ÖGB-Schumann zu Equal Pension Day: Gute Ausbildung und sichere Einkommen sind die beste Absicherung für die Pension

Frauen haben das Recht auf ein gutes und unabhängiges Leben in allen Lebensphasen

Wien (OTS) - Unglaubliche 42,3 Prozent weniger Pension erhalten Frauen in Österreich im Vergleich zu den Männern – für die ÖGB-Vizepräsidentin und Frauenvorsitzende Korinna Schumann ein klarer Handlungsauftrag: „Die Ursachen für diese eklatanten Pensionsunterschiede liegen im Erwerbsleben. Wir brauchen gute Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, Einkommen, von denen man leben kann, und mehr Vollzeitarbeitsplätze. Das ist die beste Absicherung für die Pension und ermöglicht gleichzeitig Frauen ein gutes und unabhängiges Leben in allen Lebensphasen.“

Österreichweit findet der Equal Pension Day – der Tag, ab dem Männer bereits so viel Pension erhalten haben wie Frauen bis zum Jahresende – dieses Jahr am 29. Juli statt. „Mit der beschlossenen Anrechnung der Karenzzeiten wurde ein wichtiger Schritt zu mehr Einkommensgleichheit gesetzt, aber trotzdem heißt es Ärmel hochkrempeln und weitere Maßnahmen setzen“, erklärt Schumann. Die ÖGB-Frauen fordern neben einem Lohntransparenzgesetz auch einen flächendeckenden Ausbau der Kinderbetreuungseinrichtungen und einen Rechtsanspruch auf einen Gratis-Kinderbetreuungsplatz für jedes Kind. „Viele Frauen arbeiten in Teilzeit, weil sie nach wie vor überwiegend für die Kinderbetreuung und die Pflege von Angehörigen zuständig sind – mit negativen Auswirkungen. Denn Teilzeitarbeit senkt die Pensionshöhe. Ein Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz würde zu echter Wahlfreiheit führen und berufstätigen Frauen ermöglichen, selbst zu entscheiden, wie viele Stunden sie arbeiten wollen.“

Junge Frauen brauchen Arbeit statt Jobs

Um Altersarmut und massive Pensionsunterschiede zu verhindern, müssen aber laut ÖGB-Frauen alle frauenpolitischen Schalter viel früher in Gang gesetzt werden. Gerade junge Arbeitnehmerinnen müssen sich heute ihr Einkommen häufig zusammenstückeln oder wechseln von Job zu Job. „Die schlechte Absicherung rächt sich dann auch in der Pension. Wir dürfen nicht länger tolerieren, dass junge, gut ausgebildete Menschen jahrelang zu Dumpinglöhnen als ‚PraktikantInnen‘ arbeiten müssen. Prekäre Arbeitsformen müssen verhindert werden“, fordert Susanne Hofer, Vorsitzende der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ).

Viel Verbesserungsbedarf besteht laut Hofer auch bei den Lehrlingen. Diese werden häufig für Tätigkeiten eingesetzt, die nichts mit ihrer Ausbildung zu tun haben oder bekommen vom Betrieb kaum Unterstützung bei der Lehrabschlussprüfung. „Eine Ausbildung schützt am besten vor Arbeitslosigkeit und Armut. Daher muss die Qualität der Ausbildung im Mittelpunkt stehen“, betont die ÖGJ-Vorsitzende.

Frauen über 50 brauchen Chancen

Als „bestürzend und erschreckend“ bezeichnet Elisabeth Ficker von den ÖGB-PensionistInnen die hohen Pensionsunterschiede zwischen Frauen und Männern. Sie fordert entsprechende Präventionsmaßnahmen, um Frauen länger gesund im Erwerbsleben zu halten, bevor man das Frauenpensionsantrittsalter vorschnell anhebt. „Von Arbeitslosigkeit stark betroffen sind ältere Frauen. Ein Drittel geht sogar aus der Arbeitslosigkeit in die Pension. Eine frühere Anhebung des Pensionsalters würde zu vermehrter Altersarmut führen, von der vor allem Frauen betroffen sind.“

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