auswirkungen
der flexiblen Schaltung von Tempo 100: eine Reduktion der
NOx-Emissionen um 8,5 Prozent. Die NO2-Imissionen konnten durch das
flexible Tempo 100 um 3 μg/m3 reduziert werden - dadurch konnte 2018
erstmals der vorgeschriebene Grenzwert unterschritten werden.
Das flexible Tempo 100 trägt auch zum Klimaschutz bei, so konnten im
Evaluierungszeitraum (Mai 2017 – April 2018) 2.747 Tonnen CO2
eingespart werden – das entspricht einem Minus von 3,4 %.

„Wenn eine Tempoverringerung massiv positive Auswirkungen durch
deutliche Absenkungen der Emissionen und Immissionen bringt, dann ist
es unmöglich, dass eine relevante Tempoerhöhung zu keinen
wesentlichen Auswirkungen führt“, kritisiert Anschober.

Dazu passt, dass NGOs wie Greenpeace bei einem Herausrechnen jener
emissionsintensiven LKW, für die Tempo 140 nicht gilt, auf eine
Steigerung um 3,5% bei den CO2-Emissionen durch Fahrzeuge die
tatsächlich Tempo 140 fahren dürfen (PKW und leichte LKW), kommen.

Anschober abschließend: „Das einzig Positive: die Autofahrer selbst
haben offensichtlich - wie auch Informationen der Exekutive ergeben -
vernünftig reagiert und das neue Tempolimit nicht ausgenutzt, wodurch
das Tempo im Durchschnitt in Realität lediglich um 2-4 km/h gestiegen
ist.“

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