- 17.07.2019, 11:29:31
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Schnabl/Zvonik/Kögl: Jungen Menschen in der Politik eine Stimme geben
Themen Arbeit, Bildung und Klimaschutz stehen im Fokus
Utl.: Themen Arbeit, Bildung und Klimaschutz stehen im Fokus =
St.Pölten (OTS) - Gemeinsam traten heute, Mittwoch, SPÖ NÖ
Landesparteivorsitzender, LHStv. Franz Schnabl sowie die beiden
JugendkandidatInnen für die kommende Nationalratswahl, Melanie Zvonik
(24) und Michael Kögl (28), vor MedienvertreterInnen, um die
Schwerpunkte ihrer politischen Arbeit in den nächsten Wochen zu
skizzieren.
Zunächst wies LHStv. Schnabl darauf hin, dass es zu wenig sei,
Politik „für“ junge Menschen zu machen, sondern es müsse Politik
„mit“ jungen Menschen gemacht werden. „Jugendliche fühlen sich von
der Politik oft nicht abgeholt. Zudem gehen ihre Themen in
Wahlauseinandersetzungen vielfach unter. Wir wollen diesmal dieser
Tatsache mit aller Kraft entgegentreten und der Jugend eine Stimme
geben, damit faire Chancen für sie keine Wahlversprechen bleiben“,
betonte Schnabl.
„Die kommende Wahlauseinandersetzung wird den Weg weisen. Geht der
Sozialabbau und die arbeitnehmerfeindliche Politik von Schwarz-Blau
weiter oder wird der Weg frei für eine ehrliche Politik, die das
leistbare Leben sowie Arbeit, Bildung und Sicherheit – wofür die
Sozialdemokratie steht – in den Mittelpunkt stellt“, erklärte
Schnabl. Es werde aber nicht nur eine Richtungsentscheidung für
Österreich, sondern auch für die künftige Zusammenarbeit der Politik
mit Gewerkschaften und Sozialpartnern. „Die Wirtschaftsinteressen der
Reichen versus die Interessen der ArbeitnehmerInnen, darum geht es
bei der Nationalratswahl am 29. September“, erklärte Schnabl: „Wir
wollen Chancengerechtigkeit, beste Bildung und spürbare
Verbesserungen für das alltägliche Leben der Menschen erreichen.
Österreich ist ein Land, in dem man gut leben kann – wir schauen
drauf, dass das auch für alle gilt. Wir sorgen für Sicherheit in
allen Lebensbereichen: Bei der Bildung, auf dem Arbeitsmarkt und im
Wirtschaftsbereich, in sozialen Belangen und bei der Sicherheit vor
Gewalt und Kriminalität“, erklärt Schnabl.
Politische Maßnahmen und Überlegen müssten zukunftsorientiert
umgesetzt werden, damit auch die Bedürfnisse und Perspektiven junger
Menschen berücksichtigt würden, sagt Schnabl: „Wir wollen
beispielsweise Lösungsvorschläge erarbeiten, wie wir junge Menschen
auf ihrem Weg in die Arbeitswelt besser unterstützen können. Dabei
ist es wichtig, zu erkennen, welche persönlichen und fachlichen
Qualifikationen als Schlüsselkompetenzen zu fördern sind, um die
Berufschancen junger Menschen zu verbessern und
Optimierungspotentiale im Bereich der Aus- und Weiterbildung
ausloten. Und wir wollen leistbare Wohnungen anbieten, damit Junge
einen guten, schuldenfreien Start in ein selbständiges Leben haben.“
Zwt.: Es geht um unsere Zukunft, rasches Handeln ist notwendig
Arbeit, Bildung und Klimaschutz seien auch die drei wesentlichen
Lebensbereiche, die sie im Zuge ihrer Kandidatur thematisieren
möchten, erklärten die beiden JugendkandidatInnen unisono. Vor allem
die Klimakrise beschäftige derzeit junge Menschen in hohem Maße,
sagte Zvonik, die auch Landesvorsitzende der Sozialistischen Jugend
in Niederösterreich ist. Seit Monaten würden junge Leute auf die
Straße gehen, um für eine bessere Klimapolitik und sofortige
Maßnahmen zu demonstrieren. „Die FridaysForFuture-Bewegung zeigt,
dass Jugendliche sehr wohl politisch sind. Unsere Generation hat
zurecht erkannt, dass es um die eigene Zukunft geht und dass rasches
Handeln erforderlich ist.“
„Die Klimakrise ist längst in Österreich angekommen, man braucht sich
nur umzusehen. Deshalb muss der Klimanotstand ausgerufen werden!
