ANSCHOBER: Auch oberösterreichische LandesexpertInnen sehen schwere Mängel bei Evaluierung von Tempo 140

Asfinag-Aussagen absolut im Widerspruch zu den evaluierten Auswirkungen von Tempo 100 - Oberösterreich wird eigene Messungen starten

Linz (OTS) - „Die Evaluierung von Tempo 140 ist die mangelhafteste Überprüfung, die ich bisher gesehen habe. Nicht nachvollziehbare Ergebnisse, widersprüchliche und nicht repräsentative Ergebnisse, Verzerrung der Ergebnisse durch das Reinrechnen von LKWs, aufgrund der kurzen Messdauer ist keine Aussage möglich, ob die NO2-Grenzwerte überschritten werden“, übt Oberösterreichs Umweltlandesrat Rudi Anschober vehemente Kritik am Schönreden der Ergebnisse von Tempo 140. Nicht einmal der Standort der Messstationen in Oberösterreich (Allhaming) und Niederösterreich entspricht den rechtlichen Vorgaben, die max. 10m Entfernung zum Fahrbahnrand vorschreiben, in Allhaming sind es hingegen 25m, in Niederösterreich sogar 38m. „Wir haben Ministerium und Asfinag von Beginn an auf diesen ebenfalls verzerrenden Fehler hingewiesen - ohne Wirkung.“

Oberösterreich wird daher im September eigene Messungen durchführen und diese ein Jahr lang aufrecht erhalten und die Messergebnisse auch extern durch unabhängige ExpertInnen analysieren lassen und Anschober wird in den nächsten Tagen eine Fragenreihe an Verkehrsministerium und Asfinag richten, um die vielen offenen Punkte und Widersprüche aufzuklären.

Anschober verweist darauf, dass die Ergebnisse der Asfinag auch im vollständigen Widerspruch stehen zu den Evaluierungsergebnissen der Auswirkungen von Tempo 100 auf der A1 bei Enns. Der Evaluierungsbericht 2017/18 (Mai 2017 bis April 2018) - der aktuelle Evaluierungsbericht wird für September erwartet – bestätigt, wie auch die Evaluierungsberichte in den Jahren davor, erhebliche Auswirkungen der flexiblen Schaltung von Tempo 100: eine Reduktion der NOx-Emissionen um 8,5 Prozent. Die NO2-Imissionen konnten durch das flexible Tempo 100 um 3 μg/m3 reduziert werden - dadurch konnte 2018 erstmals der vorgeschriebene Grenzwert unterschritten werden.
Das flexible Tempo 100 trägt auch zum Klimaschutz bei, so konnten im Evaluierungszeitraum (Mai 2017 – April 2018) 2.747 Tonnen CO2 eingespart werden – das entspricht einem Minus von 3,4 %.

„Wenn eine Tempoverringerung massiv positive Auswirkungen durch deutliche Absenkungen der Emissionen und Immissionen bringt, dann ist es unmöglich, dass eine relevante Tempoerhöhung zu keinen wesentlichen Auswirkungen führt“, kritisiert Anschober.

Dazu passt, dass NGOs wie Greenpeace bei einem Herausrechnen jener emissionsintensiven LKW, für die Tempo 140 nicht gilt, auf eine Steigerung um 3,5% bei den CO2-Emissionen durch Fahrzeuge die tatsächlich Tempo 140 fahren dürfen (PKW und leichte LKW), kommen.

Anschober abschließend: „Das einzig Positive: die Autofahrer selbst haben offensichtlich - wie auch Informationen der Exekutive ergeben -vernünftig reagiert und das neue Tempolimit nicht ausgenutzt, wodurch das Tempo im Durchschnitt in Realität lediglich um 2-4 km/h gestiegen ist.“

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