Vollversammlung der LK Niederösterreich: Stabilität für heimische Betriebe gewährleisten

Bauern brauchen Rückhalt im Inland - Nein zu aktuellem Mercosur-Vertragsmodell

St. Pölten (OTS) - Am Montag, 8. Juli, tagte die Vollversammlung der Landwirtschaftskammer (LK) Niederösterreich in der Bildungswerkstatt Mold. Die Finanzierung und Ausgestaltung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) für die Periode nach 2020 und die Auswirkungen des Handelsabkommens Mercosur standen dabei im Mittelpunkt. Auch die angespannte Lage in Niederösterreichs Wäldern und eine durchgängige Herkunftskennzeichnung heimischer Lebensmittel wurden thematisiert.

Die Land- und Forstwirtschaft steht vor wichtigen Entscheidungen im gemeinsamen Europa. Die zentrale Zukunftsfrage dreht sich um die Fixierung des EU-Haushaltes sowie um die Finanzierung und Ausgestaltung der GAP nach 2020. Die österreichische Land- und Forstwirtschaft braucht stabile und berechenbare Rahmenbedingungen. "Auf wen man in Zeiten wie diesen wirklich zählen kann und wer den Landwirten eine Stütze ist, hat man vor allem in den letzten Wochen deutlich gesehen. Willkürliche Entscheidungen und Beschlüsse auf dem Rücken unserer Bäuerinnen und Bauern haben das gezeigt", so LK-Präsident Johannes Schmuckenschlager.

Nationale Unterstützung von Bundesregierung gefordert

Angelehnt an die bisherige Mittelausstattung, ist auch in Zukunft eine ausreichende Finanzierung erforderlich, um die Leistungen der Land- und Forstwirtschaft fair abgelten zu können. Das gilt auf europäischer Ebene, aber auch - im Hinblick auf den Ausgleich fehlender Mittel aus Brüssel - auf nationaler Ebene. "Es ist unbedingt notwendig, dass die Bundesregierung hinter unseren Bäuerinnen und Bauern steht und sich klar zur Landwirtschaft und Finanzierung der GAP bekennt", erklärte Schmuckenschlager.

Mercosur ist inakzeptabel

Ein endgültiger Abschluss des Freihandelsabkommens Mercosur in der aktuell vorliegenden Fassung würde gravierende Nachteile für die heimische Landwirtschaft bedeuten. Zunehmende Importmengen - insbesondere von Billigerzeugnissen mit noch dazu unzureichenden Produktionsstandards, die mit den österreichischen nicht vergleichbar sind - und ungleiche Anforderungen beim Umwelt- und Klimaschutz wären die Folge. Die Notwendigkeit der Nachverhandlung des Abkommens steht außer Frage. Einmal mehr zeigt sich hier auch, wie wichtig eine klare Kennzeichnung der Herkunft ist.

Herkunftskennzeichnung weiter ausbauen

"Eine klare und transparente Herkunftsangabe ist unabdingbar. Das betrifft zum einen die verpflichtenden Kennzeichnungssysteme, zum anderen soll das AMA-Gütesiegel ausgeweitet werden. Auch bei Getreide und Getreideprodukten muss die Herkunft erkennbar sein", fordert Schmuckenschlager. Ziel ist es, die Stellung der heimischen Landwirte in der Lebensmittelkette konsequent zu stärken, Verluste regionaler Wertschöpfung zu vermeiden und die Konsumenten vor Irreführung zu schützen.

Auf heimisches Holz setzen

Die Situation in den heimischen Wäldern spitzt sich zu. Hauptverursacher ist der Borkenkäfer, hinzu kommen Sturmschäden und Schneebruch. Dadurch gibt es derzeit mehr Holz, das abholfertig an den Straßen lagert, als der Markt aufnehmen kann. "Dennoch wurde der Holzimport im Vorjahr um rund 20% gesteigert. Das ist für mich und insbesondere für alle betroffenen Waldbauern unverständlich. Wir brauchen eine Entlastung für unsere Waldbesitzer", so Schmuckenschlager. Er appelliert an die Holz- und Sägeindustrie, auf heimisches Holz zu setzen.

Über die Vollversammlung der Landes-Landwirtschaftskammer

Die Vollversammlung ist das höchste Entscheidungsgremium der Vertretung der Landwirtschaft in Niederösterreich. Sie besteht aus 40 Mitgliedern, die gleichzeitig als Landeskammerräte Funktionen ausüben. Die Vollversammlung dient der Beratung und Beschlussfassung aller Angelegenheiten der Landes-Landwirtschaftskammer, soweit nicht der Hauptausschuss oder der Präsident zuständig sind. (Schluss)

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