Dabei darf es aber nicht bei einem reinen Lippenbekenntnis bleiben.
Es braucht große Veränderungen auf nationaler und internationaler
Ebene, aber auch jede Gemeinde kann die Keimzelle für einen
nachhaltigen Wandel sein! Vor diesem Hintergrund setzen wir uns für
einen Green New Deal ein“, ergänzte Zvonik.
„Die Klimakrise ist konzerngemacht. Es ist folglich fair, dass die
Kosten für die Klimakrise auch diejenigen zahlen müssen, die sie
verursachen - nämlich Superreiche und Großkonzerne. Denn sie sind es,
die durch Profitgier Mensch und Umwelt ausbeuten. Sie spüren die
Klimakrise kaum bis minimal, während Arme und kranke Menschen alles
abbekommen. Wir fordern eine Millionärssteuer und eine
aufkommensneutrale CO2-Steuer“, zeigte sich Zvonik entschlossen.
Außerdem brauche es öffentliche Investitionen in öffentlichen Nah-
und Fernverkehr, statt einer Mobilität, die auf einem mit fossilen
Brennstoffen motorisierten Individualverkehr basiere. Zvonik führte
an, dass nur 204 von 573 Gemeinden in NÖ per Bahnhof an das
Schienennetz angebunden seien. „Einhergehend mit einem massiven
Ausbau von öffentlichen Verkehrsmitteln, fordern wir daher gratis
Öffis für alle.“ Die Forderung der SPÖ NÖ für ein
365-Euro-Öffi-Ticket ist ein erster wichtiger Schritt, als SJ gehen
wir allerdings einen Schritt weiter und fordern gratis Öffis für
alle.
Zwt.: Junge Menschen brauchen ein geregeltes Einkommen
Beim Thema Arbeit unterstrich Michael Kögl, Vorsitzender der Jungen
Generation NÖ, am Beispiel unbezahlter Praktika, dass besonders
BerufseinsteigerInnen Unternehmen häufig ausgeliefert seien, die
ihnen wenig bis nichts für ihre Arbeit bezahlen, sie aber nach kurzer
Einschulung wie reguläre MitarbeiterInnen einsetzen würden. „Das ist
ein massives Problem. Junge Menschen, die ein geregeltes Einkommen
dringend brauchen, werden dadurch ausgebeutet. Andererseits schaut
auch der Staat wegen der für die Unternehmen steuerfreundlichen
PraktikantInnen durch die Finger. Schlussendlich ist es auch ein
Verrat an all jenen Menschen, die eine Arbeit suchen, aber keine
Chance erhalten – das ist eine Lose-Lose-Lose-Situation“, fordert
Kögl fair bezahlte Praktika, und zwar entweder nach dem
branchenüblichen Kollektivvertrag oder nach einem Mindestlohn.
„Die gerechte Verteilung von Arbeit ist ein zentraler Punkt in der
heutigen Zeit. Die einen suchen Arbeit, die anderen werden krank,
weil sie es nicht schaffen, alles zu erfüllen, was von ihnen verlangt
wird. Familienzeit und Privatleben bleiben auf der Strecke. Die
Schieflage am Arbeitsmarkt ist unübersehbar. Aus diesem Grund machen
wir uns für die 4-Tage-Woche, eine sechste Urlaubswoche für alle –
und das bei vollem Lohnausgleich – stark. Damit Zeit zum Leben
bleibt!“, pocht Kögl auf bessere Arbeitsbedingungen.
„Wer arbeitet, soll davon leben können, das ist letztlich der Grund,
wieso Menschen arbeiten. Aktuell wird aber die Leistung nicht
entsprechend belohnt. Ist es fair, dass eine Friseurin, die Vollzeit
arbeitet, nicht einmal 1.300 Euro netto verdient? Dass
MitarbeiterInnen im Einzelhandel weniger als 1.500 Euro für einen
Monat Arbeit bekommen? Die ÖVP behauptet immer, dass sich Leistung
lohnen muss. Stimmt – zahlen wir Menschen jenes Geld, das ihnen
mindestens zusteht. 1.700 Euro steuerfrei sind das, was wir als
Untergrenze sehen, um ein gutes Leben führen zu können. Wer arbeitet
darf nämlich nicht der Dumme sein – dafür sorgen wir!“
Zwt.: Bildung muss für alle zugänglich und leistbar sein
Im unmittelbaren Zusammenhang mit dem Thema Arbeit steht für Zvonik
und Kögl auch der Bereich Bildung. „Die wichtigste Karriere in diesem
Land ist die Bildungskarriere und an ihr soll kein Kind in Österreich
scheitern!“ Damit dies gelingt, müsse man im Kindergarten ansetzen –
dieser sei die erste Bildungseinrichtung. In dieser Hinsicht sei die
Aufwertung der Ausbildung auf akademisches Niveau wesentlich, damit
auch die Bezahlung der PädagogInnen für ihre wichtige Arbeit endlich
stimme, meinten Zvonik und Kögl. „Außerdem brauchen wir
flächendeckend ganztägige Kinderbildungseinrichtungen, damit Eltern
ihrer Arbeit nachgehen können, während ihre Kinder gut betreut sind
und lernen. Das ist gerade für ein Flächenbundesland wie
Niederösterreich extrem wichtig.“
Zudem stellten die beiden klar, dass Bildung für alle zugänglich und
leistbar sein müsse. Vor allem dürfe die Auswahl des Bildungsweges
nicht vom Geldbörserl der Eltern abhängen. „Neben dem finanziellen
Druck werden Leistungsanforderungen an SchülerInnen immer höher.
Damit alle Kinder und Jugendlichen die gleichen Chancen haben,
fordern wir die Umsetzung einer Gesamtschule in Verbindung mit einer
verschränkten, ganztägigen und inklusiven Schule. Das erhöht die
Durchlässigkeit und lässt vor allem niemanden zurück“, sind sich
Zvonik und Kögl sicher. Damit das gelingen könne, brauche es gut
ausgebildete und bezahlte Lehrkräfte, moderne Schulbauten,
zeitgemäßes Unterrichtsmaterial und gut ausgestattete Schulen, die
als Lebensraum funktionieren würden.
Dabei dürfe aber nicht auf die Lehre vergessen werden. Diese müsse
weiter attraktiv bleiben, so Kögl. Dafür brauche es einen Ausbau bei
der betrieblichen Mitbestimmung, eine gute Bezahlung und vor allem
eine Perspektive. „Während der Lehre geht es darum, eine gute
Ausbildung zu bekommen, in den Lehrlingswohnheimen gratis wohnen zu
können und auch im Betrieb mitreden zu können und so sein
Arbeitsumfeld mitzugestalten.“
„Auf Uni- und Hochschulebene müssen wir endlich den freien
Bildungszugang durchsetzen. Keine Studiengebühren, keine
Aufnahmeverfahren und ein Ausbau der universitären Forschung. Das ist
Zukunftspolitik in Reinkultur und führt neben einem Steigen der
AkademikerInnenquote vor allem auch zu einer Zukunftsperspektive für
dieses Land“, so Kögl abschließend.
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